Erwin Grosche legt erweiterte Neuauflage seiner skurrilen Geschichten vor
Paderborns Superheld

Paderborn -

Padermann fiel als kleiner Junge in alle sechs Flussarme der Pader. Er ist zwar nicht so stark, dass er Häuser verrücken könnte, aber seine „Superkräfte“ reichen, um Lehrerinnen beim Medizinballtragen zu helfen und schneller Teller zu waschen als ein Geschirrspüler.

Freitag, 20.11.2020, 17:50 Uhr aktualisiert: 20.11.2020, 18:48 Uhr
Autor Erwin Grosche und Fotografin Juliane Befeld sind ein unschlagbares Team – so wie Padermann, Drewermann und Nadermann, um die es auf den knapp 160 Seiten in dem Buch geht.
Autor Erwin Grosche und Fotografin Juliane Befeld sind ein unschlagbares Team – so wie Padermann, Drewermann und Nadermann, um die es auf den knapp 160 Seiten in dem Buch geht. Foto: Oliver Schwabe

„Ich habe schon als Kind Superhelden wie Batman gemocht, aber ich wollte einen Supermann schaffen, der nicht so viel kann“, erzählte Erwin Grosche am Freitag in der Buchhandlung Thalia. Dort stellte er sein „Padermann“-Buch vor.

Das Buch vereint Geschichten aus der Zeit von 2000 bis 2006 und wurde durch 21 bislang unveröffentlichte Episoden ergänzt. Vor 20 Jahren hatte sich Grosche die Figur des Padermann ausgedacht, der sich mit zwei weiteren Superhelden, Drewermann und Nadermann, regelmäßig zum Supermannstammtisch trifft. „Jeder ist für sich anstrengend, aber in der Kombination sind sie unschlagbar“, findet der Kabarettist und Autor.

Dessen kurze Geschichten, die die Fotografin Juliane Befeld mit Schwarzweißaufnahmen illustriert hat, sind auch eine augenzwinkernde Liebeserklärung an die Stadt Paderborn. So zum Beispiel, wenn Padermann von der „Hauptstadt der Gelassenheit“, vom „Epizen­trum der Entschleunigung“ spricht und auf das Kennzeichen PB verweist, das chemische Element PlumBum, also Blei.

Padermann philosophiert, wie das letzte Stück einer Torte die Zauberkraft der Paderborner Bäckerinnung erklärt, er wünscht sich an Ampeln auch ein Symbol für Hunde, damit sie wissen, wann sie losdackeln dürfen, und er trifft Gott im Paderquellgebiet, wo der gerade Homeoffice macht. Die amüsanten und skurrilen Geschichten erschienen zunächst jeden Monat im Stadtmagazin „Das Heft“, dann 2006 im ersten, roten Padermann-Buch im Verlag House of Poets, und nun hat der Lektora-Verlag die erweiterte Neuauflage herausgebracht. Das Buch „Padermann: der Superheld“ (ISBN: 978-3-95461-165-2) kostet 13,90 Euro.

Am ersten Adventssamstag wird der Autor 15 Uhr bei Thalia seine Bücher signieren. Es sei wichtig, dass Kultur trotz Corona noch stattfinde, denn sie liefere die „Anregung, mit der Aufregung klarzukommen“, sagte Buchhändlerin Maria Surholt. Übrigens wird es Padermann bald wohl auch als Puppenspiel geben. Robert Husemann bastele die entsprechende Figur, erläuterte Erwin Grosche.

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