Altenheim St. Clara im Salzkottener Mutterhaus umgebaut
Modern wohnen im Kloster

Salzkotten (WB). Frisch, hell und modern: So wohnen die Senioren nach dem jetzt fertiggestellten Umbau im Altenheim St. Clara im Mutterhaus der Franziskanerinnen in Salzkotten. Am Mittwoch, 3. Oktober, können sich beim Tag der offenen Tür alle Interessierten davon überzeugen.

Dienstag, 25.09.2018, 14:00 Uhr aktualisiert: 25.09.2018, 14:05 Uhr
Für mehrere Millionen Euro ist das Altenheim St. Clara im Mutterhaus der Salzkottener Franziskanerinnen umgebaut worden. Sr. M. Arnoldis, Sr. M. Birgit sowie die Architekten Andreas und Monika Breithaupt (von links) freuen sich über das Ergebnis. Foto: Hanne Hagelgans
Für mehrere Millionen Euro ist das Altenheim St. Clara im Mutterhaus der Salzkottener Franziskanerinnen umgebaut worden. Sr. M. Arnoldis, Sr. M. Birgit sowie die Architekten Andreas und Monika Breithaupt (von links) freuen sich über das Ergebnis. Foto: Hanne Hagelgans

Der Tag beginnt mit einem Gottesdienst mit Erzbischof Hans-Josef Becker in der Mutterhauskirche.

Bewegte und oft anstrengende Zeiten haben die beteiligten Firmen, die Schwestern und auch die Bewohner jetzt hinter sich. Denn der Umbau, den das Architekten-Ehepaar Andreas und Monika Breithaupt geplant hat, fand im laufenden Betrieb statt. Bereits im Frühjahr 2015 startete der erste von drei Bauabschnitten. »Voll belegt waren wir während der Bauzeit aber nicht«, erzählt Schwester M. Arnoldis Straßfeld, Provinzökonomin.

Alle Bäder sind barrierefrei

Um den aktuellen Bauvorschriften zu genügen, aber auch, um den alten Menschen mehr Wohnqualität zu ermöglichen, wurden aus jeweils drei Zimmer zwei gemacht. Dazwischen entstanden jeweils zwei Bäder. Die Zimmer sind zwischen 16 und 20 Quadratmeter, die Bäder zwischen 3,5 und 7 Quadratmeter groß. So können auch Bewohner, die auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, sich gut bewegen. Zudem sind alle Duschen nun barrierefrei erreichbar. Damit die Zahl der Zimmer in etwa erhalten blieb – vor dem Umbau waren es 72, aktuell sind es 67 – wurde ein bisher von den Schwestern genutzter Teil des Mutterhauses dem Altenheim St. Clara zugeschlagen.

Während der Bauzeit war das Altenheim nur durch die Pforte des Mutterhauses erreichbar. Besucher mussten zunächst einen Weg durch lange Flure hinter sich bringen. Nun ist ein komplett neuer Eingangsbereich mit einem hellen, freundlichen Foyer im Ostflügel entstanden. Hier befinden sich auch die Büros der Einrichtungs- und der Pflegedienstleitung, ein Arztzimmer und ein Speiseraum. Hier so wie im gesamten Mutterhaus und Altenheim St. Clara werden übrigens Mahlzeiten serviert, die direkt vor Ort in der Klosterküche zubereitet werden.

Umbau in 100 Jahre altem Gebäude birgt Tücken

Der Umbau in dem mehr als 100 Jahre alten Gebäude hatte so seine Tücken. »Wir haben jeden Tag eine neue Überraschung erlebt«, schaut Schwester M. Arnoldis zurück. Die wohl größte: Beim Bau des zentralen Aufzugs wurde eine Wasserquelle entdeckt. Und Malermeister Hans-Josef Leberling fand bei den Bauarbeiten noch eine Tageszeitung aus dem Jahr 1914 zwischen den Bodendielen.

Mit dem Umbau, freut sich Architekt Andreas Breithaupt, sei es gelungen, dem Heim einen modernen Anstrich und zeitgemäßen Wohnkomfort zu geben, dennoch aber den besonderen Charme des alten Klosters mit hohen Räumen und kunstvoll gestalteten, schweren Holztüren zu erhalten.

Finanzielle Unterstützung auch aus den USA

Das Besondere am Altenheim St. Clara ist es, dass dort die alt gewordenen Ordensschwestern gemeinsam mit Senioren (Frauen und auch Männern) von außerhalb gemeinsam wohnen. Daraus, erzählt Schwester M. Birgit Henning, Provinzassistentin, sei mit der Zeit ganz selbstverständlich ein schönes Miteinander entstanden. »Das ist eine Bereicherung für beide Seiten«, weiß Schwester M. Arnoldis.

Katholisch braucht übrigens niemand zu sein, der ins Altenheim St. Clara einziehen möchte. Angebote wie Seelsorge, heilige Messen, die Übertragung der Gottesdienste aus dem Mutterhaus auf die Fernseher im Zimmer oder auch die Teilnahme an Exerzitien sind eben genau das: Angebote. Wer mag, kann sie nutzen, aber es gibt kein Muss.

Allein hätten die Salzkottener Franziskanerinnen die mehrere Millionen Euro teure Baumaßnahme nicht finanzieren können. Doch zum Glück gab es Hilfe: Unterstützung kam nicht nur von der Deutschen Fernsehlotterie, sondern auch aus den ausländischen Ordensprovinzien in den USA, den Niederlanden und Frankreich, die alle aus der Keimzelle Salzkotten hervorgegangen sind.

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