Sammelband vereinigt zwölf Fachvorträge einer Tagung
Lorenz Jaeger als Wegbereiter der Ökumene

Paderborn (WB). Der zweite Paderborner Erzbischof Lorenz Jaeger (1892-1975, im Amt 1941-1973) ist derzeitig immer wieder Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen, wobei häufig auf die politischen Positionen des Kardinals (1965) abgestellt wird. Dass Jaeger aber auch ein Wegbereiter der Ökumene weltweit war, ist häufig nur Fachleuten bekannt, obwohl Jaegers entsprechende Bemühungen schon bald nach Amtsantritt während des Zweiten Weltkrieges einsetzten.

Freitag, 11.09.2020, 13:00 Uhr aktualisiert: 16.09.2020, 12:14 Uhr
Das Umschlagbild zeigt Jaeger 1957 mit Landesbischof Wilhelm Halfmann bei einer ökumenischen Tagung. Foto:
Das Umschlagbild zeigt Jaeger 1957 mit Landesbischof Wilhelm Halfmann bei einer ökumenischen Tagung.

Die Kommission für kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn, deren Leiterin die Herausgeberin Nicole Priesching ist, hat inzwischen einige Fachtagungen zum Wirken des Kardinals veranstaltet, wobei Einzelaspekte genauer untersucht werden sollen. Vorgesehen sind insgesamt fünf Fachtagungen, wobei sich die zweite Tagung im August 2019 mit dem Wirken des Ökumenikers Lorenz Jaeger beschäftigte. Maßgeblich dafür war die archivalische Neuerschließung seines Nachlasses, die vom Archiv des Erzbistums durchgeführt wurde. Bistumsarchivar Arnold Otto, Mitherausgeber des Buches, war dabei die treibende Kraft.

Insgesamt zwölf Fachvorträge wurden während der Tagung gehalten und haben Eingang in die Publikation gefunden. Hatte sich der erste Band mit dem Wirken des Theologen Lorenz Jaeger beschäftigt, so sollte während der Tagung 2019 dessen Verständnis und Wirken von Ökumene genauer untersucht werden.

Ökumenische Bemühungen Jaegers

Wesentlich für die Hintergründe der Thematik waren auch organisatorische Fragen im Bereich der Ökumene, die unmittelbar nach Kriegsende zur Gründung des „Jaeger-Stählin-Kreises“ führten, dessen Arbeit seit 1957 das „Johann-Adam-Möhler-Institut“ in Paderborn auf wissenschaftlicher Basis fortführt. So versteht es sich von selbst, dass unter den Teilnehmern der Tagungen auch evangelische Theologen beteiligt waren (und sind).

In dem Buch sind die Referate der zweiten Tagung vollständig abgedruckt, versehen mit einem wissenschaftliche Apparat sowie Quellen- und Literaturangaben. Dabei reicht die Spannweite von kirchenrechtlichen über historische zu dogmatischen Fragen, wobei natürlich die ökumenischen Aspekte das verbindende Band darstellen. Bahnbrechend sollte das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) werden, denn hier waren die ökumenischen Bemühungen Jaegers wesentlich, verfügte der Paderborner Oberhirte hier über den entscheidenden Erfahrungsschatz. In den beiden Kardinälen Johannes Willebrands und Augustin Bea SJ, aber auch in den beiden Paderborner Theologen Eduard Stakemeier und Josef Höfer sollte er bei diesen Bemühungen entscheidende Mitarbeiter und Wegbereiter finden. Augustin Bea SJ wurde dann der erste Leiter des vatikanischen Sekretariats für die Einheit der Christen.

  • Nicole Priesching/Arnold Otto (Hg.), Lorenz Jaeger als Ökumeniker – Eine Publikation der Kommission für kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn, Brill/Ferdinand Schöningh-Verlag Paderborn 2020, geb., 330 S.

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