Forscher aus Paderborn und Wuppertal wollen einen Weg aus der Krise weisen
Tests statt Lockdown

Paderborn (WB/ca) -

Mit einem wöchentlichen Corona-Schnelltest pro Person könnten weitere Lockdowns vermieden werden. Das ist zumindest die Überzeugung der beiden Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Thomas Gries (Universität Paderborn) und Prof. Dr. Paul Welfens (Universität Wuppertal).

Freitag, 22.01.2021, 10:54 Uhr aktualisiert: 22.01.2021, 11:02 Uhr
Ein Sanitäter hält einen Testträger von einem Corona-Schnelltest in den Händen (Symbolbild).
Ein Sanitäter hält einen Testträger von einem Corona-Schnelltest in den Händen (Symbolbild). Foto: Kay Nietfeld/dpa

Sie haben untersucht, welche Vorteile eine solche Lösung in Kombination mit konsequenter Quarantäne mit sich bringt. „Unser Ansatz könnte erheblich dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu halten, eine relative Normalität wiederherzustellen und die ökonomischen, gesellschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Pandemie zu verringern“, sagt Prof. Gries.

Auch wenn Hotspot-Regionen immer noch mit entsprechenden lokalen Maßnahmen konfrontiert sein könnten, wären bundesweite Lockdowns vermeidbar, „Die Politik sollte unseren Ansatz schnell in einer klar definierten Strategie umsetzen“, sagte Gries. Voraussetzung sei eine ausreichende Zahl von Schnelltests. Immerhin würden pro Jahr vier Milliarden Tests benötigt.

Das Konzept der Professoren sieht Tests für symptomatische und symptomfreie Menschen vor. Durch die wöchentlichen Tests sollen so viele Infizierte gefunden werden, dass sich das Virus durch die anschließende Quarantäne nicht weiter ausbreitet. Prof. Gries sagt, die Kosten lägen erheblich unter denen eines langen bundesweiten Lockdowns. „Als wesentliche Effekte sind sowohl weniger Infizierte und Covid-19-Sterbefälle als auch eine deutliche Beschleunigung beim wirtschaftlichen Aufschwung zu erwarten.“

Die Kosten für den Aufbau einer bundesweiten Test-Infrastruktur inklusive Durchführung der regelmäßigen Corona-Tests beziffern die Wissenschaftler mit etwa 0,5 Prozent des Nationaleinkommens in der ersten Jahreshälfte, in der zweiten Jahreshälfte erwarten sie nur noch halb so hohe Aufwendungen. „Die Kosten-Nutzen-Rechnung für Deutschland wäre positiv“, sagt Prof. Paul Welfens.

Bisher werden in Deutschland Corona-Schnelltests nur in Krankenhäusern und Altenheimen sowie bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten im Ausland durchgeführt. Die komplette Studie steht unter: https://t1p.de/lu36.

 

Prof. Thomas Gries sieht einen Weg aus der Corona-Krise.

Prof. Thomas Gries sieht einen Weg aus der Corona-Krise. Foto: UPB

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