Glasfaser: Im September startet Abfrage für Salzkotten und Upsprunge
Bosenholz knackt 40 Prozent-Quote

Salzkotten (WB/sen). Das Telekommunikationsunternehmen Deutsche Glasfaser ist optimistisch, im Stadtgebiet Salzkotten eine digitale Infrastruktur aufbauen zu können. Die Chancen für die gestarteten Nachfragebündelungen in den Ortsteilen stünden gut, heißt es in einer Pressemitteilung.

Donnerstag, 09.08.2018, 14:22 Uhr aktualisiert: 09.08.2018, 14:24 Uhr
Der Aufbau eines Glasfasernetzes im Stadtgebiet Salzkotten ist derzeit das große Thema in der Bevölkerung. Mancherorts werben die Bürger sogar selbst für die DG. Foto: dpa
Der Aufbau eines Glasfasernetzes im Stadtgebiet Salzkotten ist derzeit das große Thema in der Bevölkerung. Mancherorts werben die Bürger sogar selbst für die DG. Foto: dpa

Voraussetzung für den Ausbau eines Glasfasernetzes mit der Deutschen Glasfaser (DG) ist, dass 40 Prozent der Haushalte im Vorfeld einen Vertrag mit der DG unterschreiben. In Bosenholz (etwa 30 Haushalte) wurde inzwischen die geforderte Quote erstmals im Stadtgebiet erreicht.

Ob die Bosenholzer tatsächlich einen Glasfaseranschluss bekommen, ist dagegen aber noch nicht sicher. »Die Zusage der DG bezieht sich auf Ortsteile. Erreicht ein Ortsteil die 40 Prozent, bekommt er den Anschluss«, sagte Fachbereichsleiter Stadtentwicklung Ludwig Bewermeier auf WV-Anfrage, »Bosenholz ist allerdings kein Ortsteil, sondern ein Außenbezirk, der zur Kernstadt gehört. Wir gehen aber davon aus, dass Oberntudorf und Niederntudorf die Quote erreichen werden, so dass die Leitung über Bosenholz führen wird.«

Nachfragebündelung

Laut Deutsche Glaserfaser hat Bosenholz inzwischen die 40-Prozent-Hürde »geknackt«. Hier die jüngst veröffentlichten Zahlen: Bosenholz 40 Prozent, Holsen 27 Prozent, Mantinghausen 24 Prozent, Niederntudorf 19 Prozent, Oberntudorf 19 Prozent, Scharmede 18 Prozent, Thüle 27 Prozent, Verlar 28 Prozent und Verne 23 Prozent.

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Bewermeier weist zudem darauf hin, dass die DG auch tätig wird, sollten 40 Prozent aller Haushalte im gesamten Stadtgebiet sich für das Unternehmen entscheiden. Dörfer, die möglicherweise die Quote nicht erreichen, hätten dann immer noch die Chance auf einen Anschluss.

Bewermeier gibt sich aber optimistisch und glaubt, dass in allen Ortsteilen die Quote erreicht werden kann. »Die Leute wollen den Anschluss unbedingt«, so der Fachbereichsleiter. Die Nachfragebündelung für die Ortsteile endet am 10. September.

Der Prozess hat in manchen Orten eine erstaunliche Eigendynamik entwickelt. In Thüle etwa, derzeitiger Stand 27 Prozent, gehen die Bürger inzwischen selbst von Haus zu Haus, um für die DG zu werben. Dort hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die Flyer im Ort verteilt. Vor Häusern, deren Bewohner bereits Verträge abgeschlossen haben, stehen kleine Schilder der DG mit der Aufschrift »Wir sind dabei«.

Zuschuss von 250 Euro möglich

Die Nachfrage für die Kernstadt und für Upsprunge beginnt am 8. September und dauert bis zum 3. Dezember. Die DG macht auch denjenigen Bürgern Hoffnung auf einen Anschluss, die nicht in einem der Ausbaugebiete des Unternehmens – der sogenannten Polygone – wohnen. In den Verhandlungen zwischen der Stadt und der Unternehmensgruppe seien Zusatzpolygone festgelegt worden, in denen – im Gegensatz zu den übrigen Ausbaugebieten – ein Baukostenzuschuss in Höhe von 250 Euro notwendig wird, um die Glasfaser bis ins Haus zu bekommen, teilt die Deutsche Glasfaser mit. Allerdings gelte auch hier die Bedingung, dass die Nachfragebündelung die notwendige 40-Prozent-Quote erreicht und somit die Technik überhaupt erst in die Stadt bringt.

»Erst dann können die Zusatzpolygone in Angriff genommen und alle betroffenen Haushalte innerhalb dieser Gebiete über weitere Details informiert werden«, so die DG. Bosenholz liegt indes nicht in einem Zusatzpolygon, so dass die 250 Euro nicht fällig würden.

Netz ist offen für andere Anbieter

Auch das angestrebte Glasfasernetz in Salzkotten werde ein offenes Netz (Open Access), betont Unternehmenssprecherin Gerda Meppelink. »Das heißt, alle interessierten Telekommunikationsanbieter können sich auf das Deutsche Glasfaser Netz aufschalten und ihre Produkte den Kunden anbieten. Deutsche Glasfaser als Infrastrukturinhaber wünscht sich einen offenen Wettbewerb und damit einhergehend eine möglichst gute Auslastung des Netzes. Sie verhält sich dabei diskriminierungsfrei und bietet auf allen Wertschöpfungsstufen Open Access an«, so Meppelink.

»Momentan befindet sich der Wettbewerb auf dem Glasfasernetz von Deutsche Glasfaser in den Kinderschuhen. Nichtsdestotrotz sind bereits in mehreren Kommunen in NRW andere Telekommunikationsanbieter auf dem Netz von Deutsche Glasfaser aktiv. Es liegt letzten Endes insbesondere bei den Anbietern selbst, die – um unser Netz nutzen zu können – überhaupt erst glasfaserfähige Produkte im Portfolio haben sollten«, so die Sprecherin der Unternehmensgruppe weiter.

Die Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser mit Hauptsitz in Borken plant, baut und betreibt eigenen Angaben zufolge anbieteroffene Glasfaser-Direktanschlüsse für Privathaushalte und Unternehmen. Sie engagiere sich bundesweit privatwirtschaftlich für die Breitbandversorgung ländlicher Regionen.

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