So., 21.10.2018

Riesiger Besucherandrang auf dem Vauß-Hof Tausende feiern den Apfel

Um ihn drehte sich alles am Wochenende in Scharmede: den Apfel. Lissy Mihály half ihren Kunden dabei, die Sorte ihrer Äpfel zu bestimmen.

Um ihn drehte sich alles am Wochenende in Scharmede: den Apfel. Lissy Mihály half ihren Kunden dabei, die Sorte ihrer Äpfel zu bestimmen. Foto: Marion Neesen

Von Marion Neesen

Scharmede(WV). 100.000 Liter Apfelsaft hat der Saftjäger in dieser Saison gepresst. »Die Region dürfte mit Apfelsaft versorgt sein«, lacht Christian Jäger aus Verlar, der am Wochenende mit seiner Saftpresse beim Apfelfest auf dem Vauß-Hof noch einmal voll im Einsatz war.

Wenn es das Apfelfest nicht schon gäbe, in diesem Jahr hätte es erfunden werden müssen. »Was die Obsternte betrifft, war es ein grandioses Jahr«, sagt Anja Pötting vom Vauß-Hof, »und das hat auch unsere Kühe gerettet.« Denn allein auf dem Scharmeder Biohof hat der Saftjäger 7500 Liter Saft gepresst. Und den Apfeltrester, das was nach dem Pressen vom Apfel übrig bleibt, haben die Rinder zum Fressen gern. Grund genug also, ein Fest zu feiern.

Längst mehr als eine Hommage an die verbotene Frucht

Doch das Apfelfest in Scharmede ist in seiner fünften Auflage längst nicht mehr »nur« eine Hommage an die verbotene Frucht. Mit dem Kunsthandwerkermarkt, den vielen Mitmachaktionen für Kinder, den unwiderstehlichen kulinarischen Angeboten von Apfelkuchen bis Pizzaschnecke sowie dem kulturellen Angebot ist die Veranstaltung zu einem kleinen Volksfest mit dennoch familiärem Charakter geworden. »Ich mag es einfach, wenn in jeder Ecke die Türen geöffnet sind und es viel zu entdecken gibt«, freut sich Anja Pötting über das Gewusel auf dem Hof und der angrenzenden Wiese. Erstmals haben die Pöttings den Schritt gewagt, das Fest auf zwei Tage zu strecken, um den Besucherandrang etwas zu entzerren. Doch schon am Samstag bangt Anja Pötting um den Apfelkuchen, der vielleicht nicht für beide Tage reichen wird. Friederike Rost und Marc de Pouplana vom »Kiki Lento« aus Korbach haben indes vorgesorgt. Eigentlich sind Zimtschnecken ihr Spezialgebiet, doch diesmal verwöhnen sie die Besucher mit deftigen Pizza- und Flammschnecken. »Wir haben 150 Kilo Mehl dabei und kneten laufend Teig nach«, so Friederike Rost. Das ist auch nötig. Die Leute stehen Schlange. Wer dennoch nicht genug bekommen hat, darf sich freuen: Im nächsten Jahr wird das Team aus Korbach vom 1. Mai bis zum 30. Juni freitags, samstags, sonntags und an Feiertagen das Hofcafé öffnen.

 

In der Schlange stehen für Pizzaschnecken

Einreihen in die Schlange müssen sich auch die Besucher am Tisch von Lissy Mihály. Zu ihr kommen sie mit einer Tüte voller Äpfel, deren Namen sie nicht kennen. Lissy Mihály dreht und wendet sie, sucht im aufgeschnitten Apfel nach dem Kern der Wahrheit und probiert. »Besonders junge Familie, die sich ein Haus gekauft haben und nicht wissen, welche Sorten im Garten stehen, lassen ihre Äpfel bestimmen. Manche haben aber vielleicht auch dem Opa nicht zugehört, der noch wusste, was er gepflanzt hat«, berichtet die Expertin. Am Wochenende hatte sie auch alte Sorten wie die »Schöne aus Wiedenbrück« oder die »Dülmener Herbstrose« in der Hand. Gerade reicht sie einer Kunden einen Roten Boskop zurück. »Der lässt sich prima lagern«, gibt die Pomologin der Frau mit auf den Weg. Das trifft sich angesichts der Masse an Äpfeln in diesem Jahr gut.

Nächstes Jahr wieder

Auf Entdeckungstour gehen die Besucher des Apfelfestes vor allem beim Kunsthandwerkermarkt und auf der großen Wiese. Unter anderem die großen Strohballen zum Toben und die Klanginstrumente aus Abfall zogen die Kinder an. Etwa 50 bestücken Scheunen, Deelen, Höfe und Gärten. Dazu gibt es Musik aus aller Welt. Während es am Samstag noch ein angenehmes Durchkommen gibt, sprengt der Besucherandrang am Sonntag alle Rekorde. »Es fehlt an Geschirr, die Spülmaschine läuft heiß und es kommen immer noch Leute. Das Wetter ist einfach zu gut«, ist Anja Pötting im Stress noch gelassen. Sie verspricht, auch im nächsten Jahr das Apfelfest wieder auszurichten. Und der Apfelkuchen hat auch so gerade gereicht.

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