Neugestaltung der Domkrypta: Entwurf von Brückner & Brückner setzt sich durch
Die „Herzkammer“ des Erzbistums

Paderborn (WB). Die Krypta des Hohen Domes zu Paderborn soll als Raum neu erschlossen werden: Sechs Architekturbüros haben sich auf Einladung des Metropolitankapitels Gedanken zur Neugestaltung der Krypta gemacht, um diese als „Herzkammer“ des Erzbistums neu erfahrbar zu machen.

Dienstag, 14.07.2020, 11:03 Uhr aktualisiert: 14.07.2020, 11:06 Uhr
Zugangsbereich Vierungskrypta mit Liborius-Skulptur: Entwurf Brückner & Brückner. Foto: Erzbistum Paderborn
Zugangsbereich Vierungskrypta mit Liborius-Skulptur: Entwurf Brückner & Brückner. Foto: Erzbistum Paderborn

In der Krypta ruhen die Reliquien des heiligen Liborius, Schutzpatron des Hohen Domes, des Erzbistums und der Stadt Paderborn. Jetzt stellten die Architekturbüros ihre Entwürfe einer elfköpfigen Fachjury vor. Durchsetzen konnte sich der Entwurf der Architekten Brückner & Brückner aus Würzburg.

Als zu Beginn der Corona-Krise keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert werden konnten, rückte die Domkrypta durch die von dort übertragenen Gottesdienst-Übertragungen als „Herzkammer“ des Erzbistums Paderborn neu ins Bewusstsein: In ihrem Altar ruhen in einem Ebenholzschrein die Reliquien des heiligen Liborius, unter dessen Schutz als Patron nicht nur der Hohe Dom und das Erzbistum stehen, sondern auch die Stadt Paderborn. Zudem ist die Domkrypta die letzte Ruhestätte der Paderborner Erzbischöfe sowie Ort für Andacht und Gebet.

Präsenz des heiligen Liborius hervorheben

Die jetzt geplante Neugestaltung soll die Krypta des Hohen Domes nicht nur für Gläubige, sondern auch für nicht kirchengebundene Besucher als besonderen Raum neu zugänglich machen – im doppelten Sinne: Die Planungsaufgaben für die Architekten umfassten deshalb nicht nur die Schaffung eines stufenlosen Zugangs.

Es galt vielmehr vor allem, die Präsenz des heiligen Liborius in der Krypta hervorzuheben und damit seiner zentralen Bedeutung für das Erzbistum einen eindrucksvollen Ausdruck zu geben. Darüber hinaus zählten eine zeitgemäße Erneuerung von Beicht- und Gesprächsgelegenheit und Bestuhlung, die Überplanung der Krypta-Orgel, des Bodenbelags und der Beleuchtung zu den Entwurfsaufgaben.

Am überzeugendsten umgesetzt wurde dies letztlich von den Architekten Brückner & Brückner aus Würzburg. „Der Entwurf sieht eine besondere Verehrung des Bistumspatrons Liborius auf gleich zweifache Weise vor: zum einen im Eingangsbereich der Krypta und zum anderen durch einen neuen bergenden, steinernen Altar“, erklärt Diözesanbaumeisterin Carmen Matery-Meding als Mitglied der Jury.

Perspektivisch angeordnete Stäbe schaffen einen besonderen Raum für Betende. Der neue steinerne Boden soll die Bauperioden der vergangenen Jahrhunderte nachzeichnen und das knappe Jahrtausend der Baugeschichte der Domkrypta erfahrbar werden lassen.

Siegerentwurf als ‚Impulsidee‘

Auch die Ideen zur Barrierefreiheit, zur Beichtgelegenheit und zum Beleuchtungskonzept überzeugten die Jury. „Wir sind stolz auf die gelungenen Entwürfe zur ‚Neubelebung‘ dieses für das Erzbistum so wichtigen Raumes“, betont Dompropst Monsignore Joachim Göbel. „Noch stehen wir ganz am Anfang. Den Siegerentwurf verstehen wir zunächst als ‚Impulsidee‘, die wir nun gemeinsam weiterentwickeln werden. Konkrete Angaben zur Umsetzung dieses spannenden Projekts werden daher erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich sein.“

Die Form der Paderborner Domkrypta geht im Wesentlichen auf das Jahr 1100 zurück. Seitdem gab es immer wieder Phasen mit zum Teil deutlichen baulichen Eingriffen und Veränderungen. Die letzte Renovierung liegt mittlerweile 40 Jahre zurück.

Als Berater und Mitglieder der Jury wirkten mit: Professor Dr. Christoph Stiegemann (Fachstelle Kunst), Professor Dr. Volker Droste (externer Berater), Domvikar Monsignore Gregor Tuszynski, Domkapitular Benedikt Fischer, Architektin Stefanie Kroll (EGV, Bereich Bauen), Dompastor Dr. Nils Petrat, Domprost Joachim Göbel, Architekt Björn-Erik Kastrup (EGV, Bereich Bauen), Domorganist Tobias Aehlig, Diözesanbaumeisterin Carmen Matery-Meding, Marcus Brokmann (LWL-Denkmalpflege), Prälat Thomas Dornseifer und Thomas Günther (Denkmalamt der Stadt Paderborn).

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