Start-up Scalerion eröffnet Paderborner Geschäftsleuten neue Möglichkeiten inmitten der Pandemie
Schaufenster als Onlineshop

Paderborn -

In zwei Geschäften in Paderborn wird aus dem Schaufensterbummel das Schaufenstershopping. „Die Schaufenster sind wie ein live erlebbarer Onlineshop“, sagt Thomas Wetzlar. Der Gründer und Geschäftsführer des Paderborner Start-ups Scalerion hat die Glasfronten der März Manufaktur und von Kirwalds Ideenraum mit QR-Codes bestückt.

Mittwoch, 24.02.2021, 00:48 Uhr aktualisiert: 24.02.2021, 00:50 Uhr
Thomas Wetzlar und Lioba Nordhoff gehen neue Wege bei der Vernetzung von Händlern und Kunden. Die brauchen dazu nur ihr Smartphone.
Thomas Wetzlar und Lioba Nordhoff gehen neue Wege bei der Vernetzung von Händlern und Kunden. Die brauchen dazu nur ihr Smartphone. Foto: Oliver Schwabe

Die Betreiberinnen der Läden erhoffen sich zusätzlichen Umsatz inmitten der Corona-Pandemie, in der sie ihre Türen nicht öffnen dürfen. Nataly Kirwald betont: „Wir sind nah an den Kunden und legen Wert auf schöne Gestaltung. Durch die moderne Technologie können wir unsere Stärken weiter nutzen.“ Auch die Mitarbeiterin der März Manunfaktur, Lioba Nordhoff, ist „begeistert“. Viele Kaufentscheidungen würden aus dem Bauch heraus getroffen, und dank der QR-Codes könnten Kunden ihren Wunsch schnell und unabhängig von Öffnungszeiten erfüllen.

Die QR-Codes sind eine schöne Ergänzung“, sagt Nataly Kirwald. Artikel mit Paderborn-Bezug haben solche Codes.

Die QR-Codes sind eine schöne Ergänzung“, sagt Nataly Kirwald. Artikel mit Paderborn-Bezug haben solche Codes. Foto: Dietmar Kemper

Wie funktioniert das Programm Scalerion genau? Jeder QR-Code verweist auf ein bestimmtes Produkt. Wer ihn mit seinem Smartphone scannt, sieht kurz darauf das Produkt auf seinem Gerät und erfährt Details wie Farbe, Größe, Preis und Verfügbarkeit. Entscheidet er sich dafür, legt er zum Beispiel das Kissen in den Warenkorb und bezahlt – entweder über Paypal oder mit EC- und Kreditkarte. Der Kunde wird ebenfalls darüber informiert, wann er sich das Kissen im Geschäft abholen kann. Wenn er dies möchte, kann er sich die Ware auch schicken lassen.

Die beiden genannten Geschäfte werden nicht die einzigen bleiben, die ihre Schaufenster technisch aufrüsten. „Die Resonanz ist gerade groß“, stellt Thomas Wetzlar fest: „Seit wir die Schaufenster bestückt haben, versuchen wir der Flut von Anfragen Herr zu werden.“

Das Interesse nach dem Start vor wenigen Tagen kommt nicht überraschend. Wer Scalerion nutzt, kann sich einen eigenen Onlineshop und die entsprechende Technik sparen. Die stellt das 2017 gegründete Start-up mit neun Mitarbeitern gratis bereit. „Scalerion kostet nur dann Geld, wenn ein Artikel verkauft wird“, erläutert Thomas Wetzlar. Fünf Prozent vom Preis würden dann fällig.

Die Geschäftsleute müssen nur eine Liste der Produkte zusammenstellen, die per QR-Code angeboten werden sollen, und die von Scalerion erstellten Codes dann nur noch ausdrucken und aufkleben. Thomas Wetzlar will aber nicht nur Paderborner Händler, sondern auch Gastronomen unterstützen. Auch Querverweise seien denkbar. Wer zum Beispiel in seinem Lokal Lampen von Kirwald verwende, könne in die Speisekarte den QR-Code der Lampen integrieren und so Kunden zu Nataly Kirwald locken. „Wir machen aus jedem Ort einen Marktplatz“, beschreibt Thomas Wetzlar das auf Impulskäufe setzende Konzept.

Auch wenn Nataly Kirwald die QR-Code-Lösung zu schätzen weiß, wünscht sie sich nichts mehr, als wieder ganz normal ihre Ladentüren öffnen zu dürfen. Wenn das nicht bald möglich sei, werde es brenzlig. Auch die Menschen sehnten sich danach, wieder einkaufen zu dürfen. „Die Leute möchten ein Gespräch mit uns führen, der soziale Kontakt ist wichtig“, ist die Geschäftsfrau überzeugt. Vielleicht ist ja bald beides möglich: der Einkauf von Angesicht zu Angesicht und das Schaufenstershopping.

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