Helfer räumen Niederntudorfer Kirche für Renovierung aus
Alles frisch bis Allerheiligen

Salzkotten (WB). Die fleißigen Kirchgänger von St. Matthäus schieben nichts auf die lange Bank. Und wenn es sein muss, drehen sie jeden Stein einzeln um. Das haben sie schon bei der steinsichtigen Erhaltung der Bruchsteinfassade ihrer Kirche aus dem Baujahr 1857 bewiesen. Und jetzt waren zwei Tage für das Ausräumen der Innenhalle angesetzt.

Dienstag, 10.04.2018, 15:25 Uhr aktualisiert: 10.04.2018, 15:28 Uhr
Die letzte Bank verlässt die nackte Kirchenhalle von St. Matthäus: Die sechsmonatigen Kirchenrenovierungsarbeiten in Niederntudorf starteten jetzt mit einer fleißigen Ausräumaktion der treuen Kirchengänger, die nichts auf die lange Bank schieben. Foto: Uhrmeister
Die letzte Bank verlässt die nackte Kirchenhalle von St. Matthäus: Die sechsmonatigen Kirchenrenovierungsarbeiten in Niederntudorf starteten jetzt mit einer fleißigen Ausräumaktion der treuen Kirchengänger, die nichts auf die lange Bank schieben. Foto: Uhrmeister

Aber schon nach wenigen Stunden des gemeinsamen Anpackens machte sich die letzte Kirchenbank auf den Weg zur Sanierung in eine Bürener Werkstatt.

Sechs Monate hat die Kirchengemeinde für die gesamte Innensanierung der St.-Matthäus-Kirche angesetzt. »Allerheiligen möchten wir wieder einziehen«, wünschte sich der geschäftsführende Kirchenvorstandsvorsitzende Ludger Stennes bei der Ausräumaktion.

Der Delbrücker Architekt Frank Kellner, Pfarrer Martin Beisler und der Tudorfer Pastor Wilhelm Rüther beraten mit ihm in der »nackten« Kirchenhalle die nächsten Bauschritte. In dieser Woche wird der komplette Innenraum eingerüstet, und dann folgen umfangreiche Malerarbeiten für Gewölbedecken und Wände. »Alles wird aufgefrischt, und dabei nehmen wir die vorhandenen Farben auf, so dass die heimischen Kirchbesucher ihre Kirche wiedererkennen werden«, ließ Architekt Kellner durchblicken.

Zuschuss vom Erzbistum

Die Kosten von einer guten halben Million Euro werden mit 320.000 Euro vom Erzbistum bezuschusst, bleiben immer noch 190.000 Euro, die die Kirchengemeinde mit Spenden, Eigenleistung und Eigenmitteln zu stemmen hat. Das 161 Jahre alte Kirchengebäude hatte seine letzte Innensanierung 1972, und deshalb ist jetzt nach 46 Jahren ein neuer Innenanstrich an der Zeit.

Aber auch die Technik wird auf Vordermann gebracht, berichtet Pfarrer Martin Beisler als Vorsitzender des Pastoralverbunds: »Wir nutzen jetzt natürlich die Gelegenheit, auch die Akustik und die elektrischen Anlagen auf den modernsten Stand zu bringen.«

Die Heiligenfiguren und auch die Altäre haben längst einen sicheren Unterschlupf gefunden. Und neben den kostbaren barocken historischen Heiligenfiguren, die noch aus dem Kloster Böddeken stammen, werden auch alle anderen sorgsam überarbeitet. Dabei ist auch der ehemalige Malermeister Otto Wedeking aus der Gemeinde behilflich, der sich schon in der Vergangenheit regelmäßig um das Kircheninventar gekümmert hat. Einzig Teile der Orgel bleiben sicher verpackt während der Renovierungsarbeiten in der Kirche. »Wir bekommen dann aber aus dem Depot des Erzbistums eine neue und größere Maria«, freut sich Stennes. Dann begegnen sich Marienfigur und Meinolfusfigur an den Schildwänden der Kirchenschiffe optisch auf Augenhöhe.

Ausweichquartier

Ein schöner Nebeneffekt ist das neue Ausweichquartier für die Messen an Werktagen im Pfarrheim. Dort wurde im einzigen deckenoffenen Raum eine kleine Kapelle eingerichtet, und die erste Reaktion ist überzeugend. »Das kann so bleiben«, freuten sich die ersten Kirchenbesucher über die einladende Nähe, die dort entsteht. Und der Frühstücksraum für die Pfarrheimgruppen liegt barrierefrei nebenan.

Zur Zeit der Sonntagsmessen bleibt es allerdings still in den kommenden sechs Monaten in St. Matthäus. Aber das ist auch kein Problem, denn St. Georg in Oberntudorf läutet dann auch für die Kirchenbesucher von der Alme. Die Katholische Kirchengemeinde St. Matthäus hat ein Spendenkonto eingerichtet bei der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten: IBAN: DE 16 4726 1603 0031 0455 00.

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