Mi., 24.04.2019

Lösung vergangenen Mittwoch erarbeitet – tiefe Betroffenheit nach tödlichem Unfall Verner Straße bekommt Radstreifen

Am Karfreitag hatte ein 28-jähriger Autofahrer die 37-jährige Radfahrerin auf der Verner Straße angefahren. Sie starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Verletzt wurden bei dem Unfall auch deren Töchter (sechs und drei Jahre). Trauernde haben an der Unfallstelle Blumen niedergelegt.

Am Karfreitag hatte ein 28-jähriger Autofahrer die 37-jährige Radfahrerin auf der Verner Straße angefahren. Sie starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Verletzt wurden bei dem Unfall auch deren Töchter (sechs und drei Jahre). Trauernde haben an der Unfallstelle Blumen niedergelegt. Foto: Lukas Brekenkamp

Von Marion Neesen

Salzkotten (WB). Der tödliche Unfall , bei dem Karfreitag eine 37-jährige Mutter auf der Verner Straße ihr Leben verloren hat , hat tiefe Betroffenheit in der Bevölkerung und bei Behörden ausgelöst. Nach Angaben der Polizei laufen weitere Ermittlungen zur Klärung des Unfallhergangs. Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet.

Bekannt ist inzwischen aber, dass die Verner Straße (L636) einen Radstreifen bekommen wird. Nach Auskunft der Kreisverwaltung sind die beteiligten Behörden am Mittwoch der vergangenen Woche zu diesem Ergebnis gekommen. Seit fast einem Jahr fehlen auf der Straße zwischen Verne und Salzkotten Fahrbahnmarkierungen. Kreispressesprecherin Michaela Pitz teilte gestern auf WV-Anfrage mit, dass eine Lösung für die Landesstraße gefunden worden sei, nachdem nun eine neue Richtlinie des Landes vorliege.

Fahrstreifen werden schmaler

Während eines Treffens im Salzkottener Rathaus hatten vergangenen Mittwoch Vertreter der Bezirksregierung, des Kreises Paderborn, der Polizei, der Stadt und von Straßen NRW befürwortet, einen Radstreifen auf die Verner Straße aufzubringen. Dafür werden die Fahrstreifen für den Kraftverkehr von 3,75 Meter auf eine Breite von 3,25 Meter reduziert. Gleichzeitig werden die Seitenstreifen von einem Meter auf eineinhalb Meter verbreitert. Eine Verbreiterung der gesamten Straße, um einen getrennten Radweg anzulegen, sei aufgrund der angrenzenden Bäume nicht möglich, so Pitz.

Die Verner Straße ist im vergangenen Jahr unter der Federführung von Straßen NRW als Baulastträger saniert worden. Üblicherweise zeichnet Straßen NRW nach Fertigstellung für die Markierungsarbeiten verantwortlich. Für die Verner Straße standen allerdings Überlegungen zur Absicherung des Fahrradverkehrs im Raum. Im Regionalplan ist sogar ein gesonderter Radweg zwischen Verne und Salzkotten vorgesehen. Der müsste aber womöglich der B1-Umgehung wieder weichen. Bis zur Deckensanierung der Verner Straße nutzten Radfahrer den Seitenstreifen.

Neue Richtlinie liegt jetzt vor

Eine Markierung für einen Radstreifen auf der Fahrbahn durfte bisher nicht aufgebracht werden, wenn die Straße dafür zu schmal ist, erläuterte Michaela Pitz. Die neue Richtlinie, wie mit alten, sanierten Straßen künftig verfahren werden soll, liege nun seit vergangener Woche vor. Sie ermögliche jetzt die individuelle Ausarbeitung einer Lösung für die Verner Straße. Diese Richtlinie hätte erst abgewartet werden müssen, so Pitz. Gleichzeitig sei aber auf die Dringlichkeit der Maßnahme hingewiesen worden. Mit der Umsetzung könne sofort begonnen werden.

Im Programm für die Radwege des Regionalrates der Bezirksregierung Detmold befinde sich ein Radweg zwischen Salzkotten und Verne aktuell auf Rang 8 der Realisierungsliste, informierte gestern auf WV-Anfrage das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium, deren Verantwortliche sich bestürzt über den tragischen Unfall zeigten.

Polizei setzt Ermittlungen fort

Die nun vorgesehene Aufteilung der zehn Meter breiten Fahrbahn sei als Übergangslösung bis zum Bau eines separaten Regionalrat-Radweges zu sehen. Die Markierung solle nach derzeitigem Stand bis zur Sommerpause aufgebracht sein, teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit. Dazu, ob zuvor ein Provisorium etwa mit gelben Streifen möglich gewesen wäre, äußerte sich das Ministerium nicht.

Zur Ursache des Unfalls vom Karfreitag und ob die fehlende Fahrbahnmarkierung dabei eine Rolle gespielt hat, gibt es keine abschließenden Erkenntnisse. Die Polizei setzt ihre Ermittlungen fort, Gutachten werden erstellt. »Bis die vorliegen, vergehen Wochen«, weist Polizeisprecher Michael Biermann darauf hin, dass eine kurzfristige Klärung nicht zu erwarten ist.

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