Der gebürtige Paderborner Frederic Heidorn ist am 1. Januar im „Traumschiff“ zu sehen
Kurzer Tauchgang im Paradies

Paderborn -

Bremerhaven statt New York: Das Coronavirus hat dem in Paderborn geborenen Schauspieler Frederic Heidorn eine wunderschöne Reise zumindest teilweise verdorben. Der 35-Jährige durfte eine Rolle im ZDF-„Traumschiff“ spielen, und der TV-Klassiker führt Darsteller und Zuschauer bekanntlich an die schönsten Plätze der Welt. Heidorn war für die Seychellen gebucht, anfangs ging auch alles gut.

Samstag, 28.11.2020, 06:44 Uhr aktualisiert: 28.11.2020, 08:04 Uhr
Frederic Heidorn spielt den Apnoe-Taucher Sebastian Schuster, hier mit seinem Vater Bertram, gespielt von Simon Licht.
Frederic Heidorn spielt den Apnoe-Taucher Sebastian Schuster, hier mit seinem Vater Bertram, gespielt von Simon Licht. Foto: Dirk Bartling

„Den Festlandteil auf den Seychellen hatten wir noch vor Corona im Kasten, aber die ursprüngliche Route über Jamaika, Orlando und New York konnten wir nicht mehr abfahren“, erzählt Heidorn. „Um diese schöne Route war es schade. Die Szenen an Bord haben wir stattdessen im Hafen von Bremerhaven gedreht.“ Die Zeit auf den Seychellen hat er in schönster Erinnerung. Es sei wie im Paradies gewesen. „Es war traumhaft, eine einmalige Erfahrung.“ An den freien Tagen durften er und die übrigen Darsteller nicht zu viel Sonne tanken, „damit die Gesichter nicht zu braun werden, die Szenen werden nicht immer chronologisch gedreht“.

Heidorn spielt in der Episode, die am 1. Januar 2021 um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird, den Apnoe-Taucher Sebastian Schuster, der für die WM trainiert und von seinem Vater und seiner Freundin begleitet wird. Apnoe-Taucher versuchen, mit nur einem Atemzug so tief wie möglich zu tauchen. Auf eine Sauerstoffflasche verzichten sie. Seine Rolle empfand Heidorn als Glücksfall: „Ich hätte es mir nicht besser aussuchen können. Ich habe selbst schon Tauchgänge gemacht, und das mit dem Beruf zu verbinden, war perfekt.“ Der gebürtige Paderborner ist ein athletisch-sportlicher Typ, der gern Basketball spielt und schwimmt.

Obwohl seit der Premiere im November 1981 bis zu 25 Millionen Zuschauer die „Traumschiff“-Folgen eingeschaltet haben, machte er sich vor den Dreharbeiten nicht verrückt: „Ich gehe an jedes Projekt gleich ran, egal ob es das ‚Traumschiff‘, ein internationaler Film oder ein Studentenprojekt ist. Auch von dem Druck, der von Einschaltquoten ausgeht, habe ich mich gelöst.“ Das Strickmuster fürs „Traumschiff“ sieht meist drei parallel verlaufende Handlungsstränge vor, in denen es um Liebe und Eifersucht, Freundschaft, Rache und Versöhnung sowie um das Eigenleben der Crew geht.

Frederic Heidorn am Strand mit seiner Freundin, gespielt von Liza Tschirner.

Frederic Heidorn am Strand mit seiner Freundin, gespielt von Liza Tschirner. Foto: Dirk Bartling

Der eigentliche Star der Folgen ist jeweils die bezaubernde Landschaft. Aber wie verfilmt man Herzschmerzgeschichten mit 1,50 Meter Mindestabstand? Diese Frage stellte sich allen Beteiligten in Bremerhaven. „Ein Corona-Beauftragter war ständig mit an Bord. Alle vor und hinter der Kamera haben durchgängig Masken getragen, auch bei den Proben. Peinlich genau wurde darauf geachtet, dass der Mindestabstand Meter eingehalten wurde. Unter solchen Umständen waren natürlich Küsse und Umarmungen nicht möglich, aber wir waren froh, dass wir weiterarbeiten durften.“

Der „Traumschiff“-Dreh war für ihn der erste mit Maske. „Inzwischen mache ich gefühlt jede Woche einen Corona-Test“, berichtet Heidorn. Durch dieses außergewöhnliche Jahr sei er vergleichsweise glimpflich gekommen. „Das ein oder andere Projekt ist wegen Corona auf der Strecke geblieben oder verschoben worden, aber ich bin nicht in existenzielle Not geraten.“ Langfristige Engagements wie „Schloss Einstein“ seien derzeit Gold wert. In der Serie mit inzwischen mehr als 800 Folgen verkörpert Heidorn Sascha Hauser, Sportkoordinator eines Internats. Zu sehen ist die Serie im Kinder­kanal Kika. Zuletzt stand dort auch Heidorns Sohn Malique (13) vor der Kamera.

Als Heidorn ein Kind war, hing er oft mit seinen türkischen Freunden zusammen und lernte so nebenbei Türkisch. Mit 22 war Heidorn, der in Horn-Bad Meinberg aufwuchs, nach Berlin gezogen. Auch wenn er mit seiner Lebensgefährtin Melissa Khalay überwiegend im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg lebt, hat Heidorn Paderborn nicht vergessen: „Die Oma ist mein fester Anker in Paderborn. Ich bin jeden zweiten Monat da. Paderborn ist sehr schnuckelig, und ich verbinde coole Aktivitäten aus meiner Jugend damit wie das Wasserskifahren auf dem Nesthauser See.“

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