Stadt Salzkotten will mit der Deutschen Glasfaser kooperieren
Breitband für alle

Salzkotten (WB). Jetzt haben es die Salzkottener Bürger in der Hand. Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am Montag die Weichen für den Aufbau eines Glasfaserkabelnetzes im gesamten Stadtgebiet gestellt. Ob der Zug jedoch auch tatsächlich in Richtung Glasfaser für alle fährt, hängt von der Akzeptanz der Kunden ab. 40 Prozent der Haushalte müssten sich für einen Vertrag mit dem Unternehmen Deutsche Glasfaser entscheiden.

Mittwoch, 06.06.2018, 07:47 Uhr aktualisiert: 06.06.2018, 14:00 Uhr
Die Stadt Salzkotten will mit der Deutschen Glasfaser kooperieren und im gesamten Stadtgebiet den Breitbandausbau ermöglichen. Im Bild zu sehen sind Peter Kamphuis (Geschäftsführer Deutsche Glasfaser), Bürgermeister Ulrich Berger, Laura Ricksmeier (Fachbereich Stadtentwicklung), Martin Westermeier (stellvertretender Fachbereichsleiter Stadtentwicklung), Ludwig Bewermeier (Leiter Fachbereich Stadtentwicklung) und Maurice Lottermoser (FttH Sales Deutsche Glasfaser). Foto:
Die Stadt Salzkotten will mit der Deutschen Glasfaser kooperieren und im gesamten Stadtgebiet den Breitbandausbau ermöglichen. Im Bild zu sehen sind Peter Kamphuis (Geschäftsführer Deutsche Glasfaser), Bürgermeister Ulrich Berger, Laura Ricksmeier (Fachbereich Stadtentwicklung), Martin Westermeier (stellvertretender Fachbereichsleiter Stadtentwicklung), Ludwig Bewermeier (Leiter Fachbereich Stadtentwicklung) und Maurice Lottermoser (FttH Sales Deutsche Glasfaser).

Das Telekommunikationsunternehmen mit Sitz in Borken hat der Stadt ein Angebot unterbreitet, das Bürgermeister Ulrich Berger dafür geeignet hält, die Stadt in Sachen Digitalisierung zukunftssicher aufzustellen. »Wir haben jetzt die Möglichkeit, das Bestmögliche zu bekommen: Glasfaser bis ans Haus«, so Berger, »wichtig ist uns dabei, dass keine Zwei-Klassen-Gesellschaft entsteht, sondern alle Ortsteile und auch die größeren Einzellagen mit Breitband versorgt werden.«

Auch Außenbereiche sollen einbezogen werden

Fachbereichsleiter Stadtentwicklung Ludwig Bewermeier erläuterte dem Rat sowie zahlreichen Zuhörern auf der Tribüne das Angebot der Deutschen Glasfaser. Sie wolle von Delbrück aus, wo sie derzeit bereits ein Glasfasernetz aufbaue, eine Leitung über den Heitwinkel Richtung Schwelle, Holsen, Verlar, Mantinghausen, Verne, Salzkotten, Obern- und Niederntudorf sowie Thüle und Scharmede legen. »Auch Außenbereiche, deren Versorgung wirtschaftlich schwer darstellbar ist, sollen über so genannte Zusatzpolygone in den Ausbau einbezogen werden. Somit können auch Bereiche wie etwa der Holtwiesenweg in Mantinghausen oder Verne-Enkhausen mitversorgt werden«, berichtete Bewermeier.

Auch Bosenholz sei zum Teil mit drin, nur wenige kleine Außenbereiche wie das Verner Holz gingen leer aus. Während in den Kernbereichen der Hausanschluss für die Kunden kostenlos realisiert werden soll, fielen im Außenbereich einmalige Kosten in Höhe von 250 Euro an.

Kabel wird in 40 Zentimeter Tiefe verlegt

Die Deutsche Glasfaser will den Ausbau eigenwirtschaftlich finanzieren, die Stadt müsste keine Gelder zuschießen. Für die Verlegung des Kabels seien vorwiegend Wirtschaftswege ausgesucht worden. 40 Zentimeter tief soll das Kabel verlegt werden. Unter anderem komme dabei ein so genannter Kabelpflug zum Einsatz, der in einem Arbeitsvorgang eine Furche ziehe und das Schutzrohr in den Boden verlege. Wo nötig, werde das Kabel in offene Gräben oder im Trenchingverfahren gelegt. Dabei werde ein schmaler Kabelgraben gezogen.

Die neuen Verlegetechniken seien kostensparend und praxiserprobt, urteilte Ludwig Bewermeier. Er bewertet das Angebot als große Chance, das Stadtgebiet mit seinen Ortsteilen flächendeckend zeitnah mit Glasfaserkabeln zu versorgen.

Die Hürde heißt 40 Prozent. Das Borkener Telekommunikationsunternehmen setzt in den jeweiligen Ortsteilen eine entsprechende Vertragsquote oder alternativ eine Quote von 40 Prozent aller möglichen Hausanschlüsse über das Stadtgebiet gesehen voraus. »Das wird kein Selbstläufer«, meint Bewermeier, wir müssen schon ordentlich Werbung machen.« Denn manchen Kunden reiche das derzeitige Angebot vielleicht aus.

Mehr Informationen in Bürgerversammlungen

Der Fachbereichsleiter glaubt aber, dass schon in wenigen Jahren die Kupferkabel für die zu übermittelnden Datenmengen nicht mehr ausreichen. Sowohl für das Arbeiten zu Hause als auch für die Nutzung von Unterhaltungsmedien sei die Übertragung enormer Datenmengen notwendig. Sowohl Ulrich Berger als auch Ludwig Bewermeier betonen aber, dass ein Vertragsabschluss selbstverständlich freiwillig sei. »Es ist ein erweitertes Angebot«, so Berger.

Der Rat befürwortete das Ausbaukonzept bei 26 Ja- und acht Nein-Stimmen. Bedenken gab es, dem Unternehmen aus Borken eine Monopolstellung einzuräumen. Alternativabgebote gäbe es derzeit aber nicht, so Bewermeier. Ebenso skeptisch gesehen wurde die scheinbar geringe Verlegungstiefe von 40 Zentimetern. Zudem wurde der Wunsch geäußert, das Vorhaben zunächst noch in den Fraktionen zu diskutieren. Bürgermeister Berger hielt das Projekt für entscheidungsreif.

In Bürgerversammlungen wollen Stadt und Deutsche Glasfaser in den kommenden Wochen über Details informieren und Meinungen einholen. Die Deutsche Glasfaser wird zudem ein Ladenlokal in Salzkotten beziehen und dort die Bürger informieren.

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