Noch gibt es keine Regelungen vom Land für Großveranstaltungen ab November
Paderborn plant Weihnachtsmarkt flexibel

Paderborn (WB). Frühlingsfest, Libori und Herbstlibori sind der Corona-Pandemie bereits zum Opfer gefallen. Wird dieses Schicksal auch noch den Weihnachtsmarkt treffen, der eigentlich am Freitag, 20. November eröffnet werden würde? „Davon gehen wir nicht aus“, sagt Jens Reinhardt, Leiter des Amtes für Stadtmarketing.

Mittwoch, 19.08.2020, 11:28 Uhr aktualisiert: 19.08.2020, 11:30 Uhr
Noch gibt es keine Regelungen vom Land für Großveranstaltungen ab November: Paderborn plant Weihnachtsmarkt flexibel
Foto: Oliver Schwabe

„Allerdings sind derzeit die Rahmenbedingungen, ob und unter welchen Voraussetzungen Weihnachtsmärkte in Nordrhein-Westfalen stattfinden können, überhaupt noch nicht klar.“ Das Land hat zunächst bis 31. Oktober alle großen Veranstaltungen in NRW verboten. Wie es danach weitergeht, ist noch offen. Deshalb plant die Stadt zunächst weitgehend normal, stellt sich aber darauf ein, Änderungen vornehmen zu müssen, erläutert Reinhardt.

„Im nichtöffentlichen Teil des Märkteausschusses haben wir auch bereits über die Standvergabe beschlossen. Bescheide können wir aber erst erteilen, wenn die Rahmenbedingungen feststehen und es Rechtssicherheit gibt“, erläutert der Amtsleiter auf Anfrage dieser Zeitung. Er hoffe, dass es dazu bald entsprechende Richtlinien des Landes gebe. Denn außer den Weihnachtsmarktbetreibern stünden auch die Karnevalisten bereits in den Startlöchern und warteten auf rechtliche Vorgaben für mögliche Großveranstaltungen nach dem 31. Oktober.

Alarmierend seien die Rück­meldungen der Marktbeschicker gewesen, berichtet Reinhardt. „Etliche haben uns mitgeteilt, wie sehr ihre Hoffnungen auf dem Weihnachtsmarkt ruhen, da sie genau dort die letzten ernst zu nehmenden Einnahmen im vergangenen Jahr erzielt hätten.“ Entsprechend groß sei die Nachfrage nach Stellplätzen gewesen. Positiver Effekt aus Sicht der Stadt: Unter den Bewerbern seien sehr viele und zugleich sehr gute Kunsthandwerker, die dem Markt das besondere vorweihnachtliche Flair gäben.

Speziell für die Kunsthandwerker auf dem Marktplatz hat die Stadt 25 neue Weihnachtsmarkthütten anfertigen lassen, da die alten in die Jahre gekommen seien. So werde ein einheitliches Erscheinungsbild geschaffen. Daran, dass sie zum Einsatz kommen werden, hat Jens Reinhardt wenig Zweifel. „Spannender wird es rund um die Getränkestände, die in der Regel so gut besucht sind, dass es schwer wird, dort auf die Einhaltung von Abstandsregeln zu achten“, sagt er. „Da werden wir eine gute Lösung brauchen.“

Grundsätzlich sei die Planung der Stadt aber sehr beweglich, um sich auf entsprechende Vorgaben des Landes einstellen zu können.

Bereits beschlossen wurde auf Anregung des Schaustellervereins Paderborn im Märkteausschuss, dass die Marktbeschicker die Standgebühren in diesem Jahr nicht, wie sonst üblich, bereits sechs Wochen im Voraus entrichten müssen. Aufgrund der coronabedingten wirtschaftlichen Belastung werden diese erst zum 15. Dezember fällig, wenn die Beschicker bereits einigen Umsatz getätigt hätten.

Auf die Gebühren, welche bereits im Rahmen der Zulassungs- und Gebührenbescheide für die abgesagte Herbstliborikirmes wirksam beschieden worden sind, wird die Stadt komplett verzichten. Die Bescheide über insgesamt 54.888,39 Euro an Standgebühren werden widerrufen.

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