Mehrzweckstreifen auf beiden Seiten der Verner Straße
Nächste Runde im Radwegbau

Salzkotten (WB). Die Verner Straße bekommt vermutlich in den nächsten 14 Tagen neue Markierungen. Das hat Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, Ludwig Bewermeier, in der Sitzung das Bau- und Planungsausschusses am Mittwoch mitgeteilt. Das Ringen um einen Radweg an der Landstraße zwischen Salzkotten und Verne geht jedoch in eine neue Runde.

Freitag, 10.05.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 10.05.2019, 11:02 Uhr
Im vergangenen Sommer ist die Fahrbahndecke der Verner Straße erneuert worden. Seitdem fehlen die Markierungen. Nach Informationen der Salzkottener Stadtverwaltung ist der Auftrag für die Markierungsarbeiten inzwischen erteilt worden. Foto: Jörn Hannemann
Im vergangenen Sommer ist die Fahrbahndecke der Verner Straße erneuert worden. Seitdem fehlen die Markierungen. Nach Informationen der Salzkottener Stadtverwaltung ist der Auftrag für die Markierungsarbeiten inzwischen erteilt worden. Foto: Jörn Hannemann

Die Fraktion der Grünen hatte das Thema wiederholt auf die Tagesordnung des Bauausschusses gebracht. Sie fordert erneut eine sichere und attraktive Radwegverbindung zwischen der Kernstadt und dem Salzkottener Ortsteil sowie entsprechende Planungen: sowohl für den Fall, dass die B1 neu gebaut wird als auch ohne die geplante Umgehung der Bundesstraße. »Alles was wir jetzt haben, ist schlechter als die ursprüngliche Planung eines kompletten, separaten Radweges an der Landstraße 636. Wieder ist der Radfahrer der Dumme. Der Autofahrer steht weiterhin im Mittelpunkt«, so Fraktionsvorsitzender Marc Svensson. Der im Regionalplan anvisierte Radweg befindet sich nach Auskunft des Verkehrsministeriums NRW auch weiterhin auf Rang acht der Realisierungsliste.

Radfahrer werden Umweg übers Berglar nicht annehmen

Aufgrund der aktuellen Planungen zur B1 neu hat der Landesbetrieb Straßen NRW aber zwischenzeitlich vom ursprünglichen Plan Abstand genommen und will den Radweg zunächst aus Richtung Verne bis zum Eiser Weg und anschließend entlang der neuen L 636 im Bogen über das Gewerbegebiet Berglar Richtung Kernstadt führen. Ludwig Bewermeier stellte in der Sitzung die Pläne dazu vor, hielt diese aber für unattraktiv. Damit sei für die Radfahrer ein Umweg verbunden, der wohl kaum angenommen werde. »Es ist besser, den Radweg an der dann alten Landstraße, die zu einer Art Wirtschaftsweg zurückgebaut wird, entlangzuführen«, so Bewermeier. Die neue B1 sollte mit einer Unterführung gequert werden. Es sei wichtig, zunächst die Markierungen aufzubringen, um für mehr Sicherheit zu sorgen, und dann schnellstmöglich den Radwegausbau in Angriff zu nehmen.

»Die jetzige Planung geht an der Realität vorbei. Das ist schon eine fantasievolle Radwegführung«, so auch Annette Stracke (CDU). Sie empfahl, das Gespräch mit Straßen NRW zu suchen und zu ermitteln, wie ein Radweg auf der alten Trasse realisierbar ist. SPD-Fraktionsvorsitzender Meinolf Glahe sprach von einer unendlichen Radweggeschichte und »Behörden-Ping-Pong«. Er warnte jedoch davor, wie im Grünen-Antrag formuliert, per Beschluss ein Konzept von der Verwaltung einzufordern. Das sei nicht Aufgabe der Stadt, sondern des Landesbetriebes.

Aufgabe des Landesbetriebes

»Wenn wir hier Planungsleistungen abgeben, öffnen wir eine Büchse der Pandora«, so auch CDU-Fraktionschef Michael Fechtler. »Wir müssen zeigen, was wir wollen und können die Dinge nicht einfach laufen lassen«, beharrte jedoch Marc Svensson, der gleichzeitig Tempo 70 auf der Strecke forderte. Er bedauerte, dass es immer erst eines schweren Unfalls bedürfe, bevor sich schneller etwas bewege. Der Ausschuss einigte sich schließlich auf eine geänderte Formulierung im Antrag der Grünen. So soll die Verwaltung dem Landesbetrieb Straßen NRW nun einen Variantenvorschlag ohne konkrete Vorplanung unterbreiten.

Fahrbahn wird schmaler

  • Bereits vor dem schweren Verkehrsunfall am Karfreitag, bei dem eine 37-jährige Mutter starb, hatten sich Vertreter der beteiligten Behörden und der Stadt auf eine neue Fahrbahnmarkierung auf der Verner Straße geeinigt. Sie fehlte aufgrund neuer Richtlinien seit dem vergangenen Sommer. Nun ist vorgesehen, auf beiden Seiten der Straße Mehrzweckstreifen mit einer Breite von jeweils 1,75 Metern zu markieren. Sie werden nicht eigens als Radweg mit entsprechendem Piktogramm ausgewiesen, können aber von Radfahrern benutzt werden, wie es vor der Sanierung der Straße auch der Fall war. Die Fahrstreifen für den Autoverkehr werden von 3,75 Metern auf eine Breite von 3,25 Metern reduziert, was zu einer Temporeduzierung führen soll. Laut Ludwig Bewermeier sei der Auftrag für die Markierungsarbeiten bereits vergeben.

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