Kreis Paderborn treibt Projekt voran
Telenotarzt soll schneller helfen

Paderborn -

Ein Telenotarzt (TNA) kann den Rettungsdienst sinnvoll unterstützen und so dazu beitragen, Leben zu erhalten. Davon sind die Kreise Paderborn, Höxter und Lippe überzeugt und treiben das TNA-Projekt voran.

Samstag, 28.11.2020, 01:47 Uhr aktualisiert: 28.11.2020, 02:00 Uhr
Michael Beninde
Michael Beninde

„Die Kreise arbeiten eng zusammen, auch im Telenotarztbereich“, sagte der Dezernent des Kreises Paderborn, Michael Beninde, im Sozial- und Gesundheitsausschuss. Die Kreise Paderborn und die Stadt Bielefeld seien federführend dabei, das Modell auch OWL-weit einzu­führen.

Bis Ende des Jahres werden die Kreise Paderborn, Höxter und Lippe über 20 Rettungswagen verfügen, die für die erforderliche Technik vorbereitet sind. Auch die Aus- und Fortbildung wurde vereinheitlicht, dasselbe gilt für die mobile Datenerfassung und das Qualitätsmanagementsystem. Geplant sind die Einrichtung von Telenotarztzentralen. „Wir wollen zum 1. Juli 2021 mit einem Standort an den Start gehen“, kündigte der Leiter des Ordnungsamtes des Kreises Paderborn, Ralf Helker, im Ausschuss an. Die Corona-Krise habe die Arbeit leider behindert und verzögert, ergänzte Beninde.

Warum ist das Telenotarztsystem vielversprechend? Von ihm erwarten die Beteiligten, dass ärztliche Hilfe schneller verfügbar wird. Zum Einsatz kommen speziell für ihre Aufgabe geschulte Notärzte, die mit Hilfe der Telekommunikation in Echtzeit Gesundheitsdaten an Kliniken weitergeben, den Patienten sehen und mit ihm sprechen können. Telenotärzte sollen das Rettungsdienstpersonal bei unklaren Krankheitsbildern beraten, es anleiten und Medikamente empfehlen. Im Gegenzug sollen für die Behandlung Fotos und Videos aus dem Rettungswagen an den Telenotarzt übermittelt werden.

Das Telenotarztsystem gibt es zum Beispiel schon in der Städteregion Aachen. Die Kreise Paderborn, Höxter und Lippe arbeiten seit Mitte 2018 daran und werden von der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, der Bezirksregierung, von Krankenkassen und dem Gesundheitsministerium NRW unterstützt. Das Land möchte das System flächendeckend einführen. Finanziert werden soll es über die Rettungsdienstgebühren.

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