Büttenreden und Tänze aus sieben Jahren „Närrische Paderstadt“ sollen im Internet den Corona-Frust verringern
Heimatbühne zeigt Karnevalshöhepunkte

Paderborn -

Peter Schonlau hofft, dass die Heimatbühne im November 2021 in altbewährter Form einen neuen Elferrat vorstellen kann. Bis dahin geht der zweite Vorsitzende von einer karnevalistischen Durststrecke aus. Damit die aber nicht zu frustrierend wird, hat sich die Heimatbühne etwas überlegt.

Samstag, 14.11.2020, 08:39 Uhr aktualisiert: 15.11.2020, 21:14 Uhr
Karneval gibt‘s diesmal wegen der Corona-Pandemie hauptsächlich digital: André Weihrauch filmt den zweiten Vorsitzenden der Heimatbühne Paderborn, Peter Schonlau.
Karneval gibt‘s diesmal wegen der Corona-Pandemie hauptsächlich digital: André Weihrauch filmt den zweiten Vorsitzenden der Heimatbühne Paderborn, Peter Schonlau. Foto: Oliver Schwabe

Von diesem Samstag an zeigt der Verein auf seiner Facebook- und Instagramseite sowie auf der Homepage (www.heimatbuehne-paderborn.de) Ausschnitte aus sieben Jahren „Närrische Paderstadt“. Die bis zu fünf Stunden langen Vorstellungen in der Paderhalle liefern Material für Wochen und Monate, sagen Peter Schonlau und der Geschäftsführer von AFV Medien, André Weihrauch. Der Ressortleiter Medien im Vorstand der Heimatbühne erläutert, pro Woche würden bis zu zwei Beiträge gezeigt, samt Angaben zu den Akteuren und dem Jahr des Auftritts.

Die Zuschauer dürfen sich also auf Büttenreden, Sketche, Auftritte der Show- und Tanzgarde und Reden der Träger des Ordens ohne Namen für einen guten Namen freuen. Ein Video, das die Aktion ankündigte, stellte der Verein stilecht am 11. 11. um 11.11 Uhr online. Darüber hinaus planen Weihrauch und Schonlau eine Online-Gala, die vermutlich am Samstag vor Rosenmontag gezeigt und im Studio der Veranstaltungstechnik-Spezialisten Lean-Pro in Elsen aufgezeichnet wird. Sie soll kleinere karnevalistische Beiträge und Schaltungen zu Elferräten beinhalten, aber was konkret möglich ist, hängt von der aktuellen Corona-Situation ab.

Aber warum macht sich die Heimatbühne Paderborn überhaupt so viel Mühe? „Wir verlieren sonst den Kontakt zu den Mitgliedern“, antwortet Peter Schonlau: „Natürlich schreibt man sich in verschiedenen Facebook-Gruppen, aber das ist nicht dasselbe. Wir haben schon das Sommerfest und den Karnevalsauftakt verpasst, und andere Vereine berichten bereits davon, dass Mitglieder gekündigt haben.“ Auch die gut 400 Mitglieder der Heimatbühne leiden unter den Einschränkungen, die das Virus für die Karnevalsvereine mit sich bringt. Eigentlich wollten sie am 14. November im Hotel Arosa die Session offiziell eröffnen. Ein Hygienekonzept war erarbeitet, das „Elferräte an Zehnertischen“ vorsah, wie André Weihrauch schmunzelnd erläutert. Die Jecken hätten an den Tischen sitzenbleiben müssen, was eine gute Stimmung nicht gerade gefördert hätte. Aber als dann für den November in Deutschland ein Teil-Lockdown verkündet wurde, hatte sich das Ganze ohnehin erledigt.

Der 11. November mit Fernsehbildern von leeren Plätzen in Köln war „trostlos“, gesteht Peter Schonlau. „Die Termine für den Saalkarneval in der Paderhalle haben wir noch nicht abgesagt, um uns die Option offenzuhalten“, berichtet der zweite Vorsitzende. Mit der Paderhalle befinde man sich regelmäßig in Gesprächen. Die Abende unter dem Motto „Närrische Paderstadt“ sind für Anfang Februar geplant. Die Hoffnung darauf, dass auf der Bühne wirklich getanzt, gescherzt, gesungen und „Palau“ gerufen werden kann, ist aber verschwindend gering. Die Stadt Paderborn hat bereits den Seniorenkarneval abgesagt, die Heimatbühne den Kinderkarneval.

Gar kein Karneval kommt für die Heimatbühne aber nicht infrage. Und so werden in den nächsten Monaten regelmäßig Höhepunkte aus den vergangenen Jahren an bessere Zeiten erinnern. „Wenn es sonst schon nichts zu lachen gibt“, sagt Peter Schonlau.

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