Kreis Paderborn gibt Tipps, was beim Zelten und Campen zu beachten ist
Ferien vor der Haustür

Altenbeken (WB/per). Vieles ist in diesem Jahr ganz anders – auch der Sommerurlaub für Erholungssuchende. Urlaub in Deutschland erfreut sich wachsender Beliebtheit. Ein Wohnwagen oder auch nur ein Zelt versprechen Flexibilität und Spontaneität bei der kurzfristigen Wahl eines Urlaubsortes. Aber Vorsicht: Nicht überall, wo vermeintlich einsame Natur und eine schöne Aussicht locken, darf campiert oder gezeltet werden – auch nicht im Kreis Paderborn.

Mittwoch, 22.07.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 22.07.2020, 10:28 Uhr
Campen erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Doch dabei sind einige Regeln zu beachten. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa
Campen erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Doch dabei sind einige Regeln zu beachten. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa

„Beim Zelten in der freien Landschaft ist öffentliches und privates Recht zu berücksichtigen. Selbst bei Zustimmung des Grundstückseigentümers gelten möglicherweise öffentlich-rechtliche Vorschriften, wie das Naturschutz-, Bau- oder Forstrecht, die das Zelten und Campieren verbieten“, erklärt Susanne Pöhler vom Umweltamt des Kreises Paderborn. NRW-weit gilt, dass campieren und zelten im Wald verboten ist. Im Kreis Paderborn ist zudem das Zelten und Campen in geschützten Landschaftsbereichen – Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten, geschützten Landschaftsbestandteilen und Naturdenkmälern untersagt. Dies gilt auch für Haus- und Hofflächen sowie Gartenflächen, die sich in einem Landschaftsschutzgebiet befinden. Diese dürfen nicht zum Campen überlassen werden. „Aber eine Ausnahme gibt es natürlich für die eigenen Kinder, oder auch die Kinder von Nachbarn oder Freunden, die zu Besuch sind. Die dürfen auch in einem Landschaftsschutzgebiet im Garten zelten“, erläutert Pöhler.

Ein Paderborner Start-up-Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, „wildes Camping“ zu legalisieren und möchte Privatleute gewinnen, die auf ihrem Grundstück Campern einen Stellplatz anbieten.

Doch auch außerhalb von Schutzgebieten sind Regelungen zu beachten. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet die Störung und Beeinträchtigung von wildlebenden Tieren. „Generell ist daher bei allen Aktivitäten in der freien Natur, und dazu gehört natürlich auch das Campen, darauf zu achten, dass brütende oder fütternde Vögel nicht vertrieben werden, weil ansonsten ihre Brut schutzlos zurückgelassen würde“, erklärt Susanne Pöhler. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, stellt schnell fest: Es gibt jede Menge Rechtsvorschriften. Die Umweltexpertin vom Kreis Paderborn rät daher: Im Zweifel lieber auf einen der zahlreichen Zelt- und Campingplätzen im Kreis zu übernachten.

Auf dem Gelände des Buker Schützenplatzes ist ein Wohnmobilhafen mit acht Stellplätzen geplant.

Auf dem Gelände des Buker Schützenplatzes ist ein Wohnmobilhafen mit acht Stellplätzen geplant. Foto: Oliver Schwabe

Wohnmobilhafen in Buke geplant

Campingplätze gibt es in Paderborn am Lippesee, am Waldsee in Schloß Neuhaus, in Delbrück („Boker Seenplatte“) und in Hövelhof („Apelhof“), des Weiteren Jugendzeltplätze am Lippesee, in Siddinghausen und in Hövelriege. Wohnmobilstellplätze sind in Bad Lippspringe, Bad Wünnenberg, Borchen, Büren, Delbrück, Hövelhof, Atteln, Paderborn und Lichtenau ausgewiesen. Nächstes Jahr soll die Camping-Landkarte um Altenbeken-Buke erweitert werden. Auf dem Schützenplatz ist ein Wohnmobilhafen mit acht Stellplätzen inklusive Ver- und Entsorgungssäulen geplant.

Eine Übersicht der Schutzgebiete im Kreis Paderborn ist im Geoportal des Kreises unter www.kreis-paderborn.de zu finden. Außerdem finden Interessierte hier weitergehende Informationen zu den Gebieten, die auf den vorhandenen Straßen und Wegen von Erholungssuchenden erkundet werden können.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7502994?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
Paderborner Badeseen im Fokus
2500 Menschen befanden sich zum Zeitpunkt der Aufnahme am Sonntag auf dem 110.000 Quadratmeter großen Gelände. Berücksichtigt werden muss bei diesem Foto aber, dass das Objektiv „verdichtet“, die Menschen also optisch enger zusammenrückt. Foto: Hans Büttner
Nachrichten-Ticker