Auszubildende von Westfalen-Weser-Netz bringen historische Schalttafel in Verner Mühle wieder in Gang
Junge Leute lernen von alter Technik

Salzkottten (WB). Schäfermeiers Mühle in Verne ist etwas Einmaliges in Ostwestfalen-Lippe. In dem historischen Gebäude (1819) sind drei verschiedene Maschinen unter einem Dach vereint: Mühlenrad mit angeschlossener Turbine, ein Mahlwerk über drei Stockwerke und ein Sägewerk. Eine zentrale Einheit konnten jetzt acht Auszubildende von Westfalen-Weser-Netz dazu beisteuern. Sie haben eine mehr als 100 Jahre alte Schalttafel der elektrischen Anlage in einem Sonderprojekt restauriert.

Donnerstag, 02.08.2018, 03:53 Uhr aktualisiert: 02.08.2018, 10:54 Uhr
Die Verantwortlichen waren auch von den historischen Fähigkeiten der Azubis beeindruckt (von links): Azubi Marc Schieck, Andreas Speith, Geschäftsführer Westfalen-Weser-Netz, Michael Schimming, Vorstandsmitglied im Förderverein, Bürgermeister Ulrich Berger und Vereinsvorsitzender Klaus Ellermann. Foto:
Die Verantwortlichen waren auch von den historischen Fähigkeiten der Azubis beeindruckt (von links): Azubi Marc Schieck, Andreas Speith, Geschäftsführer Westfalen-Weser-Netz, Michael Schimming, Vorstandsmitglied im Förderverein, Bürgermeister Ulrich Berger und Vereinsvorsitzender Klaus Ellermann.

Mit dem aus Wasserrad und Gleichstromgenerator erzeugten Strom wurden nicht nur Mahlwerk und Sägewerk angetrieben, sondern später auch das damalige Dorf Verne versorgt. »Das erste Licht brannte selbstverständlich in der Kirche. Auf die Glühlampen in den Haushalten und die Akkus in der Mühle wurde der Strom mithilfe der Schalttafel verteilt«, erläutert Michael Schimming, Vorstandsmitglied im Förderverein. Die Schalttafel aus Marmor war allerdings mittlerweile nicht mehr funktionstüchtig. Sie sollte wieder in möglichst originalgetreuen Zustand mit Widerständen, Schaltern, Spannungs- und Strommessinstrumenten sowie Sicherungen versetzt und in Gang gesetzt werden. »Die Restaurierung dieses historischen Schmuckstücks konnten wir gerade passend als Sonderprojekt in den Ausbildungsplan für ein Ausbildungsjahr einbauen. Es ist durchaus sinnvoll, wenn die jungen Kolleginnen und Kollegen sich auch mit älteren und ursprünglichen Techniken auseinandersetzen. Davon kann man nur lernen«, sagt Andreas Speith, Geschäftsführer Westfalen-Weser-Netz.

»Das war für uns alle eher ungewohnte Arbeit, aber es war eine Abwechslung und hat sehr viel Spaß gemacht«, erzählt Marc Schieck, Azubi bei Westfalen-Weser-Netz. Die angehenden Elektroniker für Betriebstechnik haben das alles so gut hinbekommen, dass nicht nur die Mühlenbesitzer ganz begeistert waren.

Auch Salzkottens Bürgermeister Ulrich Berger war voll des Lobes für die jungen Leute: »Alle Achtung, davor ziehe ich meinen Hut. Eine so alte Einheit wieder so detailgetreu in Gang zu bringen als wäre sie gerade erst gekauft worden, ist ein echtes Kunststück.« Als Belohnung gab es für die Azubis eine Führung durch die gesamte Mühle mit umfangreicher Bewirtung.

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