Direktmandat an Johannes Menze (Grüne) – Paderborner Wahlausschuss zählt vier Bezirke nach
Nachprüfung: eine CDU-Stimme weniger

Paderborn (WB/mai). Antreten zum Nachzählen, hieß es am Dienstag im Wahlausschuss: Gleich vier Wahlbezirke mussten erneut ausgezählt werden, bevor der Ausschuss das vorläufige Endergebnis feststellen konnte. Da gab es zunächst die seltene Pattsituation zwischen Sabine Steiner (CDU) und Johannes Menze, die im Wahlbezirk 10 je 550 Stimmen auf sich vereinen konnten .

Dienstag, 15.09.2020, 20:56 Uhr aktualisiert: 16.09.2020, 11:32 Uhr
An zwei Tischen wurde nachgezählt. Unter den Augen von Wahlausschussmitglied André Springer (CDU) und Wahlleiter Carsten Venherm überprüfen Silke Lüthen, Mathias Kerkhoff und Orlando Falkenhan (von links) den Wahlbezirk 10. Foto: Maike Stahl
An zwei Tischen wurde nachgezählt. Unter den Augen von Wahlausschussmitglied André Springer (CDU) und Wahlleiter Carsten Venherm überprüfen Silke Lüthen, Mathias Kerkhoff und Orlando Falkenhan (von links) den Wahlbezirk 10. Foto: Maike Stahl

Dabei blieb es nach der erneuten Zählung allerdings nicht, so dass ein Losentscheid, auf den Wahlleiter Carsten Venherm sich vorbereitet hatte, gar nicht nötig wurde. Stattdessen stellten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die in zwei Teams gezählt hatten, fest, dass eine Stimme für Sabine Steiner ungültig war, da es unten auf dem Stimmzettel noch ein zweites Kreuz gab. Damit blieben für die CDU-Kandidatin nur noch 549 Stimmen gegenüber 550 für Johannes Menze, der in den Rat einzieht und angekündigt hatte, in diesem Fall auf sein Kreistagsmandat verzichten zu wollen.

Auch bei der Überprüfung der Wahlbezirke 11, 12 und 13, in denen CDU und Grüne jeweils nur wenige Stimmen trennten, gab es zwar kleine Abweichungen – im Ergebnis änderte das aber nichts. Die Direktmandate gehen, wie am Sonntag ermittelt, an Markus Bürger (CDU), Petra Tebbe* (Grüne) und Josefin Klippstein (Grüne). Auch an der Größe des Rates ändert sich gegenüber Sonntag nichts mehr. 60 Stadträte und -rätinnen werden dort vertreten sein: 24 Sitze gehen an die CDU, 14 an die Grünen, 7 an die SPD, je 3 an Linke, FDP und AfD, je zwei an FÜR und die PARTEI sowie je einer an FBI und Volt.

„Dass bei der Auszählung kleinere Ungenauigkeiten vorkommen können, ist normal“, erläuterte Carsten Venherm. Normalerweise werde nicht nachgezählt. Die Wahlvorstände würden die Stimmzettel in versiegelten Umschlägen der Stadt übergeben. „Diese darf ich als Wahlleiter nur öffnen, wenn ich eine Überprüfung wegen eines Gleichstandes oder sehr engen Ergebnisses für geboten halte“, erläuterte er. Dass der Linken im Wahlbezirk 13 am Ende zehn Stimmen zugeschlagen werden mussten, stimmte den alten und neuen Fraktionschef Reinhard Borgmeier allerdings doch nachdenklich. „Wir gehen davon aus, dass hier zwei Zehnerpacken übereinandergerutscht sind“, erklärte Venherm. Am Ergebnis ändere das allerdings nichts, da die Nachzählung direkt in den Votemanager eingegeben worden sei, der die neue unveränderte Sitzverteilung ermittelt habe.

* In einer vorherigen Fassung des Artikels hatten wir hier fälschlicherweise Holger Budde (CDU) genannt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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