Paderborner Wissenschaftler und Feuerwehren prüfen den Einsatz moderner Technik
Rettung im Smart-Home

Paderborn -

Im Brandfall zählt jede Minute. Um vor Ort möglichst schnell und gezielt handeln zu können, planen Rettungskräfte ihren Einsatz bereits auf der Anfahrt. Künftig können auch sogenannte Smart-Homes hierbei helfen.

Mittwoch, 25.11.2020, 01:48 Uhr aktualisiert: 25.11.2020, 02:01 Uhr
Auch am Institut der Feuerwehr NRW ist die sogenannte IRiS-Software mehreren Praxistests in realitäts­naher Umgebung unterzogen worden.
Auch am Institut der Feuerwehr NRW ist die sogenannte IRiS-Software mehreren Praxistests in realitäts­naher Umgebung unterzogen worden. Foto: Projekt IRiS

Das sind Wohnungen, die über vernetzte Geräte, entsprechende Haustechnik und Sensorik verfügen und somit in der Lage sind, Einsatzkräften frühzeitig ein detailliertes Lagebild zu vermitteln.

Wissenschaftler der Universität Paderborn haben in Kooperation mit dem Safety Innovation Center das Potenzial dieser Technologie drei Jahre lang mit den Unternehmen Symcon GmbH aus Lübeck und Vomatec Innovations GmbH aus Bad Kreuznach untersucht. Das Projekt „Intelligente Rettung im Smart-Home“ (IRiS), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 812.000 Euro gefördert wurde, ist nun erfolgreich abgeschlossen worden. Es zeige, wie neue Technologien in die Prozesse der Feuerwehr einbezogen werden können, teilte die Uni mit.

„Im Rahmen des Projektes haben wir uns vor allem mit zwei Fragestellungen beschäftigt: Welche Daten und Funktionen eines Smart-Homes können für die Feuerwehr relevant sein? Und: Wie können diese Daten bei Feuerwehreinsätzen unterstützen?“, erklärt der Wissenschaftler Torben Sauerland von der Fachgruppe „Computeranwendung und Integration in Konstruktion und Planung“. So könne ein Smart-Home der Feuerwehr etwa einen digitalen Grundriss übermitteln, der Informationen zum Aufenthalt der Menschen, zu Rauchmeldern und zu steuerbaren Türen, Fenstern oder Lichtern enthält. Das Projektteam hat auch eine Software entwickelt und erprobt, die das Smart-Home mit der Feuerwehr verbindet. Sauerland: „Die Feuerwehr kann mithilfe dieser Technologie schon in der Leitstelle, unterwegs und vor Ort per Tablet-App auf Informationen zugreifen, das Smart-Home steuern und den Einsatz noch effizienter koordinieren.

Mit den Feuerwehren aus Borchen und Paderborn wurde die Technologie in realitätsnaher Umgebung getestet. Die IRiS-Software könne beispielsweise auch die Bewohner automatisch alarmieren oder Türen entriegeln. Nun müssten Standards geschaffen werden, damit die Technologie Teil des Alltags der Feuerwehren werden könne.

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