Paderborner Taschengeldbörse erhält den mit 5000 Euro dotierten Bünting-Preis
Ein großer Obolus für Obolus

Paderborn (WB). Für ältere Menschen einkaufen gehen, Rasen mähen oder den Hund ausführen: Die Paderborner Taschengeldbörse „Obolus“ hat in den vergangenen zehn Jahren vielen Menschen geholfen. Dafür hat das Vorzeigeprojekt unter dem Dach der Paderborner Bürgerstiftung jetzt den Förderpreis der Johann-Bünting-Stiftung erhalten – und der bedeutet für den Verein nicht nur einen „Obolus“, sondern einen dicken Batzen Geld. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

Dienstag, 29.09.2020, 01:29 Uhr aktualisiert: 29.09.2020, 02:00 Uhr
Die Paderborner Taschengeldbörse Obolus erhält den Johann-Bünting-Förderpreis (von links): Elmar Kloke, Ingrid Eikel Beate Rusch, Bürgermeister Michael Dreier, Sabine Geveshausen, Brunhilde Oschatz, Peter Detmers und Petra Lockmann. Foto: Jörn Hannemann
Die Paderborner Taschengeldbörse Obolus erhält den Johann-Bünting-Förderpreis (von links): Elmar Kloke, Ingrid Eikel Beate Rusch, Bürgermeister Michael Dreier, Sabine Geveshausen, Brunhilde Oschatz, Peter Detmers und Petra Lockmann. Foto: Jörn Hannemann

Die Kartei der Paderborner Taschengeldbörse umfasst mittlerweile knapp 100 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, die älteren Menschen oder auch Familien bei der täglichen Arbeit helfen. Das können Botengänge sein oder Hilfe bei der Hausarbeit. „Manchmal melden sich aber auch Menschen bei uns, die alleine sind und beispielsweise mal gerne wieder Schach spielen wollen“, erzählt „Obolus“-Gründerin Petra Lockmann, die den Preis am Montag zusammen mit ihren Mitstreiterinnen Brunhilde Oschatz und Beate Rusch den Preis entgegen nahm. Für ihr Engagement bekommen die Jugendlichen eine Aufwandsentschädigung in Höhe von fünf Euro pro Stunde. Ziel des Projektes ist es, „Brücken zu bauen“ und Alt und Jung wieder ins Gespräch zu bringen.

Unter 50 Vorschlägen ausgewählt

Knapp 900 Vermittlungen von Jugendlichen an Auftraggeber sind der Initiative seit der Gründung vor zehn Jahren geglückt. Für Peter Detmers, Vorsitzender der Johann-Bünting-Stiftung, ist das Paderborner Projekt „außergewöhnlich“, „nachhaltig“ und in dieser Form „einzigartig“. Nachdem das Projekt von der Paderbornerin Ingrid Eikel für den Förderpreis der Bünting-Stiftung vorgeschlagen worden war, sei es unter 50 eingereichten Vorschlägen in diesem Jahr ausgewählt worden. „Obolus bringt Generationen zusammen, und das ist sehr lobenswert“, betont Detmers, der mit Kuratorin Sabine Geveshausen den Preis übergab.

Für Elmar Kloke von der Paderborner Bürgerstiftung ist Obolus ein Projekt mit großer Strahlkraft und ein „Multiplikator für gemeinsames Miteinander“. Für Bürgermeister Michael Dreier sei eine Teilnahme an dem „Leuchtturmprojekt“ wegen des sozialen Engagements gut für jede Bewerbung. Ganz bewusst sei das Projekt auch im Historischen Rathaus im Büro für Bürgerengagement beheimatet.

Die Auswirkungen Corona-Pandemie

Wegen der Corona-Pandemie musste die Initiative seit März eine Pause einlegen. Mit einem abgesprochenen Hygienekonzept gehe es mittlerweile aber wieder weiter, sagt Petra Lockmann. Allerdings konnte das Büro noch nicht wieder eröffnet und damit auch Neuaufträge vermittelt werden. Zumal der Verein Wert darauf legt, dass sich Teilnehmer vor ihrem ersten Auftrag persönlich vorstellen. Ab November sei das aber wieder jeden Donnerstag in der Zeit von 14 bis 17 Uhr möglich, teilen die Organisatoren mit.

Die Johann-Bünting-Stiftung ist nach dem gleichnamigen Firmengründer benannt. Das Familienunternehmen, das für die Tee-Sorten berühmt ist, zählt zu den größten Lebensmittelversorgern. 2013 kaufte es die Mini-Preis- und Jibi-Märkte in der Region auf, die jetzt unter dem Namen Combi firmieren.

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