Nach Warnung vor Computer-Trojaner: 82-Jähriger aus Paderborn soll 400 Euro zahlen
Volksbank bewahrt Rentner vor Betrug

Paderborn (WB). Ein 82-jähriger Paderborner ist mutmaßlichen Internetbetrügern auf den Leim gegangen. Die Masche: Für eine angebliche Sicherheitssoftware sollte er 400 Euro überweisen. Zum Glück stoppte seine Bank die Transaktion.

Samstag, 26.09.2020, 11:32 Uhr aktualisiert: 28.09.2020, 11:52 Uhr
Die Tastatur eines Laptops (Symbolbild). Foto:
Die Tastatur eines Laptops (Symbolbild).

Mit seinen 82 Jahren ist der Paderborner dem Internet sehr zugetan. „Täglich kontrolliere ich die Börsenkurse“, berichtete er jetzt dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT. Bei seiner Recherche habe sich in der vergangenen Woche plötzlich auf dem Bildschirm seines Rechners ein Textfenster geöffnet. „Ich flog aus dem Börsenprogramm und erhielt eine Nachricht, dass auf meinem PC ein Trojaner festgestellt worden sei und ich mich sofort unter einer Rufnummer melden sollte. Ansonsten wären meine Daten nicht mehr zu retten.“

Empfänger des Geldes ein „fauler Kunde“

Weil sein PC nicht mehr wie gewohnt reagierte, wählte der Rentner die angebliche Service-Nummer. Nach einigem Hin und Her, mehreren Telefonaten und insgesamt anderthalb Stunden Wartezeit habe der Computer dann wieder problemlos funktioniert. Allerdings tauchte dann bei dem Paderborner ein Hinweis auf, dass er eine Sicherheitssoftware mit Wartungsvertrag kaufen solle. Kostenpunkt: 400 Euro.

Der 82-Jährige überwies per Onlinebanking das Geld. Doch kurze Zeit später bekam er einen Anruf von seiner Bank. „Offenbar hatte das Rechenzentrum erkannt, dass es sich bei dem Empfänger des Geldes um einen ‚faulen Kunden‘ handelt“, schilderte der 82-Jährige die Ereignisse. Auf Anregung des Bankmitarbeiters ließ er die Überweisung wieder zurückbuchen. Für das sofortige Handeln der Bank ist der Rentner dem Mitarbeiter des Geldinstitutes äußerst dankbar.

Vier ähnliche Fälle 2020

Für die Vereinigte Volksbank OWL ist dieser Fall keine Premiere. „In diesem Jahr haben wir bis jetzt vier derartige Fälle registriert. Einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Kunden leistet hier unser Betrugspräventionssystem, das sowohl wir als auch unsere Zentralbank, die DZ BANK, vorhalten. Dieses System prüft bei allen ausgehenden Auslandszahlungen, ob ein Empfängerkonto im Rahmen von Betrugsfällen auffällig war. Sofern dies zutrifft, erhalten wir eine Warnmeldung. Auf dieser Basis informieren wir unsere Kunden und bieten an, über die gewünschte Zahlung zu sprechen und im Ernstfall den Zahlungsauftrag noch am gleichen Tag zu stornieren“, teilte Sylvia Hackel als Leiterin der Unternehmenskommunikation auf Anfrage mit. Gilt also in diesem Fall: Ende gut, alles gut.

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