Antje Huißmann amüsiert mit Hommage an die gute alte Zeit
»Schmartfon« macht nur Ärger

Salzkotten (WB). Älterwerden geht nicht selten mit manch einer Nebenwirkung einher. Diese Erkenntnis bleibt auch Antje Huißmann nicht verborgen. In ihrer Paraderolle der »Else Mögesie« diskutiert die Kabarettistin die Vorteile der guten alten Zeit.

Dienstag, 20.03.2018, 08:30 Uhr
Euphorisch feiert Else Mögesie die Erinnerungen der guten alten Zeit. Begleitet am Klavier von Johannes Schäfermeyer präsentiert sie Klassiker und urige Anekdoten, mit denen sie die Begeisterung des Scharmeder Publikums schnell für sich gewinnt. Foto: Isabella Wünnerke
Euphorisch feiert Else Mögesie die Erinnerungen der guten alten Zeit. Begleitet am Klavier von Johannes Schäfermeyer präsentiert sie Klassiker und urige Anekdoten, mit denen sie die Begeisterung des Scharmeder Publikums schnell für sich gewinnt. Foto: Isabella Wünnerke

Mit zahlreichen Klassikern im Gepäck begeisterte die Paderborner Künstlerin bei der Premiere ihres neuen Programms »Weniger nichts sagen kann ich nicht« am Wochenende im Theater im Esszimmer (TieZ) in Salzkotten-Scharmede. Am Klavier begleitet von Johannes Schäfermeyer schmettert sie Hits wie »Sommer in der Stadt« und »Alles, was gut tut«. Auch, wenn sie dabei nicht durch stetige Textsicherheit glänzen kann, kommt das Publikum im ausverkauften Zimmertheater vollends auf seine Kosten.

Gedächtnislücken

Ganz im Sinne ihres eröffnenden Songs »Was ich sagen will, fällt mir nicht ein«, steht die urige Kabarettistin nämlich das ein oder andere Mal auf dem Schlauch. Die textsicheren Zuschauer helfen Else Mögesie jedoch schnell wieder ins Programm. Bald wird klar, das Versprechen, den Freitag Abend zum schönsten der Woche werden zu lassen, hält die von Wechseljahren geplagte Else ein. Die Wechseljahre, so Else Mögesie, seien nichts anderes als die umgekehrte Pubertät – lästige Hitzewallungen inklusive. Mit ihren gehaltvollen Anekdoten über das Älterwerden trifft Mögesie den Nerv des Publikums, das herzlich lacht und fleißig applaudiert.

Die gute alte Zeit

Ein Rückblick auf die gute alte Zeit kommt Else da ganz gelegen. So erinnert sie sich gerne an die Jahre der Deutschen Mark und an die, in denen am Telefon noch eine Schnur war. Im Gegensatz zum Zeitalter des »Schmartfons« habe diese nämlich Zeit erspart. Ebenso sei diese Zeit beherrscht gewesen von Nenas 99 Luftballons, Michael Jacksons »Beat it« und Bundeskanzler Kohl. Was US-Präsident Trump jedoch vor Neid erblassen lassen dürfte, war die Mauer, die Ost und West trennte.

Überwachung an jeder Ecke

Anders als damals, in der guten alten Zeit, entkomme man heute kaum elektronischer Überwachung, so Else. Ob nun Amazons Spracherkennung Alexa oder die Kontrollen am Flughafen, privat sei heute nichts mehr. Mit ihrem Song »Du wirst durchschaut und zwar komplett« weist sie auf diese Misere hin. Um heute mitzuhalten, hat sie einen guten Ratschlag, den sie mit den Liedzeilen »Mach Bilder und poste sie, denn ein jeder soll es sehen« zelebriert. So stellt sie auf sarkastische Weise den Irrsinn des allgemeinen Hangs zur Selbstdarstellung dar. Geburten, Brustvergrößerungem oder der Unfall auf der A2: Gepostet wird alles, ohne Rücksicht auf Verluste.

Verwundert zeigt sich Else außerdem über die Ungereimtheiten in Bezug auf das männliche Geschlecht, das trotz Angst vorm Zahnarztbesuch den Mut aufbringe, Kriege zu beginnen.

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