Panzerbrigade „Lipperland“ trainiert im Simulationszentrum der britischen Streitkräfte
Virtuelle Panzergefechte in Paderborn

Paderborn (WB). Was von außen relativ unscheinbar wirkt und im Inneren an eine Industrie- und Produktionsanlage erinnert, entpuppt sich auf den zweiten Blick als großes militärisches Simulationszentrum, wo Panzerverbände durch virtuelle Landschaften ziehen. „Viele Menschen in der Region wissen gar nicht, dass hier so etwas existiert“, heißt es zur Begrüßung am gemeinsamen Medientag der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ und der britischen Streitkräfte.

Donnerstag, 17.09.2020, 04:33 Uhr aktualisiert: 17.09.2020, 08:40 Uhr
Vom Kontrollzentrum aus können Übungsleiter die Simulation über 50 Monitore beobachten und auswerten. Foto: Jörn Hannemann
Vom Kontrollzentrum aus können Übungsleiter die Simulation über 50 Monitore beobachten und auswerten. Foto: Jörn Hannemann

Seit Anfang September übt das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf in dem Simulationszentrum des britischen Heeres in der Normandy-Kaserne in Paderborn-Sennelager. Zwei Wochen lang trainieren knapp 70 deutsche Soldaten den Einsatz eines Panzerzuges im Rahmen der Gefechtsaufklärung.

Militärgefechte im Simulator: Augustdorfer Panzerbataillon trainiert in Sennelager

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Die britische Armee arbeitet seit 18 Jahren mit den so genannten CATT-Simulationszentren des US-amerikanischen Rüstungskonzerns Lockheed Martin. Eine steht im südenglischen Warminster, die andere in Sennelager am Truppenübungsplatz. Die Haupthallen der Anlage sind rund 14.000 Quadratmeter groß, was einer Fläche von zwei Fußballplätzen entspricht.

Beim Blick in die Halle fallen die vielen Metallboxen auf, in denen 126 verschiedene Simulationskabinen Platz finden. Bis zu 350 Soldaten können hier gleichzeitig üben und in einem von 126 unterschiedlichen Gefechtsfahrzeugen Platz nehmen. Die Kabinen haben die Größe und Ausstattung eines echten Panzer-Innenraums. Vom britischen Kampfpanzer Challenger-2 über das Aufklärungsfahrzeug Warrior bis hin Scharfschützen wirkt alles möglichst realitätsnah.

Übung im Simulator als Ergänzung

Eine der Soldatinnen ist Fahnenjunker Coleen Cabalo. Auch im Nachbau ist der Gefechtsturm des Challenger-2-Panzer super eng, wo die Offiziersanwärterin den mächtigen Panzer gekonnt über die digitale Landschaft, die der Stadt Dorchester in Südengland nachempfunden ist, lenkt. Ob Tag oder Nacht, Regen oder Sonnenschein oder die Zahl der Feinde – alles lässt sich darstellen. Das Gelände, durch das sich der Gefechtszug bewegen kann, ist mit den Ausmaßen von 100 mal 150 Kilometern riesig und lässt erahnen, welche Rechenleistung in der Anlage steckt. „Eine Übung im Simulator kann kein Manöver im Feld ersetzen, aber sie ergänzen“, betont Pressesprecher der britischen Streitkräfte Mike Whitehurst. Eine Woche Übung im Feld mit echter Munition koste etwa so viel wie die Kosten für den Betrieb des Simulationscenters für ein Jahr. „Es ersetzt auch den Truppenübungsplatz in der Senne nicht. Es ist eine Ergänzung.“ Einsparungen sind auch ein Grund für die Bundeswehr, dass sie das Angebot der britischen Streitkräfte in Anspruch genommen hat und dafür auch zahlt.

Auch wenn sich die Steuerung ein Challenger-2-Panzers vom deutschen Leopard 2 klar unterscheidet und nicht jeder Schuss gleich ein Treffer ist, sind für die Bundeswehr die Panzer-Mannöver im Simulator wichtig. Eine eigene, vergleichbare Anlage steht in Deutschland nicht zur Verfügung. Außerdem spare man auch hier immens an Kosten für Bahntransporte der Soldaten. Auch die Stärkung der binationalen Verbindung zum Bündnispartner sei sehr wichtig im Hinblick auf mögliche NATO-Einsätze.

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