Grüner Abfall gehört nicht in Plastiktüte – Paderborner Abfallentsorgungsbetrieb bietet spezielle Papiertüten an
Mülltrennung ist Klimaschutz

Paderborn -

Die Stadt Paderborn sieht sich in Sachen Abfalltrennung gut aufgestellt. Reinhard Nolte, Betriebsleiter des Abfallentsorgungsbetriebs der Stadt Paderborn (ASP), sagt: „Die getrennte Erfassung biogener Abfälle über die Biotonne gab es bei uns bereits lange vor einer gesetzlichen Verpflichtung. Mit einem Anschlussgrad der Haushalte von 98 Prozent an das Sammelsystem und einer konstant hohen Sammelmenge liegen wir für eine Großstadt sowohl im landes- als auch bundesweiten Vergleich seit Jahren in der Spitzengruppe.“

Freitag, 09.04.2021, 02:45 Uhr aktualisiert: 09.04.2021, 02:50 Uhr
Der ASP empfiehlt Papiertüten zur Bioabfallsammlung.
Der ASP empfiehlt Papiertüten zur Bioabfallsammlung. Foto: ASP

Von den etwa 20.000 Tonnen biogenen Abfällen werden ASP-Angaben zufolge rund 80 Prozent über die Biotonnen der Haushalte gesammelt. Der Rest wird als Grünschnitt zum Beispiel an den beiden ASP-Recyclinghöfen abgegeben, teilt der ASP mit.

Pro Bewohner und Jahr werden demnach 103 Kilogramm Bioabfälle aus den Haushalten erfasst. Das sind ganze 40 Kilogramm mehr als in vergleichbaren Städten. „Ein absoluter Spitzenwert“, meint Nolte. Der Bioabfall trägt mit knapp 28 Prozent des gesamten Abfalls in Paderborn erheblich dazu bei, dass etwa zwei Drittel der Abfälle in der Stadt verwertet werden können.

Ein Detail jedoch trübt das ansonsten gute Bild. Jonathan Geldmacher, Kreislaufwirtschaftsberater des ASP, erklärt, woran es liegt: „Das Problem sind Bioabfälle, die in Kunststofftüten verpackt in die Tonne geworfen werden“, sagt er. Die Tüten störten den Vergärungs- und Kompostierungsprozess und fänden sich dann im Kompost wieder. „Ein hochwertiges Produkt kann so nicht entstehen.“

Im Laufe der bundesweiten #wirfuerbio-Kampagne, der sich der ASP angeschlossen hat, sollen die Bürger auf diese Problematik hingewiesen werden. Unter dem Motto „Biomüll kann mehr!“ will der ASP die Plastikmenge in den Tonnen verringern und aufzeigen, dass eine gute Abfalltrennung gelebter Klimaschutz ist.

Um neben der Problematik auch auf eine Lösung aufmerksam zu machen, bietet der ASP spezielle Papiertüten an, die passend für die kleinen Vorsammelbehälter in der Küche sind. Die speziell beschichteten Tüten hätten den Vorteil, dass sie auch im feuchten Zustand stabil bleiben. „Sie halten das Sammelgefäß sauber und können mitsamt Inhalt in die Biotonnen gegeben werden. Dennoch sind die Tüten problemlos kompostierbar“, teilt der ASP mit. Ein Bündel mit zehn Tüten kostet 1,50 Euro und ist an den ASP-Recyclinghöfen erhältlich. Auch könne weiterhin jede andere Papiertüte oder Zeitungspapier verwendet werden. „Gerade Zeitungspapier saugt zudem noch Feuchtigkeit auf und sorgt damit für gutes Klima in der Tonne – im Sommer wie im Winter“, sagt Geldmacher.

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