Rettungsleitstelle des Kreises Paderborn zieht Bilanz für 2020
Weniger Einsätze, aber schwierigere Bedingungen

Paderborn -

Keine massiven Unwetterlagen, keine Häufung von schweren Unfällen, wie sie noch die Bilanz des Jahres 2019 prägten – schon in „normalen“ Jahren wären dies gute Neuigkeiten gewesen. Im Corona-Jahr 2020 freute sich der Leiter der Kreisfeuerwehrzentrale des Kreises Paderborn, Marc Hammerstein, besonders über diese ruhige Einsatzlage.

Freitag, 08.01.2021, 08:36 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 08:41 Uhr
Marc Hammerstein, Leiter der Kreisfeuerwehrzentrale, in der Leitstelle in Büren-Ahden, der Herzkammer des Rettungsdienstes.
Marc Hammerstein, Leiter der Kreisfeuerwehrzentrale, in der Leitstelle in Büren-Ahden, der Herzkammer des Rettungsdienstes. Foto: Kreis Paderborn, Kreisfeuerwehrzentrale

„Die Pandemie hat uns in der Leitstelle und die Einsatzkräfte bei Feuerwehr und Rettungsdienst stark beschäftigt und auch vor Herausforderungen gestellt“, bilanziert Hammerstein. Auch Landrat Christoph Rüther lobt die Arbeit der 29 Disponenten in der Leitstelle in Büren-Ahden: „24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche wird hier unter höchster Konzentration hervorragende Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger des Kreises Paderborn geleistet.“

Wenn irgendwo im Kreis Paderborn ein Hilfesuchender die 112 wählt, müssen die Disponenten – allesamt ausgebildete Feuerwehr- und Rettungskräfte – schnelle und oft lebensrettende Entscheidungen treffen und Rettung organisieren. Im vergangenen Jahr suchten 53.369-mal Bürgerinnen und Bürger Hilfe unter der 112. Die Anzahl der Notrufe ist 2020 damit im Vergleich zum Vorjahr (2019: 53.676 Notrufe) nahezu gleichgeblieben. Die Einsatzzahlen in der Notfallrettung sind dagegen um etwa vier Prozent gesunken und im Krankentransport sogar um sieben Prozent. Besonders in den Hochmonaten der Pandemie – im April, Mai und November – waren die Rückgänge deutlich. „Vermutlich waren die Menschen weniger auf den Straßen unterwegs und haben auch ihre Freizeit-Aktivitäten eingeschränkt. Weniger Arbeit hatten die Einsatzkräfte aber angesichts der rückgängigen Zahlen nicht“, sagt Hammerstein. Unter Corona-Bedingungen dauern Einsätze länger, besonders die aufwendigere Desinfektion der Fahrzeuge am Ende des Einsatzes bindet Personal und Fahrzeuge.

Vor allem in den Abendstunden fallen in der Pandemie verstärkt Krankentransporte an, da Covid-19-Patienten zum Beispiel für ihre Dialyse-Termine, die sie sonst mit dem Taxi wahrnehmen würden, nun aufgrund der Hygienevorschriften mit einem Krankenwagen angewiesen sind. Der Rettungsdienst sowohl des Kreises als auch der Stadt Paderborn haben darauf reagiert, indem sie mehr Fahrzeuge in den Abendstunden einsetzen. Zusätzlich unterstützen die Hilfsorganisationen, wenn die regulären Krankentransport-Kapazitäten eng werden. „Für die Unterstützung und die Tatkraft danke ich allen Beteiligten sehr herzlich!“, betont Landrat Christoph Rüther.

Kreisweit wurden 2020 durch die Leitstelle 28.158 Einsätze in der Notfallrettung (2019: 29.530) und 13.111 Krankentransporte (2019: 14.185) disponiert. 2.947 Mal (2019: 3225) wurden die Feuerwehren im Kreis Paderborn zu Brandeinsätzen oder technischen Hilfeleistungen alarmiert. Insgesamt wurden somit 44.216 Einsätze durch die Kreisleitstelle bearbeitet.

Wichtige Fortschritte waren 2020 bei der Modernisierung der Feuerwehrzentrale zu verzeichnen. Eine neue Schlauchwaschanlage ersetzte den fast zwei Jahrzehnte alte Vorgänger. „Für die alte Anlage waren schon keine Ersatzteile mehr zu beschaffen. Mit der neuen machen wir einen wichtigen Schritt in die digitale Zukunft“, sagt Hammerstein. Die Schlauchwaschanlage wäscht nicht nur, sondern prüft die Feuerwehrschläuche auch auf ihre Druckdichte. Alle Waschungen und Prüfergebnisse werden nun von der neuen Anlage automatisiert digital erfasst. Das gestaltet die Arbeit wesentlich effizienter. „Dies war ein wichtiger Baustein unserer Modernisierungsstrategie, die wir auch in 2021 und den kommenden Jahren weiterhin stringent verfolgen werden, damit der Feuerwehr- und Rettungsdienst im Kreis Paderborn auch in den kommenden Jahrzehnten gut aufgestellt ist“, so Rüther.

Unter diesen Telefonnummern gibt es Hilfe:

Unter der 112 bekommen Hilfesuchende mit lebensbedrohlichen Erkrankungen und Verletzungen (z.B. nach Autounfällen oder bei Schlaganfällen) sofortige Hilfe. Auch die Feuerwehr ist zum Beispiel bei Bränden unter dieser Notfallnummer zu erreichen. Zusätzlich gibt es die 116117. Außerhalb der Öffnungszeiten der Arztpraxen – in den Abendstunden, nachts und am Wochenende - kann unter dieser Nummer der Ärztlichen Bereitschaftsdienst für alle nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen erreicht werden. Unter der Telefonnummer 02955 19222 können Krankentransporte angefordert und terminiert werden. Diese Anrufe werden ebenfalls wie die 112 von der Kreisleitstelle in Büren-Ahden entgegengenommen.

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