Paderborn-Lippstadt: Unternehmen schlagen Forschungsstandort für Elektroflugzeuge vor
Wünsche und Ideen für den Airport

Paderborn (WB). Neue Verbindungen braucht der Flughafen Paderborn-Lippstadt, damit er auch in Zukunft den Anforderungen der heimischen Wirtschaft gerecht werden kann. Anschlüsse an die Drehkreuze Amsterdam, Berlin oder auch London-Stansted stehen ebenso auf der Wunschliste, wie die Idee, den Airport zu einem Forschungszentrum für neue Mobilitätsformen – Elektroflugzeuge und Flugtaxis – auszubauen. Das haben Industrie- und Handelskammer OWL sowie Vertreter Paderborner Firmen am Mittwoch erklärt.

Donnerstag, 10.09.2020, 12:02 Uhr aktualisiert: 10.09.2020, 12:06 Uhr
Der Flughafen Paderborn-Lippstadt in Büren-Ahden. Foto: Jörn Hannemann/Archiv
Der Flughafen Paderborn-Lippstadt in Büren-Ahden. Foto: Jörn Hannemann/Archiv

Mit überragender Mehrheit hat sich die IHK-Vollversammlung in dieser Woche für den Erhalt des Paderborner Airports und die Sanierung über eine Insolvenz in Eigenverwaltung ausgesprochen. Eine finanzielle Beteiligung sei aber weiterhin ausgeschlossen, stellte IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven am Mittwoch klar. Es sei ihm völlig unverständlich, woher das Ansinnen komme, dass ein Flughafen Gewinne einfahren müsse oder Firmen sich an den Kosten beteiligen sollten. „Der Flugverkehr wird weiter steigen – auch nach Corona. In einer globalisierten Welt brauchen wir das auch. Wenn sich OWL nicht von der Welt abkoppeln will, dann benötigen wir den Flughafen“, betonte der Präsident. Zudem zahlten die Unternehmen Gewerbesteuern.

Flughafen-Geschäftsführer freut sich über Unterstützung

Über die Luftverkehrssteuer nehme der Staat pro Jahr mehr als eine Milliarde Euro ein. „Wir glauben nicht, dass das in die Infrastrukturprojekte zurückfließt. Der Staat hat genug Einnahmen durch das Fliegen. Und da kann man den Flughafen nicht einfach schließen, nur weil ein paar Jahre keine Gewinne eingefahren werden“, sagte Meier-Scheuven, der darauf verwies, dass der ÖPNV stark defizitär sei und von der öffentlichen Hand bezuschusst werde.

Dr. Marc Cezanne, Geschäftsführer des Flughafens, freute sich über die Unterstützung von Seiten der Unternehmerschaft. Das deutliche sowie positive Signal sei wichtig für den Standort. Einige der genannten Ideen habe man bereits ins Visier genommen – wie zum Beispiel die Elektrofliegerei. „Wichtig ist aber auch, dass die Firmen jetzt ihre Bedarfe in den Unternehmen ermitteln und klar benennen, damit wir mit der konkreten Nachfrage auf Fluggesellschaften zugehen können“, betonte Dr. Cezanne mit Blick auf gewünschte Flugziele.

Unterstützer aus der Wirtschaft

Er plädierte dafür, den Airport in zwei Gesellschaften zu splitten: eine mit Zuständigkeit für die Infrastruktur, die andere mit Zuständigkeit für den Betrieb. Damit letzterer funktioniere, brauche es nur eine Währung: genügend Buchungen. Mit Blick auf die Belegschaft betonte er, dass der geplante Stellenabbau vielen Mitarbeitern schon frühzeitig mitgeteilt worden sei. Trotzdem bräuchten die Beschäftigten möglichst bald Gewissheit, mit wem es weitergehe und mit wem nicht.

Zu den Unterstützern aus der Wirtschaft gehören unter anderem IHK-Vizepräsidentin Gabriele Schäfers, Dr. Herbert Hanselmann, Dspace, Robert Heggemann von der Heggemann AG, Ralf Hämmerling, Geschäftsführer der Hämmerling Gruppe, Wilfried Jolmes, Inhaber der Jolmes Gebäudereinigung, und Christoph Plass, Vorstand der Unity AG.

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