Ausweitung der Mautpflicht: Kreis hebt Durchfahrtssperren für Lkw in Lichtenau und Salzkotten auf
Lastwagen dürfen durch Orte fahren

Salzkotten/Lichtenau (WB). Künftig dürfen wieder Lastwagen durch Lichtenau und Salzkotten fahren. Das seit 2006 bestehende Durchfahrtsverbot soll zum 1. Juli aufgehoben werden. Hintergrund ist die Ausweitung der Lkw-Mautpflicht: Vom 1. Juli an gilt sie auf allen Bundesstraßen. Mautpflichtig sind Lkw von 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht an.

Samstag, 16.06.2018, 05:24 Uhr aktualisiert: 16.06.2018, 05:30 Uhr
An dieses Bild müssen sich Anwohner der B1 vielleicht wieder gewöhnen: Lastwagen im Stadtverkehr. Foto:
An dieses Bild müssen sich Anwohner der B1 vielleicht wieder gewöhnen: Lastwagen im Stadtverkehr.

»Die Durchfahrtssperren für Schwerlasttransporter auf der B 68, B 7 sowie B 1 machen dann keinen Sinn mehr, weil es sich nicht mehr rechnet, von der Autobahn abzufahren«, sagt der Ordnungsdezernent des Kreises Paderborn, Michael Beninde. Die Verbotsschilder werden Anfang Juli abgebaut. »Wir behalten die Verkehrssituation gleichwohl im Blick und werden die Vorher-Nachher-Situation durch Verkehrszählungen begleiten«, kündigt Beninde an.

Am 1. Januar 2005 war eine Mautpflicht für Lkw ab zwölf Tonnen zulässigem Gesamtgewicht eingeführt worden. Sie galt seinerzeit für Bundesautobahnen und einige stark frequentierte Bundesstraßen. Viele Lkw-Fahrer bogen daraufhin von der A 33 und A 44 ab: In den Innenstädten von Lichtenau und Salzkotten nahm der Schwerlastverkehr dramatisch zu. Durch beide Städte führen Bundesstraßen (B 68 durch Lichtenau, B 1 durch Salzkotten). Landrat Manfred Müller und die damaligen Bürgermeister der Städte Lichtenau und Salzkotten hatten sich daraufhin beim Landesverkehrsministerium dafür eingesetzt, die Strecken B 68, B 7 zwischen Paderborn, Lichtenau und Warburg sowie die B 1 zwischen Paderborn und Ortsausgang Salzkotten für Schwerlasttransporter zu sperren.

Von der Mautsperrung nicht erfasst waren örtliche Ziel- und Quellverkehre. Letztere dürfen im Umkreis von 75 Kilometern des Beladeortes die Bundesstraßen B 1, B 68 und B 7 befahren. Im Ergebnis konnte der Lkw-Verkehr halbiert, die Innenstädte von Lichtenau und Salzkotten deutlich entlastet werden.

Um einen Vorher-Nachher-Vergleich durchführen zu können, sind bereits in diesem Frühjahr Verkehrszählungen durchgeführt worden: An der B 1, Lange Straße in Salzkotten, wurden im Zeitraum 2. bis 9. Mai 5924 Lkw und Lastzüge gezählt. An der B 64, Ortsmitte Lichtenau, waren im Zeitraum 9. bis 16. April insgesamt 3999 Lkw und Lastzüge unterwegs. An der B 64, Ortsmitte in Kleinenberg, wurden im Zeitraum 30. Mai bis 7. Juni 3432 Lkw und Lastzüge gezählt. »Wir gehen nicht davon aus, dass der Schwerlastverkehr nach Aufhebung der Durchfahrtverbote zunehmen wird. Denn ob Autobahn oder Bundesstraße: Die Maut ist in jedem Fall fällig«, bekräftigt Beninde abschließend.

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