Landesminister beim Heringsessen des CDU-Stadtverbandes Salzkotten
Launig-politischer Abend mit Laumann

Scharmede (bb). Information und Unterhaltung gingen wieder Hand in Hand beim Politischen Ascherdonnerstag des CDU-Stadtverbandes Salzkotten in Scharmede. Als Hauptredner des Abends hieß die Vorsitzende Silvia Bunte den NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales willkommen: Karl-Josef Laumann gab seinen Zuhörern einen launigen Überblick über seine Standpunkte zu wichtigen Fragen der Zeit und lud anschließend zur offenen Diskussion ein.

Freitag, 16.02.2018, 17:28 Uhr aktualisiert: 16.02.2018, 17:32 Uhr
Als Gastredner begrüßte CDU-Stadtverbandsvorsitzende Silvia Bunte den heimischen Landtagsabgeordneten Bernhard Hoppe-Biermeyer, Landesminister Karl-Josef Laumann und Bürgermeister Ulrich Berger (von links). Foto: Barbara Brunnert
Als Gastredner begrüßte CDU-Stadtverbandsvorsitzende Silvia Bunte den heimischen Landtagsabgeordneten Bernhard Hoppe-Biermeyer, Landesminister Karl-Josef Laumann und Bürgermeister Ulrich Berger (von links).

Das Themenspektrum, das der Münsterländer in seinem gut einstündigen Vortrag umriss, reichte von Vorbehalten gegen die Inklusion an Schulen über kritische Gedanken zur aktuellen Regierungsbildung bis hin zu Ideen für eine bessere Zukunft in Afrika und umfasste somit sowohl landes- als auch bundes- und weltpolitische Erwägungen. Erste Akzente setzte Laumann mit seinen Ausführungen zur wachsenden Notwendigkeit beruflicher Bildung in Zeiten demografischen Wandels und zunehmender Digitalisierung. Die großzügigen Vorruhestandsregelungen der 1990er Jahre seien heute nicht mehr denkbar; stattdessen gelte es, auch lebensältere Menschen in eine Berufswelt mit neuen Informationstechnologien mitzunehmen, zeigte sich der Bundesvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft überzeugt. So selbstverständlich, wie Arbeitsämter junge Leute im Übergang von der Schule in den Beruf begleiten, sollten sie auch Beratung und Förderung anbieten für alle, die sich weiterbilden wollen, befand Laumann. Dabei denke er nicht an »Makramee für Linkshänder«, sondern an einen Sprachkurs für den Unternehmer im Handwerk an der Grenze zu den Niederlanden.

Weitere Schwerpunkte legte der CDU-Mann auf die Perspektiven des ländlichen Raumes und das Gesundheitssystem. »Gemeindliche Entwicklung ist ohne Fläche nicht möglich«, sprach sich der Landesminister klar dafür aus, auch in kleinen Orten unter 2000 Einwohnern wieder Baugebiete und generell neue Ansiedlungsflächen für Industrie und Gewerbe auszuweisen, um so für zusätzliche Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung und guten Löhnen zu sorgen.

Im Wettlauf gegen die schlechter werdende medizinische Versorgung in der Provinz plant Laumann die Einführung einer sogenannten Landarzt-Quote, Professuren für Allgemeinmedizin an allen Studienstandorten und eine neue Fakultät in Bielefeld. Getreu der Devise »Geld pflegt nicht« mahnte der frühere Patientenbeauftragte der Bundesregierung auch ein stärkeres Engagement zur Gewinnung von Fachkräften in diesem Bereich an. Da es aber trotzdem nie ohne Familie und Freunde gehen könne, schloss Laumann mit einem wohlmeinenden Rat an seine Parteifreunde: »Führen Sie ihr Leben so, dass Sie im Alter nicht allein dastehen.«

Zum Zuhören, Mitdenken und Schmunzeln luden im Anschluss an den politischen Meinungsaustausch auch die »Westwood Singers« mit ihrem humorigen A-cappella-Gesang ein. Auf dem Programm der Westenholzer Formation, die passenderweise ganz in Schwarz auftrat, standen verhinderte Liebeslieder, der Beitrag »Schade, dass sie ausgestorben sind« in Anspielung auf den demografischen Wandel und – quasi als »Lied der SPD« – der Titel »Bindungsangst«.

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