Bürgermeister Dreier: „Wir haben leider keine andere Wahl“ – für Dezember sollen mögliche Alternativen geprüft werden
Stadt Paderborn sagt Weihnachtsmärkte ab

Paderborn (WB). Der Paderborner Weihnachtsmarkt wird in der bekannten Form nicht stattfinden. Auch den Weihnachtszauber im Neuhäuser Schlosspark (4. bis 6. Dezember) wird es nicht geben. Das gab am Donnerstag die Stadt Paderborn bekannt.

Donnerstag, 29.10.2020, 16:23 Uhr aktualisiert: 30.10.2020, 09:36 Uhr
Der Weihnachtsmarkt in Paderborn. Foto: Jörn Hannemann/Archiv
Der Weihnachtsmarkt in Paderborn. Foto: Jörn Hannemann/Archiv

„Angesichts des aktuellen Corona-Infektionsgeschehens und der vorgesehenen einschneidenden Maßnahmen haben wir leider keine andere Wahl“, wird Bürgermeister Michael Dreier in einer Mitteilung zitiert. In Abstimmung mit der Vorsitzenden des Marktausschusses, Ulrike Heinemann, und ihrem Stellvertreter Dieter Honervogt sowie dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Schlosspark- und Lippeseegesellschaft, Markus Mertens, habe Dreier diese Entscheidung getroffen.

Alternative im Dezember sollen geprüft werden

„Diese Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen”, führt Dreier weiter aus, aber sie sei alternativlos. Die Stadt werde nach eigenen Angaben prüfen, inwieweit im Dezember der Coronaschutzverordnung entsprechende Alternativen möglich seien, um die Beschicker durch alternative Standplätze in der Fußgängerzone zu unterstützen.

Michael Dreier informierte Hans-Otto Bröckling, Vorsitzender des Paderborner Schaustellervereins, persönlich über die Absage des Weihnachtsmarktes. Dieser habe die Entscheidung mit großem Verständnis im Hinblick auf die Gesundheit aller entgegengenommen, so die Stadt.

Das sagt der Vorsitzende des Paderborner Schaustellervereins

Hans-Otto Bröckling, Vorsitzender des Paderborner Schaustellervereins, sagte dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT am Donnerstag: „Das ist ärgerlich und traurig zugleich. Wir hatten bis zuletzt gehofft. Aber die Situation lässt nichts anderes zu. Die Zahlen gehen ja durch die Decke.“ Bröckling lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt. Gemeinsam sei ein gutes Hygienekonzept für den Weihnachtsmarkt erarbeitet worden. „Das Schlimme ist, dass wir seit dem 30. Dezember 2019 kein richtiges Geld mehr verdient haben.“ Tivoli-Wunderland und die von der Werbegemeinschaft initiierte Herbstmeile hätten zwar emotional gut getan, könnten aber nicht die Ausfälle kompensieren. Bröckling: „Für uns Schausteller wird es jetzt eng. Das treibt mir die Sorgenfalten ins Gesicht. Unsere Kosten laufen ja weiter. Jetzt muss schnell finanzielle Hilfe vom Bund kommen“, forderte Bröckling. Er habe aber Hoffnung auf 2021. „Ich hoffe, dass wir das Jubiläum 500 Jahre Libori angemessen feiern können.“ WB/mba

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Der Marktausschuss hatte im August 93 Stände für den Paderborner Weihnachtsmarkt zugelassen, allerdings immer betont, dass die Planung der aktuellen Coronaschutzverordnung angepasst werden müsse. „Das Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing als Organisator des Weihnachtsmarktes hatte ein ausgefeiltes und detailliertes Hygienekonzept vorgelegt, das eine sichere Durchführung des diesjährigen Weihnachtsmarktes möglich machen sollte.“

„Es ist eine Entscheidung für die Gesundheit aller und nicht gegen den Weihnachtsmarkt“

Paderborns Bürgermeister Michael Dreier

Eine Entscheidung für die Gesundheit aller und nicht gegen den Weihnachtsmarkt

Entzerrte Angebotsflächen und abgetrennte Gastronomiebereiche waren nur einige der vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen. „Wir wollten den Schaustellern und Kunsthandwerkern in diesem für sie so überaus schwierigen Jahr gerne die Möglichkeit geben, ihre Einkommenssituation durch den Weihnachtsmarkt zu verbessern”, sagte Bürgermeister Dreier, der großes Verständnis für die existenziellen Sorgen der gesamten Branche habe. Deshalb habe man unter anderem mit neuen Hütten auf dem Marktplatz noch mehr für das Ambiente des Weihnachtsmarktes tun wollen. Doch letztlich sei es eine Entscheidung für die Gesundheit aller und nicht gegen den Weihnachtsmarkt.

„So richtig und notwendig diese Absage jetzt ist, so sehe ich mit großer Sorge natürlich die Zukunft des Schaustellergewerbes, das in diesem Jahr kaum Einnahmen erzielen konnte. Mit dem temporären Freizeitpark Tivoli-Wunderland und der von der Werbegemeinschaft initiierten Herbstmeile habe die Stadt deshalb Projekte mit großem Engagement unterstützt”, so Dreier weiter.

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