Bundesgolddorf bekommt einen neuen Dorfplatz
Ende der Thüler Trockenzeit

Salzkotten (WB). Wenn am Wochenende die Schützen in Thüle in der Ortsmitte an ihrem Wahrzeichen vorbeimarschieren, müssen sie sich nicht mehr fragen, wann am Glockenbrunnen wieder Wasser sprudeln wird. Denn das Ende der Trockenzeit ist in Sicht.

Samstag, 07.07.2018, 08:33 Uhr aktualisiert: 07.07.2018, 08:40 Uhr
Thüles Ortsvorsteherin Marietheres Strunz sowie Fachbereichsleiter Ludwig Bewermeier und sein Kollege Heiner Mersch (von links) sind überzeugt, dass der neue Dorfplatz in Thüle ein Ort mit Aufenthaltsqualität wird. Dann wird auch die sagenumwobene Glocke nicht mehr auf dem Trockenen liegen. Ein naturnaher Bach wird ebenso angelegt wie Bänke und eine Ladestation für E-Räder. Foto: Jörn Hannemann
Thüles Ortsvorsteherin Marietheres Strunz sowie Fachbereichsleiter Ludwig Bewermeier und sein Kollege Heiner Mersch (von links) sind überzeugt, dass der neue Dorfplatz in Thüle ein Ort mit Aufenthaltsqualität wird. Dann wird auch die sagenumwobene Glocke nicht mehr auf dem Trockenen liegen. Ein naturnaher Bach wird ebenso angelegt wie Bänke und eine Ladestation für E-Räder. Foto: Jörn Hannemann

Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, Ludwig Bewermeier, und sein Kollege Heiner Mersch haben in der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses Pläne für die Neugestaltung eines Dorfplatzes an der Schnittstelle der Westernstraße und der Thüler Straße vorgestellt.

Dort, wo die sagenumwobene Glocke auf dem Trockenen liegt, soll nicht nur das Wasserspiel wieder in Gang gesetzt werden. »Wir wollen hier einen Dorfplatz mit Aufenthaltsqualität schaffen«, so Bewermeier, »dabei soll Wasser das zentrale Element sein.« In Sichtweite der Kirche, des Pastorates, des Bürgerhauses, der Grundschule, des Kindergartens und des Gerätehauses ist der Platz am Brunnen ein echter Dorfmittelpunkt. »Während des Ikek-Prozesses entstand die Idee, hier einen Ort der Begegnung anzulegen. Im Moment gibt es nur auf der anderen Straßenseite eine Bank und der Platz wirkt noch nicht sehr einladend«, berichtet Ortsvorsteherin Marietheres Strunz aus den Workshops, »die Thüler wünschen sich einen Platz zum Verweilen, wo sich Jung und Alt treffen.« Insbesondere der Heimatverein habe an der Planung tatkräftig mitgearbeitet.

Naturnaher Bach und Wasserspiel

»Wasser gibt es genug«, versichert Ludwig Bewermeier und verweist auf zahlreiche Quellen. Seit etwa zwei Jahren sind aber das Becken an der Glocke undicht und die Düsen rundherum defekt. Heiner Mersch erläutert, dass nun der gesamte Platz umgestaltet werden soll. Aus einem Quellstein soll das Wasser in einen naturnahen Bach plätschern und Richtung Glocke fließen, wo wiederum ein Wasserspiel ununterbrochen den Bereich beleben wird.

Bänke sollen zum Verweilen einladen und eine Tafel über Thüle informieren. Radler, die mit dem Elektrofahrrad unterwegs sind, werden während einer Pause ihr Gefährt an einer Ladestation neu auftanken können. »Außerdem wollen wir den historischen Straßenverlauf mit einer Aufpflasterung symbolisch darstellen«, so Bewermeier. Denn bevor die heutige Ortsdurchfahrt gebaut wurde, führte die Straße direkt durch die angrenzenden Häuser hindurch. 1976, zum ersten Kreisschützenfest in Thüle, entstand dann durch Umlegung der Straße der Platz mit der Glocke, die eine besondere Bedeutung für den Ort hat. Denn laut Überlieferung wurde einst eine ungeweihte Glocke im Kirchturm aufgehängt. Als sie das erste Mal geläutet werden sollte, flog die »Satansglocke« in hohem Bogen durch ein Schallloch aus dem Kirchturm und landete erst wieder in einem Sumpf, dem heutigen Gockenpohl. Die Sage in Versform mussten einst die Schulkinder auswendig lernen.

Gestaltung kostet 105.000 Euro

Im Laufe der Umbauarbeiten soll die Glocke zunächst entfernt, aufgearbeitet und dann in gleicher Ausrichtung wieder auf dem neuen Dorfplatz platziert werden.

Die Gestaltung des Dorfplatzes wird 105.000 Euro kosten. »Wir haben das Projekt bereits der Bezirksregierung vorgestellt. 65 Prozent der Kosten können durch Fördermittel gedeckt werden«, informiert Ludwig Bewermeier. Der städtische Anteil sei im Haushaltsplan veranschlagt.

Bei den Mitgliedern des Bauausschusse kamen die Pläne gut an. Einstimmig wurde beschlossen, in einer Bürgerinformation das Projekt zu präsentieren. Nachdem der Bewilligungsbescheid über die Fördergelder eingegangen ist, könne ein Bauzeitenplan erstellt werden, so Bewermeier. Auch Eigenleistungen können eingebracht werden. Spätestens im Frühjahr rechnet die Ortsvorsteherin mit dem Baubeginn.

Im Stadtgebiet Salzkotten werden derzeit zwei Projekte im Nachgang des Ikek-Prozesses erarbeitet. Das zweite ist die Sanierung des Bürgerhauses in Verlar.

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