„Parking Day“: Greenpeace und Pro Grün werben in Paderborn für Verkehrswende
Mensch statt Maschine auf dem Abdinghof

Paderborn (WB). Ein langes Gesicht machte so mancher Autofahrer, der am Samstag am Abdinghof parken wollte. Denn der zentral gelegene Parkplatz war komplett besetzt – das aber nicht von anderen Fahrzeugen, sondern von Greenpeace Paderborn. Die Umweltaktivisten setzten beim jährlichen „Parking Day“ ein Zeichen für die Verkehrswende und die alternative Nutzung öffentlicher Flächen. Dafür hatten sie es sich mit Campingstuhl und Topfpflanze gemütlich gemacht.

Montag, 21.09.2020, 10:13 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 10:24 Uhr
Dieter Dubisch (links) von der Initiative Pro Grün und Mark Lindert von Greenpeace Paderborn fordern mehr Radwege in Paderborn. Darauf machten sie am Samstag beim „Parking Day“ am Abdinghof aufmerksam. Foto: Jan Haselhorst
Dieter Dubisch (links) von der Initiative Pro Grün und Mark Lindert von Greenpeace Paderborn fordern mehr Radwege in Paderborn. Darauf machten sie am Samstag beim „Parking Day“ am Abdinghof aufmerksam. Foto: Jan Haselhorst

„Wir wollen mit der Aktion zeigen, wie eine Stadt auch aussehen könnte“, sagt Organisator Mark Lindert von Greenpeace Paderborn. Er spricht sich dafür aus, die öffentlichen Flächen in Paderborn verstärkt für Menschen, statt für Maschinen zu nutzen. Dass der erste Paderborner „Parking Day“ ausgerechnet am Abdinghof stattfand, war kein Zufall. „Der Parkplatz ist innenstadtnah, häufig voll besetzt und durch die große Fluktuation ein unruhiger Ort“, erklärt Lindert. Grundsätzlich sei Paderborn eine grüne Stadt mit vielen Parks und Wiesen, doch müsse man darauf achten, dass der Bevölkerung durch den zunehmenden Autoverkehr nicht zu viel Fläche genommen werde, macht der Organisator deutlich. Das kurzfristige Ziel der internationalen Aktion, die im Jahr 2005 ins Leben gerufen wurde, sei, ein Ort für Gemeinschaft und Austausch zu schaffen. Langfristig gehe es Mark Lindert und Greenpeace Paderborn um die Verkehrswende. „Dafür wollen wir uns einsetzen und darauf aufmerksam machen“, sagt der Paderborner.

„Als Radfahrer hat man es nicht leicht”

Das Hauptaugenmerk liege auf dem heimischen Radverkehr – denn dort sieht Lindert die größten Probleme in der Universitätsstadt. „Der Busverkehr ist in Ordnung, da kann man für eine kleine Großstadt nicht meckern. Als Fahrradfahrer hat man es in Paderborn allerdings nicht leicht“, kritisiert Lindert. Generell fehle es an gut ausgebauten Radwegen, besonders die Situation auf der Neuhäuser und Detmolder Straße sei bedenklich. „Wer dort Rad fährt, muss sich die vierspurige Straße mit massenhaft Verkehr teilen. Das ist nicht ungefährlich“, sagt der Greenpeace-Sprecher. Er fordert eine ausreichend breite Fahrradspur, damit sich Kfz und Zweirad nicht zu nahe kommen. Die Mindestbreite beträgt laut der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung 1,50 Meter, besser seien 1,85 Meter.

Ebenso ausbaufähig wie die Radwege sei laut Dieter Dubisch, Vorstand der Initiative Pro Grün, die Zusammenarbeit mit der Stadt Paderborn. „Das Thema Radverkehr wird nicht ernst genug genommen. Vorschläge, Anträge oder Ideen von unserer Seite wurden teilweise ignoriert“, ist Dubisch enttäuscht.

Hoffnung setzen er und Greenpeace-Sprecher Mark Lindert auf den neu gebildeten Rat, denn die Paderborner Grünen ziehen als zweitstärkste Kraft (24,1 Prozent) ins Rathaus ein. „Die Kommunalwahl hat gezeigt, dass es hier viele Menschen gibt, die Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Verkehrswende für wichtig erachten“, sagt Dubisch. Die Hoffnung, dass sich im hiesigen Radverkehr nun etwas ändert, sei dank 14 grüner Sitze so groß wie schon lange nicht mehr.

Umweltaktivisten haben am Samstag Parkplätze am Abdinghof blockiert. Zum Protest gab es auch noch Musik dazu.

Umweltaktivisten haben am Samstag Parkplätze am Abdinghof blockiert. Zum Protest gab es auch noch Musik dazu. Foto: Jan Haselhorst

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