Pitti Hecht steckt das Publikum im Paderborner HNF mit seinem Rhythmus an
Fast alles ist zum Trommeln da

Paderborn (WB). Was dürfen Konzertbesucher eigentlich noch? Mitsingen? Nein. Laut jubeln? Nein. Aber sie dürfen im Rhythmus klatschen, mit den Füßen auf dem Boden stampfen, mit den Fingern schnippen und mit den Händen auf den Knien trommeln. Viel Gelegenheit dazu hatten die etwa 100 Besucher des mitreißenden Konzerts von Pitti Hecht, das am Donnerstagabend die Reihe der Auftritte beim Festival „Drums’n’Percussion“ in Paderborn einleitete.

Freitag, 16.10.2020, 17:10 Uhr
Auch große Wasserflaschen aus Plastik nutzt Pitti Hecht als Musikinstrumente. Mit ihnen sorgte er im Paderborner Computermuseum für ein Gefühl von Sommer. Foto: Dietmar Kemper
Auch große Wasserflaschen aus Plastik nutzt Pitti Hecht als Musikinstrumente. Mit ihnen sorgte er im Paderborner Computermuseum für ein Gefühl von Sommer. Foto: Dietmar Kemper

Der 55-jährige Percussionist aus Hannover, der seit 1992 regelmäßig mit der Rockband Scorpions zusammenarbeitet, trommelt auf nahezu alles, was ihm unter die Finger kommt. Als Percussionist werde man automatisch zum Jäger und Sammler, man jage neuen Sounds nach und greife zu jedem „Klangerzeuger“, sagt er.

Stein wird zum Musikinstrument

Nach Paderborn hatte Hecht beispielsweise eine Aqua Drum, einen Stein mit Loch aus Dänemark, eine große Wasserflasche, Eier, eine Kalimbra, eine Kuhglocke und natürlich Bongos und Congas mitgebracht. Was er seinen Instrumenten entlockte, ließ nur Eisblöcke kalt. Das Rhythmusgefühl sprang schnell aufs Publikum über, Pitti Hechts Fingerfertigkeit, Präzision und Ausdauer sowie die Vielfalt der Stile verblüfften die Zuhörer.

Jeweils eine Stunde lang verwöhnten seine Finger in einem Doppelkonzert die Instrumente. Die Finger sausten auf sie nieder, streichelten sie, rieben an ihnen. Und gleichzeitig machte der Meister auf Understatement: „Da muss man nicht drauf üben, nur aufpassen, dass man sich nicht wehtut.“

Seit 30 Jahren absolviert der Ostseefan („Mein Name ist Hecht, ich esse gern Fisch“) bis zu 250 Auftritte im Jahr. Bis das Coronavirus kam. Von den für dieses Jahr geplanten fielen 150 weg, erzählte er. Der Percussionist rechnet mit herben Einkommensverlusten von bis zu 75 Prozent.

Umso erleichterter ist er, dass das viertägige „Drums’n’Percussion“ in Paderborn stattfindet: „Die Veranstaltung ist ein echter Kompromiss: Es sind zwar weniger Musiker, Dozenten und Besucher da, aber es geht weiter.“ Das einzig Negative sei der Coronatest, scherzte er vor seinem Auftritt im Auditorium, aber der Test fiel bei ihm zum Glück nicht positiv aus.

Duett mit dem Festivalorganisator

Im Sommerfreizeithemd und mit gelben Clogs an den Füßen spielte Hecht auch ein Duett mit dem Festivalorganisator und Schlagzeuger Uli Frost. Und das aus gutem Grund: „Ich bin Percussionist geworden, weil ich dann mit Freunden, die Schlagzeug spielen, gemeinsam auf der Bühne stehen kann.“ Und dort verschmelze man zu einer Einheit.

Kommentare

Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.
Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7635506?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
Arminia: Mittwoch erster Corona-Test seit dem Bayern-Spiel
Bayern-Profi Serge Gnabry beim Spiel am Samstag in Bielefeld Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker