Kunstinstallation bringt die Welt zu Libori auf den Paderborner Marktplatz
Federn erzählen von Liborius

Paderborn (WB). In der ganzen Welt gibt es Spuren des Heiligen Liborius. Sichtbar werden 16 von ihnen auf dem Marktplatz in der Kunstinstallation „Liborius in der Welt“. Sie besteht aus vier 3,60 Meter hohen Glasstelen, die die Himmelsrichtungen symbolisieren, sowie 16 bedruckten Beach-Flags, für Frankreich, Deutschland, Belgien, Italien, Malta, Russland, Tschechien, Südafrika, Tansania, Argentinien, Brasilien, Ecuador, Panama, Indien, Australien und Papua-Neuguinea.

Dienstag, 21.07.2020, 07:40 Uhr aktualisiert: 21.07.2020, 11:52 Uhr
Bunt und fröhlich, aber doch ganz anders präsentiert sich der Marktplatz zu Libori mit einer Kunstinstallation von Tobias Kammerer (Mitte). Das freut (von links) Weihbischof Matthias König, Ulrich Klauke, Dorothea Peters und Dompropst Joachim Göbel. Foto: Oliver Schwabe
Bunt und fröhlich, aber doch ganz anders präsentiert sich der Marktplatz zu Libori mit einer Kunstinstallation von Tobias Kammerer (Mitte). Das freut (von links) Weihbischof Matthias König, Ulrich Klauke, Dorothea Peters und Dompropst Joachim Göbel. Foto: Oliver Schwabe

„Diese sind so angeordnet, dass sie von oben aus gesehen auf einer imaginären Weltkarte richtig verortet wären“, sagt Tobias Kammerer, der die Installation geschaffen hat.

Der 51-Jährige aus dem Schwarzwald hat das Projekt in Rekordzeit umgesetzt und trotzdem in einer Intensität daran arbeiten können, die es zu einem Herzensprojekt für ihn gemacht hat. „Leider reicht die Zeit bei vielen Projekten nur dazu, an der Oberfläche zu kratzen. Hier konnte ich ganz tief eintauchen. Außerdem bietet sich längst nicht jeder Heilige dafür an, so blumig über ihn zu reden“, sagt Kammerer.

Dorothea Peters (Glasmalerei Peters) zeigt eine der Miniaturglasstellen, die auch als Erinnerungsstücke verkauft werden sollen.

Dorothea Peters (Glasmalerei Peters) zeigt eine der Miniaturglasstellen, die auch als Erinnerungsstücke verkauft werden sollen. Foto: Oliver Schwabe

Informationen per QR-Code

Denn ergänzend zu den vielen bunten Pfauenfedern, die auf dem Domplatz zu sehen sind, gibt es im Internet hinterlegte Informationen, die per QR-Code aufgerufen werden können. Darin erfahren die Zuhörer mehr über den Liboribezug des jeweiligen Ortes.

„Aus Russland kommt beispielsweise der Bischof von Saratow, Clemens Pickel, selbst zu Wort“, erläutert Ulrich Klauke, der das Kunstprojekt als Leiter des Referates Weltmission angestoßen hat. Pickel erzählt, wie es dazu kam, das der Heilige Liborius Namenspatron der Kirche in Krasnodar wurde, die im September 2000 geweiht wurde.

Die erste Idee für das Projekt stammt aus dem April, stieß bei Weihbischof Matthias König aber direkt auf so positive Resonanz, dass mit Hochdruck an der Umsetzung gearbeitet wurde. „Das ist eine geniale Idee, um die Welt trotzt Corona auf den Domplatz zu bringen“, sagt König. „Gleichzeitig sieht man, wie lebendig die Liboriusverehrung nicht nur in Paderborn ist.“

Künstler Tobias Kammerer demonstriert, wie man mit einem QR-Code mehr Informationen zur Liborius-Verehrung in den jeweiligen Ländern erhält.

Künstler Tobias Kammerer demonstriert, wie man mit einem QR-Code mehr Informationen zur Liborius-Verehrung in den jeweiligen Ländern erhält. Foto: Oliver Schwabe

Unkomplizierte Gemeinschaftsarbeit

Dompropst Joachim Göbel sieht zudem einen zweiten positiven Aspekt: „Nachdem Bistum und Domkapitel in den letzten Monaten viele karitative Einrichtungen unterstützt haben, war es mir wichtig, auch etwas für Kunst und Kultur zu tun, die in diesen Zeiten ebenfalls besonders leiden.“

Möglich gemacht hat die kurzfristige Umsetzung auch die Paderborner Glasmalerei Peters. „Normalerweise hat so ein Projekt ein bis zwei Jahre Vorlauf, das war hier eine sehr tolle und unkomplizierte Gemeinschaftsarbeit“, freut sich Künstler Kammerer, der in Paderborn unter anderem seine Handschrift an der Bank für Kirche und Caritas sowie der Lange­nohlkapelle hinterlassen hat.

Gereizt hat ihn der Pfau, der für Liborius steht und einen Künstler eine Steilvorlage biete. Unter anderem hat er die Pfauenfedern mit einem variablen fließenden Farbverlauf versehen, der sich jeweils zu den Glasstellen hin wandelt. Bei diesen symbolisiert die Farbe Blau den Norden, gelb den Süden, rot den Westen und grün den Osten.

Im Kleinformat wird es diese Stelen ebenso wie Gläser auch käuflich zu erwerben geben. Ein Teil des Erlöses fließt in die Weltmission. Eröffnet wird die Kunstinstallation am Freitag.

www.erzbistum-paderborn.de/liboriusinderwelt

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