Verein „Paderborn überzeugt“ bietet runden Tisch an – FDP stimmt für Insolvenz in Eigenverwaltung
Unternehmen für Erhalt des Flughafens

Paderborn/Büren (WB/mba). In die Diskussion um den finanziell angeschlagenen Flughafen Paderborn/Lippstadt meldet sich der Verein „Paderborn überzeugt” zu Wort und spricht sich für den Erhalt des Flughafens aus.

Donnerstag, 27.08.2020, 03:00 Uhr
Der Flughafen soll saniert und in kleinerem Rahmen fortgeführt werden. 100 der 170 Arbeitsplätze sollen abgebaut werden. Der Flughafen kalkuliert in Zukunft mit 300.000 Fluggästen pro Jahr. Foto: Jörn Hannemann
Der Flughafen soll saniert und in kleinerem Rahmen fortgeführt werden. 100 der 170 Arbeitsplätze sollen abgebaut werden. Der Flughafen kalkuliert in Zukunft mit 300.000 Fluggästen pro Jahr. Foto: Jörn Hannemann

Der Verein bietet an, an der Zukunft des Flughafens mitzuarbeiten. Er könne sich zum Beispiel einen runden Tisch vorstellen, bei dem dann auch über eine mögliche Beteiligung der Wirtschaft an der Flughafen GmbH gesprochen werden könne, sagt Dr. Otto Drosihn, Vereinsvorsitzender und Geschäftsführer der Firma Mediaprint Solutions. Konkrete finanzielle Zusagen von Unternehmen gibt es bislang allerdings nicht.

Benteler, dSpace und Diebold Nixdorf sind in dem Verein organisiert

In dem Verein sind unter anderem Firmen wie Benteler, dSpace und Diebold Nixdorf organisiert. Die Stellungnahme ist auch von Würfel-Massong Logistik, Hartmann International, der Wirtschaftsförderung Paderborn sowie von Ferdinand Klingenthal und Günter Korder, Geschäftsführer von „It’s OWL“, unterzeichnet. Ein Urteil über den Fortbestand allein mit Blick auf die Passagierzahlen und die betriebs­wirt­schaft­li­chen Kenn­zah­len zu fällen, sei „vorschnell und zu wenig zukunftsorientiert gedacht“, heißt es in der Stellungnahme.

„Bundesweit kämpfen kleinere Flughafenstandorte mit rückläufigen Passagierzahlen. Die Corona-Pandemie verschärft zudem die wirtschaftliche Lage der Regionalflughäfen.“ Der Flughafen sei für die Unternehmen in Paderborn und OWL ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur. Für potenzielle Mitarbeiter, Fach- und Führungskräfte sei die unkomplizierte Anbindung an das Flugnetz ein wichtiges Argument, im Kreis Paderborn, aber auch in den Nachbarkreisen zu arbeiten und zu leben. Der Flughafen gewährleiste die Anbindung für Geschäftsreisende und Mitarbeiter. Eine Neuausrichtung und Anpassung der Kapazitäten sei aber ohne Frage notwendig.

FDP will mehr Klarheit über Zukunftsperspektive

Nach dem Beschluss des Kreis- und Finanzausschusses steuert der Flughafen auf eine Insolvenz in Eigenverwaltung zu. Auch die FDP ist für eine solche Sanierung. FDP-Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Hadaschik sagt: „Wir sind für die Insolvenz in Eigenverwaltung, weil sie auch einen Teil der Arbeitsplätze erhält. Wir würden aber gerne eine Zukunftsperspektive in dem Beschluss wiederfinden.“ Die FDP fordert deshalb unter anderem, zu prüfen, ob es Sinn ergibt, die Flughafen GmbH in eine Betriebs- und Infrastrukturgesellschaft aufzuspalten, welche Möglichkeiten es gibt, heimische Unternehmen daran zu beteiligen und welche zusätzlichen Erlösquellen der Flughafen generieren kann. Die Notwendigkeit, eine neue Geschäftsführung zu bestellen, wie es die SPD fordert, sieht die FDP hingegen nicht.

FBI will eigenes Sanierungskonzept vorlegen

Die FBI, die am Montag gegen das Sanierungskonzept stimmte, spricht sich grundsätzlich ebenfalls für den Erhalt des Flughafens aus. Die FBI kritisiert an dem Konzept, dass die öffentliche Hand auch nach der Sanierung ein weiter anfallendes Minus ausgleichen soll. Dem Vernehmen nach sieht das Konzept vor, dass der Flughafen 2021 7,96 Millionen erlöst, dem stehen Aufwendungen von 10,54 Millionen Euro gegenüber, was einem Defizit von gut 2,5 Millionen Euro entsprechen würde. Das müssten die Gesellschafter tragen.

„Eine richtige Sanierung muss sich selbst tragen. Wir wollen, dass am Ende eine schwarze Null steht“, sagt Hartmut Hüttemann (FBI). Das prognostizierte Defizit sei auch der Grund, warum die anderen Gesellschafter aussteigen wollten. Für die Kreistagssitzung am 21. September will die FBI ein eigenes Sanierungskonzept erstellen.

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