Neueröffnung: Kurt Krieger gibt Bekenntnis zum Standort ab - mit Video
Höffner möbelt Paderborn kräftig auf

Paderborn (WB). Die Schwangerschaft einer Giraffe dauert 15 Monate. Möbel-Mogul Kurt Krieger schafft in dieser Zeit den Abriss und Neubau eines ganzen Möbelhauses mit einer Verkaufsfläche von 40.000 Quadratmetern. Seit Mittwoch hat der Möbelhandel in OWL mit der Marke Höffner einen neuen Mitbewerber. Schnell wird deutlich: Kurt Krieger kleckert nicht. Er klotzt.

Donnerstag, 30.07.2020, 03:53 Uhr aktualisiert: 30.07.2020, 09:58 Uhr
Die Stadt Paderborn gratuliert Kurt Krieger zum neuen Möbelhaus an der Wilfried-Finke-Allee. Unser Foto zeigt (von links) Kurt Krieger, Paderborns Bürgermeister Michael Dreier sowie Kurt Kriegers Tochter Sonja, zuständig für den Einkauf. Foto: Oliver Schwabe
Die Stadt Paderborn gratuliert Kurt Krieger zum neuen Möbelhaus an der Wilfried-Finke-Allee. Unser Foto zeigt (von links) Kurt Krieger, Paderborns Bürgermeister Michael Dreier sowie Kurt Kriegers Tochter Sonja, zuständig für den Einkauf. Foto: Oliver Schwabe

23 Höffner-Häuser gibt es nun deutschlandweit. Für das jüngste Projekt an der Wilfried-Finke-Allee, ganz nah an der A33-Abfahrt Elsen, legte die Krieger-Gruppe 55 Millionen Euro auf den Tisch und stellte 200 Mitarbeiter ein. Bei entsprechender Geschäftsentwicklung sollen es 300 werden. 30 gehörten zum Finke-Stammpersonal. Der Rest musste neu akquiriert werden, nachdem am 30. April 2019 das alte Finke-Haus geschlossen und abgerissen worden war. Innerhalb weniger Monate hat das Unternehmen ein neues Möbelhaus errichtet, das in Größe und Aufteilung nahezu identisch sei mit den übrigen Höffner-Häusern, sagt Krieger. „Ich folge dem Ikea- und nicht dem Karstadt-Prinzip“, erläutert der 72-Jährige auf berlinerisch seine Firmenphilosophie. Ikea sei schließlich erfolgreich, Karstadt nicht.

Seine Entscheidung, das alte Finke-Haus abzureißen, sei von vielen nicht verstanden worden. Es sei aber notwendig gewesen. Nach 25 Jahren sei die alte Haustechnik am Ende und die Aufteilung der Abteilungen nicht optimal gewesen. „Man kann im Keller keine Küchen verkaufen“, ist der Unternehmer überzeugt.

Und noch etwas hat Krieger von Ikea übernommen: Die Waren müssen möglichst verfügbar sein. Deswegen wurde am Standort ein riesiges Lager errichtet. Nicht zuletzt habe man sich dem künftigen Nachbarn optisch zuwenden wollen: Wenn in naher Zukunft der neue Hornbach-Baumarkt stehe, liegen die Eingänge gegenüber.

Hinter dem gigantischen Höffner-Eingangsportal in Knallrot geht es hell, transparent und aufgeräumt auf den vier Verkaufsebenen weiter. Großen Wert legt Höffner auf die Mitnahmeartikel, die das Wohnen und den Haushalt schöner und bequemer machen sollen. Dieser „Express“-Bereich ist im Erdgeschoss zu finden. „Nicht jeder Kunde kauft Möbel. Aber viele kaufen Krimskrams“, macht Krieger deutlich, wie seine Kunden ticken. Seine Bilanz unterstreicht das: Pro Jahr verkaufe er allein 500.000 Bratpfannen, berichtet er.

Voreröffnung des Höffner-Möbelhauses in Paderborn

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Bei aller Freude über die Neueröffnung bleibt auch ein Wermutstropfen. Das Restaurant Kochmütze – das Herzstück eines jeden Höffner-Möbelhauses – wird wegen der Corona-Krise bis auf weiteres nicht eröffnen können. Das Gleiche gilt für das Kinderland. „Ich möchte nicht, dass von hier ein Corona-Hotspot ausgeht“, zeigt Kurt Krieger notgedrungen Verantwortung. „Auf der Verkaufsfläche können Kunden genügend Abstand halten. Im Restaurant kann man das nicht im Griff haben“, meint er, der üblicherweise mit seinem Hubschrauber von Möbelhaus zu Möbelhaus fliegt. Man wolle zunächst die Sommerferien abwarten und dann im September entscheiden, ob die Restaurants geöffnet werden können – und zwar in allen Höffis, wie Krieger seine Häuser liebevoll nennt.

Das große Engagement von Wilfried Finke für den SC Paderborn will Kurt Krieger übrigens nicht fortsetzen. Zum einen seien 66 Prozent seiner Kunden Frauen. Da sei Fußball das falsche Thema. Es sei zudem eine grundsätzliche Entscheidung: Angesichts von 50 Standorten – so Krieger – könne er nicht ins Sport-Sponsoring einsteigen. Mache er das in einer Stadt, müsse er es überall tun. Selbst bei Union Berlin, seinem direkten Nachbarn, habe er allen Anfragen bislang widerstanden.

„Wir sind gekommen, um zu bleiben“, gab Kurt Krieger dann noch ein Bekenntnis zum Standort ab. Darüber freute sich vor allem Paderborns Bürgermeister Michael Dreier.

Und was sagt Krieger zu den wirtschaftlichen Prognosen? Er gehe davon aus, dass er die Finke-Zahlen überflügeln werde, zeigt er sich optimistisch. Die Corona-Krise habe dem Möbelhandel bislang wenig anhaben können.

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