Rücksichtslose Ruhestörungen, reichlich Alkohol – Fall in Sennelager sticht heraus
Feiernde sorgen für zahlreiche Einsätze

Paderborn (WB). Vermutlich bedingt durch die lauen Sommernächte hielten sich am Wochenende insbesondere an den Abenden und in den Nächten viele Menschen im Freien auf, was von Freitag bis Sonntag mehrfach zu Lärmbelästigungen, Ruhestörungen und – mit steigendem Alkoholkonsum – auch zu Auseinandersetzungen und Körperverletzungsdelikten führte. Nach Angaben der Polizei bedeutete das viel Arbeit für die Beamten.

Montag, 17.08.2020, 14:34 Uhr aktualisiert: 17.08.2020, 16:10 Uhr
Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann
Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

So beschwerten sich insbesondere in der Nacht zu Sonntag viele Anwohner über laute Musik und Partys im Außenbereich, auf Terrassen oder Balkonen. Beschwerden gingen aber auch über das Fahrverhalten von einzelnen Autofahrern ein, die insbesondere an der Detmolder Straße wiederholt durch lärmbelästigende Fahrmanöver wie extreme und lautstarke Beschleunigungen, grundloses Hupen und „Burnouts“ auffielen.

Gemeldet wurden der Polizei im Kreis Paderborn dermaßen viele Ruhestörungen, dass die Beamten nur die dringendsten und schwerwiegendsten Fälle anfahren konnten, da parallel dazu andere, wichtige polizeiliche Einsätze durch die Beamten bewältigt werden mussten.

In den meisten Fällen zeigte die polizeiliche Ermahnung zur Ruhe Wirkung: Die Musik wurde leiser gestellt, Anwohner freuten sich über die wiederhergestellte Nachtruhe.

Unfair und rücksichtslos gegenüber Mitmenschen

Was die Polizeibeamten aber auch feststellen mussten: Vielen Ruhestörern sei es durchaus bewusst, dass sie sich schlicht und ergreifend unfair und rücksichtslos gegenüber ihren Mitmenschen verhalten hatten – es wäre ihnen aber egal. Ihre Feier, ihre Party sei ihnen wichtiger als die Nachtruhe ihrer Nachbarn. Viele dieser Feiernden kämen bei diesen Partys zudem meist ungeschützt und distanzlos zusammen und feierten – sei es im Rahmen von größeren privaten Feiern oder im Rahmen von informellen Treffen in der Öffentlichkeit.

Tanzende Gäste auf der Straße

Corona scheint ein Relikt der vergangenen Monate zu sein, Hygieneregeln und Abstände werden nicht mehr eingehalten, so die Polizei. Besonders deutlich sei das bei einem Einsatz in Sennelager geworden: Mehrere Anwohner hatten hier die Polizei um Hilfe gerufen, weil von einer Eisdiele an der Bielefelder Straße erheblicher Lärm ausging. Laute Musik schallte aus dem Lokal, Gästen tanzten auf der Straße, andere aus einer angrenzenden Pizzeria nahmen an der Party teil. Im Rahmen eines ersten Polizeieinsatzes ermahnten die Beamten die Gäste zur Ruhe und drohten im Falle der Nichtbeachtung Folgemaßnahmen an.

Strafanzeigen gegen einen 29-Jährigen

Um 0.11 Uhr am Sonntagmorgen war es dann soweit: Die Polizeibeamten mussten erneut zu dieser Örtlichkeit ausrücken, da es mittlerweile infolge des reichlichen Konsums von Alkohol zu Rangeleien auf der Straße vor den Lokalen gekommen war. Eine Anwohnerin hätte daraufhin versucht, die Partymachenden zu Ruhe zu bewegen. Daraufhin sei sie beleidigt und bespuckt worden. Als einer der Feiernden der Frau schließlich nach Hause gefolgt sei und versucht hätte, in ihre Wohnung einzudringen, rief sie die Polizei zur Hilfe. Strafanzeigen wegen Körperverletzungen und Sachbeschädigungen gegen einen 29-jährigen Mann aus Paderborn wurden diesbezüglich gefertigt.

„Coronabstand? Hygieneregeln? Rücksichtnahme? Verständnis für die Menschen, die am nächsten Morgen früh arbeiten müssen oder einfach schlafen wollen? Interessierte hier keinen“, teilt die Polizei in der Pressemitteilung mit. Weiter heißt es: „Wir als Polizei haben Verständnis, wenn Sie das schöne Sommerwetter genießen und wieder mit anderen zusammen feiern wollen. Unser Verständnis endet jedoch da, wo aggressives und rücksichtsloses Verhalten im Vordergrund steht und Ordnungswidrigkeiten oder sogar Straftaten begangen werden.“

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