Mobilfunkturm: Alte Kläranlage in der Bleichstraße wird als Alternative geprüft
Neue Standorte im Fokus

Thüle (WV). Neue Standorte für die geplante Mobilfunkantenne in Thüle sind nach der Informationsveranstaltung am Montag in den Fokus gerückt. Wie berichtet (WV vom 18. Oktober) hatten Anwohner gegen das Bauvorhaben am Stangenweg protestiert. Sie brachten nun alternative Flächen ins Spiel. Eine davon ist in der Bleichstraße.

Mittwoch, 24.10.2018, 17:05 Uhr aktualisiert: 24.10.2018, 17:08 Uhr
Die Thüler Anwohner sehen im geplanten Mobilfunkturm eine »optische Beleidigung«, so ein Teilnehmer der Informationsveranstaltung. Die Fotomontage der Interessengemeinschaft »Kein Funkturm am Sportgelände« soll verdeutlichen, wie es am Stangenweg aussehen könnte. Foto:
Die Thüler Anwohner sehen im geplanten Mobilfunkturm eine »optische Beleidigung«, so ein Teilnehmer der Informationsveranstaltung. Die Fotomontage der Interessengemeinschaft »Kein Funkturm am Sportgelände« soll verdeutlichen, wie es am Stangenweg aussehen könnte.

Werner Meyer (Deutsche Telekom Technik) sorgte im Rathaussaal zunächst für Ernüchterung. Die Telekom hatte auf Vorschlag der Stadt sechs weitere Standorte rund um Thüle auf ihre Eignung hin untersucht. Alle sechs Flächen liegen außerhalb des Ortskerns und sind in städtischem Besitz: an der Eschenstraße Richtung Scharmede, im östlichen Bereich Thüles in der Feldflur sowie südlich im Bereich Wandschicht und südwestlich im Bereich Birkenstraße/Laurentiusstraße.

»Der Sportplatz ist für uns der einzig geeignete Standort«, informierte Meyer über das Ergebnis der Untersuchung, die sowohl die zu erwartende Datenübertragungsrate als auch den Handyempfang überprüft. Je weiter man sich vom Ortskern entferne, desto unzureichender werde die Versorgung.

Auf privaten Grundstücken kaum eine Chance

Die Telekom habe mit dem Erwerb der Lizenzen eine Versorgungsauflage bekommen. So müssten Übertragungsraten von mindestens 50 Mbit/s pro Antennensektor bei einer Abdeckung von mindestens 98 Prozent der Haushalte sichergestellt werden. Mit der bestehenden Anlage auf der Kuchenfabrik sei dies nicht möglich. Zudem habe der Eigentümer den Vertrag nicht verlängert. Seit mehr als sechs Jahren suche das Unternehmen nun nach einem Standort, um entsprechend hoch bauen zu können. Dabei sprach Werner Meyer auch von »verbrannter Erde« und spielte damit auf einen zunächst geschlossenen und nach Bürgerprotesten wieder gekündigten Vertrag an. Bei privaten Grundstücken sah er aber »kaum eine Chance«.

Etwa 30 Thüler waren ins Rathaus gekommen, um sich zu informieren, aber auch eigene Vorschläge zu unterbreiten. So hatte Klaus Berhorst sowohl mit Verantwortlichen der Deutschen Saatveredelung als auch den Betreibern der Hochspannungsleitungen Kontakt aufgenommen, die nicht grundsätzlich abgelehnt hätten. Ebenso sahen die Anwohner Möglichkeiten im Bereich Richtung Waldkindergarten, auf dem städtischen Gelände der alten Kläranlage in der Bleichstraße sowie am Waldrand des Hauses Thüle. Weiterhin kam aus der Versammlung der Vorschlag, noch einmal Kontakt mit den Eigentümern der Kuchenfabrik aufzunehmen. Vielleicht sei dort innerhalb des Geländes ein anderer Standort geeignet.

Wir können auch unbequeme Themen anpacken

Petra Berhorst

Die Errichtung einer Antenne auf Masten der Hochspannungsleitungen schloss Meyer sowohl aus finanziellen und statischen Gründen als auch aufgrund erschwerter Wartungsmöglichkeiten aus. Andere Vorschläge notierte der Fachmann der Telekom. »Wir wollen natürlich gerne die Versorgung übernehmen und einen geeigneten Standort finden«, zog Meyer neuerliche Prüfungen in Betracht, »wir haben aber schon zweimal Geld in Standortuntersuchungen investiert.« Sollte ein privates Grundstück für die Errichtung des Mobilfunkmastes in Frage kommen, müsse vor einer erneuten funktechnischen Untersuchung eine Unterschrift unter dem Vertrag stehen. Kreisbaudezernent Martin Hübner bat den Vertreter der Telekom, zukunftsfähig zu bauen, damit Thüle dauerhaft ausreichend versorgt sei. »Sonst haben wir vielleicht schon bald zwei oder drei Türme in Thüle, für deren Ablehnung wir als Genehmigungsbehörde keinen Grund haben«, so Hübner.

Stadt prüft zuerst Verfügbarkeit der Flächen

Der Bereich an der alten Kläranlage ist aus Sicht des Fachbereichsleiters Ludwig Bewermeier eine Alternative. Hier verhindere weder Landschafts- noch Naturschutz die Errichtung. Die Stadt will nun weiterhin mit der Telekom im Gespräch bleiben. Unter den Anwohnern wurde erneut Kritik an der mangelnden Information laut. Auch stellten sie die Frage, warum der Bereich Kläranlage als städtisches Grundstück nicht gleich in Betracht gezogen worden sei. »Wir vermissen das Miteinander. Denn nur so ist Thüle auch zum Golddorf geworden. Wir können durchaus auch unbequeme Themen anpacken«, sagte etwa Petra Berhorst, »man muss darüber sprechen, dann gibt es auch meistens eine Lösung.« Dazu sagte Bewermeier auf WV-Anfrage, dass zunächst die Flächenverfügbarkeit geklärt sein müsse, bevor die Öffentlichkeit einbezogen werden könne.

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