Hederkampfbahn soll verkauft werden – neuer Kunstrasenplatz auch in Upsprunge
VfB opfert Tafelsilber fürs Stadion

Salzkotten (WB). Der VfB Salzkotten bringt sein Tafelsilber auf den Markt. Um die Renovierung des Hederauenstadions mitfinanzieren zu können, bietet der Sportverein die alte Hederkampfbahn zum Verkauf an: ein Filetgrundstück mitten in der Sälzer Innenstadt.

Mittwoch, 08.05.2019, 22:28 Uhr aktualisiert: 08.05.2019, 22:40 Uhr
Das Hederauenstadion ist in die Jahre gekommen, bei schlechtem Wetter ist der Platz nicht bespielbar. Jetzt soll ein Kunstrasenplatz gebaut werden. Vorgesehen sind auch neue Laufbahnen, Flutlicht, Sprung- und Kugelstoßanlagen sowie zwei Beachvolleyballfelder. Foto: Besim Mazhiqi
Das Hederauenstadion ist in die Jahre gekommen, bei schlechtem Wetter ist der Platz nicht bespielbar. Jetzt soll ein Kunstrasenplatz gebaut werden. Vorgesehen sind auch neue Laufbahnen, Flutlicht, Sprung- und Kugelstoßanlagen sowie zwei Beachvolleyballfelder. Foto: Besim Mazhiqi

»Wenn das Projekt Hederauenstadion realisiert werden kann, dann müssen wir die Hederkampfbahn verkaufen«, sagt Vereinsvorsitzender Frank Baumann. Und danach sieht es nach der Sitzung des Jugend-, Kultur- und Sportausschusses jetzt aus. Der Ausschuss hat am Dienstagabend die im Haushaltsplan mit Sperrvermerk vorgesehenen Gelder für einen Kunstrasenplatz in Upsprunge und einen Kunstrasenplatz mit leichtathletischen Anlagen in Salzkotten freigegeben. Jetzt muss nur noch der Rat am heutigen Donnerstag zustimmen. Damit werden die Stadt und die Vereine in den kommenden Monaten knapp 1,4 Millionen Euro in die beiden Sportanlagen investieren.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Kommunalpolitiker mit einer Satzungsänderung der Sportförderrichtlinien den Weg für einen entsprechenden Finanzplan freigemacht. Seitdem kann auch der Bau von Kunstrasenplätzen mit 25 Prozent bezuschusst werden. Hinter den beiden Projekten steht außerdem ein ganz neues ortsübergreifendes Trainingskonzept. Denn verbunden mit dem Bau der Plätze ist deren Öffnung für den Trainingsbetrieb anderer Fußballvereine im Stadtgebiet während der Winterzeit. Damit bekommen die bauenden Vereine noch einmal einen Zuschuss von 25 Prozent, während die Gastvereine 30 Euro pro Trainingseinheit für die Nebenkosten wie Strom und Reinigung der Sportheime zahlen. Sowohl die Upsprunger als auch die Salzkottener werden ihre neuen Plätze jeweils an zwei Tagen in der Woche zur Verfügung stellen.

Dennoch bleibt für die beiden Bauherren eine beachtliche Restsumme zu stemmen. Im Fall des VfB Salzkotten übernimmt die Stadt die Hälfte der Kosten für den Kunstrasen (282.625 Euro) und die kompletten Kosten für die leichtathletischen Anlagen (355.750 Euro), die vornehmlich von der Gesamtschule genutzt werden. Im 40 Jahre alten Stadionen sind neben neuen Kunststofflaufbahnen auch zwei Beachvolleyballfelder, Sprung- und Kugelstoßanlagen und eine neue Flutlichtanlage (44.000 Euro) geplant. »Das wird eine tolle Sportanlage, die Leichtathleten werden dort beste Bedingungen vorfinden und müssen nicht mehr zum Training woanders hinfahren«, ist der Vereinsvorsitzende überzeugt.

Wo einst um Tore und Punkte gekämpft wurde, grasen heute Schafe. Die alte Hederkampfbahn soll verkauft werden.

Wo einst um Tore und Punkte gekämpft wurde, grasen heute Schafe. Die alte Hederkampfbahn soll verkauft werden. Foto: Neesen

50.000 der für den VfB verbleibenden 282.625 Euro wollen die Sportler über Eigenleistung aufbringen. Ein weiterer Teil soll über Barmittel und Spenden bezahlt werden. Frank Baumann ist zuversichtlich, dass außerdem der vorgesehene Verkauf der Hederkampfbahn gelingen wird. Potentielle Interessenten seien für das rund 14.000 Quadratmeter große Gelände, auf dem seit Jahren kein Fußballer gespielt hat, vorhanden. Gleichzeitig befinde sich der Verein in Gesprächen mit der Stadt Salzkotten. Zwar bestehe derzeit aufgrund der Nähe zur Bahnlinie aus Lärmschutzgründen kein Baurecht, aber es »liegt ja in der Luft, dass auf der Strecke in nächster Zeit etwas passieren könnte«, verweist der Vereinsvorsitzende auf den Lärmaktionsplan der Bahn. Unter Wert wolle der Verein das Grundstück also nicht verkaufen. Bürgermeister Ulrich Berger bestätigt, dass auf der Fläche derzeit keine Wohnbebauung möglich ist. Zwar grenzten die Wohnstraßen Königsfuhr, Eduard-Schnieder-Straße und Blomestraße ebenfalls an den Bahndamm, sie seien aber unter einem anderen Baurecht entstanden. »Städtebaulich ist das natürlich eine gute Lage«, so Berger. Ganz ausgeschlossen sei eine Bebauung nicht, aber es gebe gesetzliche Vorgaben.

Da zunächst noch die VfB-Mitglieder dem Verkauf zustimmen und dieser auch abgeschlossen werden müsse, sieht Frank Baumann einen Baubeginn für das Stadion nicht vor dem Frühjahr 2020. Außerdem stehe die Qualifikation für die eingleisige Kreisliga-A an. Ein Trainingsausfall sei in der Vorbereitung nicht möglich.

Der SV Hederborn Upsprunge hingegen will schon im Juni loslegen. Hier soll der untere Rasenplatz am Hüneknapp für 432.415 Euro in einen Kunstrasenplatz umgewandelt werden. Auch hier übernimmt die Stadt die Hälfte der Kosten. Über Eigenkapital, Eigenleistung, Spenden und Sponsoring, ein Mitgliederdarlehn (20.000 Euro) sowie ein Förderdarlehn der NRW Bank in Höhe von 100.000 Euro will der SV Hederborn die Finanzierung sichern. Beitragserhöhungen sind für die Mitglieder nicht vorgesehen.

Gebaut werden sollen im Vergleich günstigere Plätze mit vorgefertigten Polyethylenschaumplatten als elastische Tragschicht. Für die künftige Pflege, die sich die Stadt und die Vereine teilen, soll ein entsprechendes Gerät für 20.000 Euro angeschafft werden.

In der Sitzung votierten nur die Vertreter der Grünen dagegen, dass im Haushalt enorme Summen lediglich für den Fußball veranschlagt werden, was unausgewogen sei. Dieses Geld fehle dann in anderen Bereichen. Fraktionsvorsitzender Marc Svensson empfahl, auf den Upsprunger Neubau zunächst zu verzichten.

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