Gymnasium Theodorianum in Paderborn hat sehr gute Erfahrungen mit MS-Teams gemacht
Wie der Distanzunterricht funktionieren kann

Paderborn -

Der Q2-Englisch-Leistungskurs des Theodorianums war gerade in New York. Wie das? Schulausflüge sind doch untersagt. Stimmt, aber virtuelle nicht. Und so ließen sich die Schülerinnen und Schüler vom Leiter des Goethe-Instituts, Jörg Schumacher, über die Arbeit in Corona-Zeiten und die Bedeutung der Wahl in den USA informieren.

Samstag, 20.02.2021, 05:04 Uhr aktualisiert: 20.02.2021, 05:10 Uhr
Obwohl der Klassenraum leer ist, kann Lehrer Frank Aselmann dank MS-Teams mit seinen Schülern über die Philosophie von Descartes diskutieren.
Obwohl der Klassenraum leer ist, kann Lehrer Frank Aselmann dank MS-Teams mit seinen Schülern über die Philosophie von Descartes diskutieren. Foto: Oliver Schwabe

In Deutschland hat die Pandemie den bislang gewohnten Schulunterricht umgekrempelt, das Distanzlernen in den Mittelpunkt gerückt und dabei ganz neue Möglichkeiten geschaffen. „Wir wollen uns nicht vom Klassenraum verabschieden, sondern mit Hilfe der Technik zum Beispiel Experten und Museen zu uns hineinholen“, sagt Frank Aselmann. Der Lehrer für Philosophie, Deutsch und Geschichte koordiniert die digitalen Prozesse im altehrwürdigen Gymnasium Theodorianum. Die Schule mit 70 Lehrern und 750 Jugendlichen ist auf diesem Weg deshalb weiter als andere, weil sie schon 2017 beschloss, die Digitalisierung gezielt zu gestalten und weil sie seit Sommer 2020 zu den Pilotschulen in Paderborn gehört, die die Microsoft-Kommunikationsplattform Teams im Unterricht einsetzen.

Von diesem Werkzeug sind Frank Aselmann und Schulleiterin Nicole Michaelis vollends überzeugt. MS-Teams ermögliche einen vollwertigen Unterricht und die stärkere Einbindung von Eltern in die Weiterentwicklung der Schule, betonen sie. „MS-Teams funktioniert deshalb so gut, weil es ein Programm ist, nicht zehn“, sagt Aselmann, und Michaelis betont: „Wir nutzen kaum noch zusätzliche Programme, im ersten Lockdown war das noch ganz anders.“

Die Oberstufe arbeitet bereits seit sechs Monaten vollständig mit Endgeräten. MS-Teams läuft genauso auf dem Smartphone wie auf Laptops und Tablets. Der Videochat hilft dabei, die Beziehung zu den Schülern, die zuhause sitzen, zu halten, die eigentliche Arbeit findet über das Programm One Note statt. Mit zwei Klicks können die jungen Leute auf das elektronische Kursnotizbuch mit dem Material für den Unterricht in den einzelnen Fächern zugreifen. Die Aktentasche des Lehrers lässt sich sozusagen virtuell öffnen.

Die Schüler könnten Dokumente teilen, in Gruppen oder allein an den Aufgaben arbeiten, handschriftlich etwas hinzufügen und die Ergebnisse für alle sichtbar präsentieren, erläutert Frank Aselmann und stellt fest: „Das ist sehr nah am Unterricht in Präsenz.“

Auch er hat neue Möglichkeiten bekommen. Er kann zum Beispiel direkt mitverfolgen, wie eine Schülerin eine Aufgabe bearbeitet und direkt beratend eingreifen, wenn sie sich offensichtlich auf einen Holzweg begibt. Während sie schreibt, kann der Lehrer kommentieren, was sie schreibt. Frank Aselmann hält das für ein gutes Beispiel für individuelle Förderung. Auch die Gruppenarbeit will er beflügeln. Mit dem Befehl „Raum starten“ kann er die Jugendlichen Gruppen zuordnen und sich auch hier stets einschalten, wenn der 46-Jährige das möchte, zum Beispiel durch Kurznachrichten und Fragen. „Wer in der Gruppe konzentriert arbeitet, kann nicht mehr, wie früher in der Klasse, von denen gestört werden, die Unsinn machen“, nennt Aselmann einen Vorteil des Distanzlernens. Er betont: „Wir haben die Chance, dass wir all das, was wir tun wollen, auch tun können, obwohl wir uns lieber persönlich in der Schule sehen würden.“

Digitaler Elternsprechtag?

Bis zu 300 Personen können an einer Teams-Besprechung teilnehmen, für Schulklassen reicht das also allemal. Durch das Symbol der gehobenen Hand machen die Schüler deutlich, dass sie sich gemeldet haben. „MS-Teams ist ein weiteres Medium wie damals der Overheadprojektor“, erläutert Nicole Michaelis und erinnert sich an eine Innovation von damals. Die moderne Technik mache unabhängig von Ort und Raum, und das sei zum Beispiel bei Umbauten im Schulgebäude von großem Nutzen.

Nicht nur der Unterricht ist inzwischen digital, auch das Lehrerzimmer und der Stundenplan sind es. Ob es der Elternsprechtag auf Dauer auch wird, muss sich zeigen. Frank Aselmann sieht darin den Vorteil, dass man Termine mit Eltern einfacher koordinieren könne und die Mütter und Väter abends nicht extra zum „Theo“ fahren müssten.

Dass die Lehrerinnen und Lehrer mit MS-Teams klarkommen, stellten Schulungen im vergangenen Jahr sicher. Im März 2020 hatte sich das Theodorianum bei Microsoft beworben und im Mai die Erlaubnis bekommen, Teams nutzen zu dürfen. Über ihre Erfahrungen tauscht sich das Gymnasium mit der Heinz-Nixdorf-Realschule, der Grundschule Thune und der Hauptschule Mastbruch aus. Am Angebot der Lernstatt Paderborn, MS-Teams zu nutzen, sind mittlerweile 28 Schulen interessiert. Und so können auch sie Schulausflüge virtuell organisieren, Exponate aus Museen in den Unterricht holen und sich auf die Zeit freuen, in der sie in echt dorthin fahren können.

Die Lehrkräfte setzten große Stücke auf das Programm Microsoft Teams.

Die Lehrkräfte setzten große Stücke auf das Programm Microsoft Teams. Foto: Oliver Schwabe

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