Wohnungen und Gastronomie: Sanierungs- und Neubauprojekt zwischen Mühlen- und Krämerstraße gestartet
Frischzellenkur für das Ükernviertel

Paderborn -

Das Bier der künftig in Bad Lippspringe ansässigen Josefs-Brauerei wird ab Herbst 2021 am Ükernplatz aus den Zapfhähnen fließen. Das hat der Paderborner Unternehmer Ralf Eckel (Zaun-Kreisel) auf WV-Anfrage angekündigt. Damit einher geht eine komplette Neugestaltung des Bereichs Mühlenstraße, Heiersstraße und Krämerstraße im Herzen des Ükernviertels.

Mittwoch, 09.12.2020, 08:10 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 08:12 Uhr
Platz für etwas Neues: Die Garagen sind verschwunden, und auch vom Red-House ist kaum noch etwas zu sehen.
Platz für etwas Neues: Die Garagen sind verschwunden, und auch vom Red-House ist kaum noch etwas zu sehen. Foto: Jörn Hannemann

Neben Gastronomie entstehen dort Wohnungen in bester Lage sowie Büro- und Praxisräume. Und auch die Parkplatzsituation soll entschärft werden, verspricht Eckel. Das Projekt trägt den Namen „Quellhof“ – in Anlehnung an das Paderquellgebiet.

Seit Jahren sind vielen Anwohnern die Überbleibsel des berüchtigten Clubs „Red House“ (auch bekannt als „Cube“) ein Dorn im Auge. Auch das Eckgebäude Heiersstraße/Krämerstraße, in dem ehemals das „Mungo“ untergebracht war, ist mächtig in die Jahre gekommen und steht schon seit geraumer Zeit leer. Zusammen mit weiteren Paderborner Investoren hat sich Ralf Eckel das Quartier vorgenommen und schafft nun erste Tatsachen: Am Montag ist mit dem Abriss der Garagen an der Krämerstraße begonnen worden, am Dienstag ging es dann an die Bausubstanz des Red House.

Im Herzen des Ükernviertels liegt das Red House, das derzeit abgebrochen wird. Zwischen Mühlen- und Krämerstraße entsteht ein Neubauprojekt mit Wohnungen, Büro- und Praxisräumen.

Im Herzen des Ükernviertels liegt das Red House, das derzeit abgebrochen wird. Zwischen Mühlen- und Krämerstraße entsteht ein Neubauprojekt mit Wohnungen, Büro- und Praxisräumen. Foto: Jörn Hannemann

Eckel verrät die Pläne: Im ersten Schritt wird das Eckgebäude Heiers-/Krämerstraße komplett entkernt und erhält Stahlbetondecken. Im Erdgeschoss entsteht eine Gaststätte, darüber acht Wohneinheiten. Neben generationenübergreifenden Wohngemeinschaften sind auch zwei Penthouse-Wohnungen vorgesehen. Laut Plan soll der dann völlig sanierte Altbau im Herbst 2021 bezugsfertig sein. Hier sollen ausschließlich Mietverhältnisse geschlossen werden.

Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für das Neubauprojekt auf dem Areal „Red House“ zwischen Mühlen- und Krämerstraße. Bis zur Bodenplatte soll alles verschwinden. Wenn es dann ins Erdreich geht, werden zunächst die Archäologen ihre Arbeit erledigen.

„Anfang 2022 ist der Baubeginn geplant. Ende 2022 wollen wir fertig sein“, sagt Eckel, der hier eine Tiefgarage plant. Letzteres macht das Projekt angesichts der Grundwasserproblematik besonders herausfordernd. „Das muss architektonisch gelöst werden. Das Schwierigste wird die Gründung für den Fahrstuhlschacht werden. Wenn der steht, dann wird es zügig, Etage für Etage, vorwärts gehen“, erklärt der Paderborner. Die Tiefgarage soll später von der Mühlenstraße aus angefahren werden. Die Krämerstraße sei zu eng und deswegen nicht geeignet.

Das Eckgebäude (ehemals „Mungo“) wird komplett entkernt. Hier entstehen Wohnungen und eine Gastronomie im Erdgeschoss.

Das Eckgebäude (ehemals „Mungo“) wird komplett entkernt. Hier entstehen Wohnungen und eine Gastronomie im Erdgeschoss. Foto: Jörn Hannemann

Für den Neubau gebe es verschiedene Entwürfe für verschiedene Nutzungen. Daher gibt es dazu noch keine näheren Angaben. Auf jeden Fall sei ein Innenhof vorgesehen. Die Planungen würden im Zusammenspiel mit dem Planungsamt der Stadt voran getrieben, denn für den Bereich sei ein neuer Bebauungsplan notwendig. Eckel lobte ausdrücklich den fachlichen Austausch mit der Behörde. Eckel will das Projekt mit mehreren befreundeten Investoren aus Paderborn realisieren. „Wir wollen etwas Gutes für das Image des Ükernviertels tun“, berichtet der Unternehmer, der einige hundert Meter entfernt dort gewohnt hat.

Die Geschichte des Ükernviertels geht auf das Dorf Aspethera zurück, das im 12. Jahrhundert zum Paderborner Stadtgebiet dazu kam. Nach einem Großbrand im Jahr 1875 wurde es neu aufgebaut und im Zweiten Weltkrieg erneut zerstört. Später war es als Hafen-Viertel bekannt. Vor allem britische Soldaten verbrachten hier ihre Freizeit.

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