Große Rubens-Schau in Paderborn mit Festakt im Hohen Dom eröffnet
„Ein Zeichen der Hoffnung“

Paderborn (WB). Mit einem bewegenden Festakt hat der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker die große kunst- und kulturhistorische Ausstellung „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“ im Hohen Dom zu Paderborn eröffnet. Die Ausstellung ist bis zum 25. Oktober im Erzbischöflichen Diözesanmuseum zu sehen.

Montag, 27.07.2020, 09:23 Uhr aktualisiert: 27.07.2020, 09:26 Uhr
Professor Dr. Christoph Stiegemann (links) und Ehrengäste der Ausstellungseröffnung coronagemäß mit Maske vor einem der Höhepunkte der Schau im Diözesanmuseum: die „Beweinung Christi“ von Peter Paul Rubens. Foto: Besim Mazhiqi/Erzbistum Paderborn
Professor Dr. Christoph Stiegemann (links) und Ehrengäste der Ausstellungseröffnung coronagemäß mit Maske vor einem der Höhepunkte der Schau im Diözesanmuseum: die „Beweinung Christi“ von Peter Paul Rubens. Foto: Besim Mazhiqi/Erzbistum Paderborn

Unter den geladenen Gästen aus dem In- und Ausland waren auch Vertreter des Königreichs Belgien und der Regierung Flanderns. Wegen der Corona-Pandemie nahm an der Eröffnungsfeier nur ein eingeschränkter Personenkreis teil. Die Eröffnung der Rubens-Ausstellung, die bereits Ende Mai starten sollte, wurde bewusst auf diesen Termin verschoben, um in diesen schwierigen Zeiten, in denen auch das traditionelle weltliche Paderborner Liborifest nicht stattfinden kann, „zumindest im Medium Kunst ein Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht“ zu setzen, so Erzbischof Becker.

In den Grußworten würdigten Valentine Mangez – in Vertretung des Botschafters des Königreichs Belgien – und Nic Van der Marliere, Generaldelegierter der Regierung Flanderns, die enge Verbundenheit zwischen Deutschland und Belgien und den europäischen Geist des Ausstellungsprojektes. Nils Büttner, Professor an der Staatlichen Akademie der Künste in Stuttgart, zeichnete in seinem Festvortrag die enorme Wirkung nach, die Peter Paul Rubens auf die Ausbreitung des flämischen Barock in Nord- und Mitteleuropa hatte.

Peter Paul Rubens und der Barock spielten bei der Ausstellungseröffnung im Hohen Dom die Hauptrolle.

Peter Paul Rubens und der Barock spielten bei der Ausstellungseröffnung im Hohen Dom die Hauptrolle. Foto: Besim Mazhiqi/Erzbistum Paderborn

Einer der Höhepunkte des Abends war eine virtuelle Rekonstruktion des Paderborner Domes zur Barockzeit, die von Museumsdirektor Professor Dr. Christoph Stiegemann erläutert wurde. Die im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstörte barocke Ausstattung des Doms, die im 17. Jahrhundert von Antwerpener Künstlern aus dem Rubens-Umfeld geschaffen worden war, wurde an diesem Abend für die Gäste – 75 Jahre nach Kriegsende – erstmals wieder erlebbar. Die digitale Animation wird vervollständigt durch das aufwendig rekonstruierte barocke Hauptaltarbild, das in der Ausstellung zu sehen ist.

„Wir sind gefordert, Stimme zu erheben“

In seinen Schlussworten sagte Erzbischof Hans-Josef Becker: „Mit der Ausstellung ‚Peter Paul Rubens und der Barock im Norden‘ gedenken wir zugleich der Verheerungen des Zweiten Weltkriegs, der unendliches Leid und Zerstörung über die Welt gebracht hat.“ Nicht zuletzt im Gedenken an das Kriegsende sei für das diesjährige Liborifest das Motto „Et in terra pax“ (Friede auf Erden) gewählt worden, so der Paderborner Erzbischof weiter. „Wir sind gefordert, unsere Stimme zu erheben, klare Kante zu zeigen und für Frieden, Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit in Europa einzutreten.“

Mit einem gemeinsamen Friedensgebet von Papst Franziskus wurde der Festakt beschlossen. Im Anschluss hatten die Gäste Gelegenheit, einen ersten Einblick in die Rubens-Ausstellung zu werfen.

Die Ausstellung „Peter Paul Rubens und der Barock im Norden“ ist seit Samstag unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften geöffnet.

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