Paderborner Kultursommer eröffnet: Die mit Abstand besten Konzerte
Wiedereinstieg in das kulturelle Leben

Paderborn (WB). Sollte jemand irgendwann einmal eine regionale Chronik zur Coronazeit schreiben, würde er den 17. Juli 2020 als besonderen Tag für die Paderborner Kultur vermerken müssen – es ist der Tag, an dem zum ersten Mal wieder nach der Corona-Pause ein Live-Konzert dieser Größenordnung in der Öffentlichkeit stattfand.

Montag, 20.07.2020, 07:10 Uhr aktualisiert: 21.07.2020, 11:46 Uhr
Hoch die Hände! Mit Auftritten der Monsters of Liedermaching, der Kinderrockband Randale und Kapelle Petra ist dem Kultursommer ein gelungener Start geglückt. Bis Ende August gibt es an mehreren Orten der Stadt weitere Veranstaltungen. Fotos: Jörn Hannemann
Hoch die Hände! Mit Auftritten der Monsters of Liedermaching, der Kinderrockband Randale und Kapelle Petra ist dem Kultursommer ein gelungener Start geglückt. Bis Ende August gibt es an mehreren Orten der Stadt weitere Veranstaltungen. Fotos: Jörn Hannemann

Monatelang war das auch in Paderborn nicht möglich. Nach dem wochenlangen Kulturentzug, über den auch die vielen digitalen Ersatzangebote kaum hinwegtrösten konnten, spürte man sowohl bei Künstlern als auch Besuchern deutlich, wie sehr sie sich wieder auf „echte“ Veranstaltungen freuen. Zum Auftakt des Kultursommers feierten 150 Besucher im Barockgarten am Schloss in Schloß Neuhaus die Band Monsters of Liedermaching aus Norddeutschland. Mehr Karten gingen nicht in den Verkauf. Für Gastgeber Christian Stork von der Schloßpark und und Lippesee Gesellschaft geht die Sicherheit vor: „Wir hätten 300 Besucher haben dürfen. Wir möchten aber langsam wieder einsteigen.“ So gilt die Maßgabe alle sitzen mit Abstand zu Nebenmann und Vordermann. Nur auf dem Platz dürfen die Mundschutzmasken abgenommen werden.

Zu den ersten Besuchern zählten Dominik Bücker (30) und Katrin Vatter (29) aus Rheda-Wiedenbrück, die bereits bei mehreren Konzerte der Monsters of Liedermaching dabei waren. „Ohne Corona wäre es ein ganz geiles Festival“ ist auf dem T-Shirt der 29-Jährigen zu lesen. Eine Erinnerung an den ausgefallenen Festivalsommer dieses Jahr. Als sie im Internet vom Konzert erfuhren, bestellten sie sofort Karten. „Bei dem Preis braucht man nicht lange zu überlegen“, freut sich Bücker. So kosten die Eintrittskarten für die knapp einstündigen Konzerte marktunüblich fünf Euro.

Paderborner Kultursommer eröffnet

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Ermöglicht wird dies durch die Rückendeckung der Stadt für die Kulturszene, die die Veranstaltungsreihe mit 200.000 Euro finanziell absichert. Das ist laut Bürgermeister Michael Dreier genau die Summe, die für Veranstaltungen gedacht war, die coronabedingt ausfallen mussten. Dieses Geld stellt die Stadt komplett zur Verfügung, um die schwer gebeutelte Kulturszene am Leben zu erhalten. Dass die Abstimmung im Rat einstimmig getroffen worden sei, wertete er als starkes Signal.

Den Spaß endlich wieder auf der Bühne zu stehen, merkte man auch der Kinderrockband Randale aus Bielefeld an. In der Corona-Pause verbrachte Sänger Jochen Vahle die Zeit ohne Auftritte damit, den jungen Fans, die Geburtstag haben, mit einem Anruf persönlich zu gratulieren. Mehr als 600 Geburtstagskinder rief er an. Bei dem Konzert, das mehr Besucher verdient gehabt hätte, durfte dabei natürlich das Lied vom „Punkpanda Peter“ nicht fehlen. Gut gelaunt führte Vahle durch das Programm, stieg auch von der Bühne hinunter und tanzte als Ein-Mann-Polonaise mit Abstand durch die Menge. Mit einem obligatorischen Glockenspiel eröffneten die Kapelle Petra ihr Konzert am lauen Sommerabend. Mit farbig angestrahlten Bäumen, Liegestühlen und Palmen konnten die Besucher einen entspannten Konzertgenuss mit einer gut aufgelegten Band genießen.

Einziger Wermutstropfen: Der Auftritt von Wolf Maahn am Sonntagabend musste krankheitsbedingt ausfallen. Seit Freitagabend hatte der deutsche Rockpoet Halsweh und erhöhte Temperatur. „Unter den gegebenen Umständen muss ich schweren Herzens einsehen, dass ich besser zu Hause bleibe. Es tut mir superleid für alle, die gerne gekommen wären und sich genau wie ich schon so sehr gefreut haben.“ Stattdessen sprangen die Musikcomedians Reis Against The Spülmachine ein. Sie waren bereits nachmittags Talkgäste im Rahmen der Show „Jules bunte Bühne“, bei der Moderatorin Julia Ures mit Künstlern aus der Region eine Mischung aus Musik, Kleinkunst und Talkt bot.

So geht es weiter beim Kultursommer

Am Donnerstag geht der Kultursommer weiter mit Erwin Grosches stationärer Stadtführung (15 Uhr, kleiner Domplatz) und dem Libori-Orgelkonzert um 18 Uhr im Dom.

Weitere Höhepunkte sind Auftritte von Götz Alsmann (30. Juli, 20 Uhr), Matthias Lüke (31. Juli, 18 Uhr), die Varieté-Show des GOP (31. Juli und 1. August, 20 Uhr), Jule Ures Late Night Talk (30. und 31. Juli, 22 Uhr), Erwin Grosche (1. August), Royal Squeeze Box (1. August, 20 Uhr), Zucchini Sistaz (2. August), Sazerac Swingers (14. August), Rudeltrommeln und Simon und Jan (beides 15. August).

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