Neues Paderborner Netzwerk will Zahl der Insolvenzen so gering wie möglich halten
Unterstützung für Unternehmen in der Krise

Paderborn (WB). Die Auswirkungen der Corona-Krise treffen nach wie vor viele Unternehmen sowie Selbstständige, einige stehen vor dem Aus. „Wir erwarten im Frühjahr einen deutlichen Anstieg der Insolvenzen“, sagt Heike Süß von der Paderborner Wirtschaftsförderung (WFG). Ein Grund dafür sei, dass momentan etliche Unternehmen den Geschäftsbetrieb mitunter nur durch die öffentlichen Liquiditätshilfen aufrecht erhalten könnten, so Süß.

Montag, 26.10.2020, 13:39 Uhr aktualisiert: 26.10.2020, 13:54 Uhr
Unterstützen Unternehmen (von links): Jennifer Engelmann (Caritas), Sandra Bitter (Bitter-Ehrhardt Rechtsanwälte), Daniela Tuschen (PadAlZ), Heike Süß (WFG), Daniel Beermann (IHK), Klaus Mickenbecker und Annika Seupt (Jobcenter), Vanessa Kamphemann und Stefanie Michalsky (Diakonie), Jessica Krüger (WFG) auf dem Bild fehlen Lisa Büngeler und Nicolas Westermeier (HwK). Foto:
Unterstützen Unternehmen (von links): Jennifer Engelmann (Caritas), Sandra Bitter (Bitter-Ehrhardt Rechtsanwälte), Daniela Tuschen (PadAlZ), Heike Süß (WFG), Daniel Beermann (IHK), Klaus Mickenbecker und Annika Seupt (Jobcenter), Vanessa Kamphemann und Stefanie Michalsky (Diakonie), Jessica Krüger (WFG) auf dem Bild fehlen Lisa Büngeler und Nicolas Westermeier (HwK).

Um insbesondere kleine Unternehmen und Solo-Selbstständige zu unterstützen, haben sich auf Einladung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Paderborn jetzt Vertreterinnen und Vertreter der Schuldnerberatungen der Caritas, Diakonie und PadAlZ, der Handwerkskammer, der IHK-Zweigstelle Paderborn+Höxter und des Jobcenters im Technologiepark getroffen, um eine gemeinsame Beratungs- und Informationsstrategie zu entwickeln.

Unterstützt wurden sie dabei von Sandra Bitter, Fachanwältin für Insolvenzrecht, die deutlich macht, dass „ein Insolvenzverfahren nicht zwangsläufig den ‚Tod des Kaufmanns‘ bedeutet.“ Das Scheitern könne als Chance gesehen werden. „Wer sich frühzeitig informiert und Beratungsangebote wahrnimmt, kann die Insolvenz als Möglichkeit für einen sauberen Neustart in Betracht ziehen“, so die Fachanwältin.

Informationen transparent zur Verfügung stellen

Da viele Selbstständige nicht von den Schuldnerberatungen für Verbraucherinsolvenz beraten werden können und eine anwaltliche Unterstützung oft zu kostenintensiv ist, soll gemeinsam ein Beratungsinstrument dazwischen geschaffen werden. „Ein wichtiger Bedarf ist es, zunächst zu wissen, welche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner es in Krisenzeiten gibt“, erklärt Heike Süß. Hier wolle man gemeinsam als Netzwerk agieren und Angebote besser sichtbar machen und Informationen transparent zur Verfügung stellen. Geplant sind dazu beispielsweise eine gemeinsame Website, die in den nächsten Wochen und Monaten aufgebaut werden soll. Darüber hinaus sollen im ersten Schritt Unterstützungssuchende untereinander an die richtigen Ansprechpartner weitergeleitet werden.

„Bei der frühzeitigen Beratung könnte der ein oder andere noch von einer Insolvenz weggezogen werden“, sagt Stefanie Michalsky von der Diakonie Paderborn-Höxter. Leider hätten viele Selbstständige Hemmnisse, sich in einer Krise Unterstützung zu holen. Deswegen müsse noch stärker aufgezeigt werden, welche Beratungseinrichtungen in welchem Umfang sinnvoll unterstützen können, sagen Lisa Büngeler von der Handwerkskammer OWL und Daniel Beermann von der IHK. Ebendies möchte das neue Netzwerk für Unternehmen in Schwierigkeiten aufbauen und alle Infos für Betroffene in der Region transparent zusammenstellen. „Wir beurteilen dabei nicht, ob ein Gewerbe weitergeführt werden sollte oder nicht. Doch wenn klar ist, dass es nicht mehr weitergeführt wird, zeigen wir Unterstützungsmöglichkeiten auf“, fasst Jennifer Engelmann von der Caritas Paderborn zusammen

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