Kritik an Vermarktung – Planung für Mobilitätsstation in Auftrag gegeben
Stadtbuslinie braucht mehr Werbung

Salzkotten (WB). Mit dem Bus fahren lediglich die drei ›S‹, hat der Fraktionsvorsitzende der Salzkottener Grünen beobachtet und meint damit Senioren, Schwerbehinderte und Schüler. »Warum ist das so ?«, fragte Wolfgang Dehlinger in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Dienstag und gab selbst die Antwort.

Mittwoch, 31.10.2018, 18:13 Uhr aktualisiert: 31.10.2018, 18:16 Uhr
Am Salzkottener Bahnhof treffen die Stadtbuslinien zusammen. Die Resonanz auf das Alpaka-Angebot könnte größer sein. Foto: Besim Mazhiqi
Am Salzkottener Bahnhof treffen die Stadtbuslinien zusammen. Die Resonanz auf das Alpaka-Angebot könnte größer sein. Foto: Besim Mazhiqi
Kommentar

Außen rot und innen leer, fährt jede Stunde hin und her – was ist das? Wer einen Blick in die roten Alpaka-Busse wirft, kann diese Frage schnell beantworten. So lustig das Verslein klingen mag, umso trauriger ist die Resonanz auf die Stadtbuslinie. Zu wenig bekannt sei das Angebot im öffentlichen Nahverkehr. Unvorstellbar in Zeiten eines immerwährenden »Zugeschüttetwerdens« mit Reklame und unbegrenzter Informationsquellen im Internet. Die wirklich attraktive Stadtbuslinie in Salzkotten kommt nicht an, jedenfalls nicht beim Kunden. Und das soll an mangelnder Werbung liegen ? Ein Armutszeugnis. Keine geringe Rolle wird dabei aber sicher auch der Preis spielen. In diesen Zusammenhang passt wunderbar die Tatsache, dass es seit nunmehr einem Jahr nicht gelingt, die kuriose Preisgestaltung auf der Linie SK 1 (Salzkotten – Tudorf) zu korrigieren. Hier muss der Fahrgast für die kürzere Fahrt nach Wewelsburg mehr bezahlen, als für die längere nach Tudorf, weil es über fremdes (Bürener) Tarifgebiet geht. Zu erklären ist das nicht.

Kein Wunder, dass das Alpaka – tierischer Pate des Linienbündels 12 – nur schwer in Gang kommt.

Marion Neesen

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»Ich bin entsetzt, dass in Sachen Werbung nichts passiert. Es ist einfach nicht bekannt. Nirgendwo ist zu finden, dass es eine stündliche Anbindung der Ortsteile an die Kernstadt gibt«, bemängelte Dehlinger, »wir vergeben da eine Chance und schlucken, dass die Leute das nicht wissen.«

Gleichzeitig kritisiert der Salzkottener Grünenpolitiker die Preisgestaltung. Die Kosten für die Fahrscheine seien nicht so attraktiv, dass beim Kunden zwingend eine Entscheidung für den Bus und gegen das Auto falle.

Zumindest einen Hoffnungsschimmer, dass sich daran bald etwas ändern könnte, zeichnete Stefan Atorf, stellvertretender Geschäftsführer des Nahverkehrsbundes Paderborn/Höxter (NPH), am Dienstag während der Sitzung im Ratssaal an den Horizont. Der NPH will künftig den Nahverkehrsplan gemeinwirtschaftlich und nicht mehr eigenwirtschaftlich ausschreiben und damit, so Atorf, »das Heft in die Hand nehmen und Nahverkehr von hoher Qualität« anbieten. Hintergrund sei, dass die Busunternehmen alle an der Grenze zur Wirtschaftlichkeit führen, es daher kaum Marketing gebe und auch Kürzungen im Linienverkehr drohten. Im Gegensatz zum bisherigen Verfahren will der NPH künftig vorgeben, welche Leistungen er erwartet – vom Angebot auf den einzelnen Strecken bis hin zur Berufskleidung der Busfahrerinnen und Busfahrer. Die Verkehrsunternehmen geben dazu ihr Angebot ab. Sie gehen mit einem Preis in den Wettbewerb, den sie pro Kilometer für die geforderten Leistungen erwarten, um sie erfüllen zu können. Der NPH werde sich dafür auch personell neu aufstellen und zusätzliche Stellen einrichten, um etwa Vermarktung und Öffentlichkeitsarbeit selbst zu übernehmen. Auch werde der Nahverkehrsverbund für Einnahmen und Verluste verantwortlich sein und die Fördermittel etwa für den Schülerverkehr verwalten.

In Salzkotten müssen Fahrgäste aber noch eine Weile auf mögliche Verbesserungen warten, denn das Linienbündel 12 wird erst in drei Jahren wieder ausgeschrieben. Derzeit bedient die DB OWL Lippe Bus das Bündel.

Ins Rollen brachte der Ausschuss am Dienstag allerdings eine Mobilitätsstation für den Salzkottener Bahnhof. Auf Antrag der CDU-Fraktion soll die vorhandene Fahrradabstellanlage um eine abschließbare Anlage für einen oder mehrere Tage erweitert werden. »Uns ist es wichtig, die Mobilität im Stadtgebiet zu vernetzen«, begründete Annette Stracke (CDU) den Antrag. Mit dem Rendezvouspunkt Bahnhof, an dem sich die Busse der Alpakalinie treffen, gebe es eine gute Ausgangssituation. Bei der Verknüpfung des öffentlichen Verkehrs und des Individualverkehrs komme der Stadt eine zentrale Funktion zu. Die CDU-Politiker können sich vorstellen, dass an dieser Mobilitätsstation auch E-Bikes und bei Bedarf E-Autos vermietet und gewartet werden und zu bestimmten Zeiten entsprechendes Personal vor Ort ist.

Obwohl der Beschluss, die Verwaltung mit der Planung zu beauftragen, einstimmig ausfiel, gab es dennoch Kritik. Sowohl SPD als Grüne verwiesen darauf, dass ähnliche Anträge ihrer Parteien bisher immer strikt von der CDU abgelehnt worden seien.

Kommentare

Chrissi  schrieb: 01.11.2018 17:57
Ungünstige Fahrzeit
Ich war die letzten Tage auf den Bus angewiesen. Ehrlich gesagt Frage ich mich wieso der Bus nicht erst nach Tudorf und dann nach Wewelsburg fährt. Die Fahrt dauert so unangenehm lange
1 Kommentare
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