AStA kommt beim Sommerfestival in Paderborn mit einem blauen Auge davon
1300 Tickets gespendet

Paderborn (WB). Studenten der Paderborner Universität haben bereits 1300 für das AStA-Sommerfestival erworbene Tickets gespendet und damit auf eine Rückerstattung des Kaufpreises verzichtet. Wie berichtet , musste die für den 4. Juni geplante Großveranstaltung wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. „Durch den Verzicht auf die Rückerstattung konnten wir die laufenden Kosten einigermaßen decken“, sagt Festivalorganisator Marvin Gebert. „Wir kalkulieren jetzt mit einem Minus, das wir auffangen können.“

Mittwoch, 15.07.2020, 09:07 Uhr aktualisiert: 15.07.2020, 15:48 Uhr
Dicht gedrängt vor der Bühne – das war beim AStA-Sommerfestival in der Vergangenheit normal. In Zeiten von Corona wäre es fahrlässig. Foto: Jörn Hannemann
Dicht gedrängt vor der Bühne – das war beim AStA-Sommerfestival in der Vergangenheit normal. In Zeiten von Corona wäre es fahrlässig. Foto: Jörn Hannemann

Ob es das Festival 2021 wieder geben wird, sei noch unklar. Der Wille ist offenbar vorhanden, wie Gebert (23) andeutet: „Wir planen noch nicht groß, wir könnten, trauen uns aber nicht. Es bleibt die Angst, dass Großveranstaltungen nicht stattfinden können, wenn es keinen Impfstoff gibt.“

Knapp 6000 Karten waren schon verkauft

Am 15. April hatte der AStA die Absage des Festivals beschlossen und Ende des Monats die Studenten über die Gründe und Modalitäten der Rückerstattung der Tickets informiert. Bis zu diesem Zeitpunkt seien knapp 6000 Karten verkauft und das Festival zu 80 Prozent organisiert gewesen, berichtet Marvin Gebert. Er gehe davon aus, dass weitere Studenten auf die Rückerstattung des Kaufpreises von 17, 22 oder 28 Euro verzichten, weil die Option dazu weiter besteht, da sie die Karten möglicherweise verlegt haben oder den Aufwand scheuen. Gebert: „Ein Viertel haben gespendet, und es weitet sich vielleicht auf ein Drittel aus. Jeder, der sein Ticket spendet, hilft uns weiter.“

Das Coronavirus stelle „eine Gefahr für das Festival und seine Zukunft insgesamt dar“, hatte der AStA Ende April betont. Beim Sommerfestival, das 15.000 Besucher anzieht, geht es um viel Geld. Allein für die Organisation fällt nach Geberts Angaben ein „fünfstelliger Betrag“ an.

„Einige Partner werden es wohl nicht überleben“

Die Absage hat nicht nur den AStA getroffen, sondern auch die Kooperationspartner – von der Agentur Vibra Agency über Bühnentechniker und Caterer bis hin zum Sicherheitsdienst. Das Coronavirus legte die Veranstaltungsbranche lahm und nahm den Künstlern die Auftrittsmöglichkeiten. „Einige Partner werden es wohl nicht über­leben“, mutmaßt Marvin Gebert.

Diejenigen, die den Ticketpreis zurückhaben möchten, sollen dazu Anfang August Gelegenheit haben, ohne dass es zu Warteschlangen auf dem Campus mit Infektionsgefahr kommt. Der AStA plant, dass die Karteninhaber online einen Zeitraum buchen, in dem sie kommen können.

Bosse würde 2021 kommen

Für 2021 hat der Deutschpop-Sänger Bosse bereits seine Bereitschaft signalisiert, wieder nach Paderborn zu kommen. Marvin Gebert und sein Team wollen das AStA-Sommerfestival 2021 ermöglichen („Dafür machen wir es einfach zu gerne“), müssen dabei aber Überschneidungen mit anderen Festivals wie Parookaville oder Juicy Beats vermeiden („Wir sind der Außenseiter“) und mit der Unsicherheit durch das Virus leben: „Wir wissen, wie man Festivals organisiert, haben aber von Viren und deren Verbreitung keine Ahnung.“

An den günstigen Ticketpreisen für Deutschlands größtes, studentisch organisiertes Festival soll nicht geschraubt werden. Es sei nie ein gewinnorientiertes Projekt gewesen, sondern „ein Angebot von Studierenden für Studierende“, betont der AStA als deren Interessenvertretung. Als Lehre zieht Marvin Gebert, der Popmusik und Medien studiert, aus der Corona-Pandemie: „Man denkt, man hat alles im Griff und geplant, und es kann trotzdem zum Super-Gau kommen.“

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