Modellprojekt im Erzbistum Paderborn
Gemeinde aktiv mitgestalten

Paderborn -

Wie können Ehrenamtliche mehr Verantwortung in der Kirche übernehmen? Diese Frage, die Mitte November auch Thema beim digitalen Diözesantag im Erzbistum Paderborn war, wird die weitere Bistumsentwicklung intensiv beschäftigen. Erste Antworten soll das Modellprojekt „Entwicklung der ehrenamtlichen Mitverantwortung“ liefern, das 2017 im Anschluss an das Zukunftsbild gestartet wurde.

Dienstag, 24.11.2020, 21:52 Uhr aktualisiert: 24.11.2020, 21:54 Uhr
Tauschen sich über das Modellprojekts (von links): Dr. Michael Bredeck, Leiter des Bereichs Entwicklung und Kommunikation im Generalvikariat, Pater Werner Vullhorst, OSB aus Arnsberg, Gemeindereferentin Manuela Cyganek aus Balve-Hönnetal und Verwaltungsleiterin Anna Werner aus Dortmund.
Tauschen sich über das Modellprojekts (von links): Dr. Michael Bredeck, Leiter des Bereichs Entwicklung und Kommunikation im Generalvikariat, Pater Werner Vullhorst, OSB aus Arnsberg, Gemeindereferentin Manuela Cyganek aus Balve-Hönnetal und Verwaltungsleiterin Anna Werner aus Dortmund. Foto: Tobias Schulte/Erzbistum Paderborn

In mehreren Orten im Erzbistum gestalten seit drei Jahren sogenannte Gemeindeteams das Gemeindeleben mit. In den Teams arbeiten ausschließlich Ehrenamtliche auf Ebene der einzelnen Kirchengemeinden. Das Engagement, das modellhaft für die Entwicklung im Erzbistum werden könnte, könne sich allein schon zahlenmäßig sehen lassen, teilte das Erzbistum mit.

Matthias Kolk ist Referent für Rätearbeit im Erzbischöflichen Generalvikariat. Er begleitet die Gemeindeteams und Projekte , außerdem ist er einer der Teamleader für das Schlüsselthema „Leitung und Verantwortung wahrnehmen“ auf dem Weg zum Diözesanen Forum 2021. „Bei einem Hearing im September in Soest haben die Engagierten vor Ort ihre Erfahrungen in den Teams vorgestellt“, berichtet Kolk. Die Teams in den Kirchengemeinden würden in ihrer Arbeit unterschiedliche Schwerpunkte setzen, sagt Kolk: „Darüber entscheiden sie selbst aufgrund der Gegebenheiten der jeweiligen Gemeinde, aber auch vor dem Hintergrund, was ihnen wichtig ist und was ihren Charismen entspricht.“ Wo in der einen Gemeinde etwa ein Schwerpunkt auf karitativer Arbeit nötig sei, erfordere eine andere Gemeindesituation vielleicht ein Händchen für Jugendarbeit.

Derzeit werde eine Vereinbarung zwischen den Gemeindeteams, Pastoralteams und Kirchenvorständen erarbeitet, um Rahmenbedingungen und damit Handlungssicherheit für die Arbeit der Gemeindeteams festzulegen. „Unser Ziel ist es, dass die Gemeindeteams Entscheidungen fällen können und Gestaltungsspielräume haben. Dazu braucht es Vertrauen zwischen den ehrenamtlichen Gemeindeteams und den hauptamtlichen Pastoralteams und verlässliche Absprachen zwischen beiden Partnern.“

Die Erfahrungen aus den Modellprojekten hätten gezeigt, dass eine Win-Win-Situation möglich ist: „In unserem Team und bestimmt in vielen anderen auch gibt es ein starkes Gefühl von Aufbruch. Wir haben den Wunsch, Dinge zu gestalten und zu verändern und so neue Möglichkeiten zum Wohl der Gemeinde zu nutzen“, sagt ein Mitglied eines Gemeindeteams.

Erzbischof Hans-Josef Becker betont, dass die Formate im Erzbistum nicht der im Sommer veröffentlichten Vatikan-Instruktion „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“ widersprächen. Das Modellprojekt endet im Dezember 2021. Kolk: „Wir prüfen derzeit, wie wir die positiven Erfahrungen möglichst breit zur Verfügung stellen können.“

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