Kreis Paderborn plant 23-Millionen-Euro-Investition mit Hilfe von Fördergeldern
Museum soll erweitert werden

Paderborn/Wewelsburg (WB). Für 23 Millionen Euro soll das Kreismuseum in Wewelsburg erweitert und neu gestaltet werden. Unter anderem ist ein dritter, etwa 1000 Quadratmeter großer Ausstellungsbereich in unterir­dischen Räumen mit einem Panoramafenster und Blick ins Almetal und Paderborner Land geplant. Um die Parkplatzsituation zu verbessern, ist darüber hinaus ein neues Stellplatzkonzept vorgesehen. Das Bielefelder Planungsbüro Drees & Huesmann hat dazu am Montagabend im Kreistag auf Antrag der CDU-Fraktion eine Machbarkeitsstudie vorgestellt.

Mittwoch, 23.09.2020, 09:31 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 06:57 Uhr
Diese Illustration zeigt den geplanten unterirdisch angelegten neuen Museumsbereich. Dort soll eine Ausstellung zum 19. und 20. Jahrhundert im Paderborner Land gezeigt werden. Die eigentliche Wewelsburg ist links zu erkennen, das neue Restaurant rechts, im Hintergrund bietet die Pfarrkirche Sankt Jodokus Orientierung. Foto: Drees & Huesmann Stadtplaner
Diese Illustration zeigt den geplanten unterirdisch angelegten neuen Museumsbereich. Dort soll eine Ausstellung zum 19. und 20. Jahrhundert im Paderborner Land gezeigt werden. Die eigentliche Wewelsburg ist links zu erkennen, das neue Restaurant rechts, im Hintergrund bietet die Pfarrkirche Sankt Jodokus Orientierung. Foto: Drees & Huesmann Stadtplaner

Die Pläne sehen ein zentrales Eingangsgebäude für alle Museumsbereiche vor. So soll die Orientierung für die jährlich knapp 100.000 Besucher ver­bessert werden. „Vom Eingang soll man künftig alle drei Bereiche des Museums begehen können“, erklärt Kirstin John-Stucke, Leiterin des Kreismuseums Wewelsburg, im Gespräch mit dieser Zeitung. Wie diese Vorgabe für den Zugang zum Museumsbereich in der Burg möglich gemacht werden könne, sei noch nicht final geklärt, sagt John-Stucke.

In den neuen unterirdischen Räumen im jetzigem Gartenbereich soll die Geschichte des Paderborner Landes im 19. und 20. Jahrhundert dargestellt werden. Ein solcher Bereich sei seit Jahren ein großer Wunsch des Museums, sagt John-Stucke. In der Burg, in der auch die Jugendherberge untergebracht ist, soll weiterhin die Ausstellung des Hochstifts von den Anfängen in der Steinzeit bis zur Auflösung Anfang des 19. Jahrhunderts gezeigt werden. Die Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933-1945 soll auch in Zukunft im ehemaligen SS-Wachgebäude am Burgvorplatz untergebracht sein. Dorthin soll man künftig vom Eingang durch einen Tunnel gelangen. Die Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS” informiert über die Geschichte der Schutzstaffel in Wewelsburg und des Konzentrationslagers, eingebettet in eine Gesamtdarstellung der SS.

Der unterirdische Museumsbereich soll über ein Panoramafenster verfügen, das einen Blick ins ­Almetal und ins Paderborner Land schaffen soll.

Der unterirdische Museumsbereich soll über ein Panoramafenster verfügen, das einen Blick ins ­Almetal und ins Paderborner Land schaffen soll. Foto: Drees & Huesmann Stadtplaner

Auch ein neues Restaurant mit Außengastronomie soll entstehen, was es in den 1960er Jahren schon einmal gab, wie John-Stucke erläutert. Das Café im Wachgebäude soll im Gegenzug geschlossen werden. Dort sind künftig museumspädagogische Räume unter anderem für den Besuch von Schulklassen vorgesehen. Wann mit den umfangreichen Baumaßnahmen begonnen werden kann, sei noch unklar. Zunächst sollen nun Fördergelder beim Land NRW, bei der Gedenkstättenförderung des Bundes sowie beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) beantragt werden.

Bereits beschlossen ist, dass die Kreisfahrbücherei, die Geschäftsstelle der Kreismusikschule und das Kreiskulturamt in Wewelsburg eine neue Heimat finden werden. Derzeit sind sie noch in Büren untergebracht. Dafür sind die Beschlüsse bereits gefasst und auch Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt worden. Kreismusikschule und das Kreiskulturamt ziehen in die ehemalige Häftlingsküche des Konzentrationslagers Niederhagen ein, die etwa 400 Meter von der Burg entfernt ist und für die Maßnahme umgebaut wird. In die angrenzende Fahrzeughalle zieht die Kreis-Fahrbücherei mit dem Bücherbus ein. Bis zum Umzug ins neue Gerätehaus wird das Areal noch von der Freiwilligen Feuerwehr genutzt. Wie John-Stucke erklärt, wird die ehemalige Häftlingsbaracke derzeit zu einem Gedenkort umgebaut.

Die geschätzten Kosten für den Umbau der ehemaligen Häftlingsküche betragen 708.000 Euro und für den Umbau der Fahrzeughalle etwa eine Million Euro. Baubeginn soll 2021 sein. Es wird mit einer Bauzeit von gut einem Jahr gerechnet.

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