Salzkottener Rat beschließt Gebührenerhöhung
Beerdigungen werden teurer

Salzkotten (WB). Beerdigen wird teurer in Salzkotten. Der Bau- und Planungsausschuss hat bereits am Mittwoch und der Rat gestern Abend höhere Grabnutzungs- und Bestattungsgebühren vom 1. Juli an beschlossen. Hintergrund ist ein Defizit von rund 30.000 Euro im Haushaltsplan, das im Friedhofs- und Bestattungswesen jährlich anfällt. Gleichzeitig soll die Gebühr von 80 Euro je Sterbefall für die laufende Unterhaltung der Friedhofsanlagen entfallen. Zudem soll mit dem pflegefreien Wahlgrab für Sarg- oder Urnenbestattungen eine weitere Bestattungsform angeboten werden.

Freitag, 10.05.2019, 11:14 Uhr aktualisiert: 10.05.2019, 12:38 Uhr
Zum 1. Juli werden in Salzkotten die Gebühren für die Grabnutzung und für die Bestattungen erhöht. Foto: dpa
Zum 1. Juli werden in Salzkotten die Gebühren für die Grabnutzung und für die Bestattungen erhöht. Foto: dpa

Die Gemeindeprüfungsanstalt hatte im vergangenen Jahr empfohlen, das Bestattungswesen kostendeckend zu gestalten und zu einer in Teilen flächenunabhängigen Kalkulation zu wechseln, berichtete Kämmerer Manuel Stöppel. Er verwies außerdem auf ein verändertes Bestattungsverhalten. Bei 230 Beerdigungen im Jahr würde inzwischen mehr als 60 Mal ein pflegefreies Grab nachgefragt, wobei sich Sarg- und Urnenbestattungen in etwa die Waage hielten. Eine neue Kalkulation sei daher notwendig.

Vom 1. Juli an erhöhen sich die Grabnutzungsgebühren für einen Erwachsenen in einem Reihengrab von 340 auf 493 Euro; das Reihengrab für einen Erwachsenen in Urnenbestattung kostete bisher 165 Euro und verteuert sich auf 305 Euro. Deutlich teurer wird die Nutzung eines pflegefreien anonymen Reihengrabes inklusive 25 Jahre Pflege, dass allerdings so gut wie nicht nachgefragt werde. Statt 470 Euro müssen künftig 967 Euro gezahlt werden. Die Beisetzungsgebühren sollen ebenfalls steige. Allerdings entfällt die erwähnte einmalige Pausschale von 80 Euro. Eine Sargbestattung für Erwachsene kostet mit 639 Euro 144 Euro mehr als bisher. Die Bestattung einer Urne wird nur 10 Euro teurer (110 Euro). Die Gebühren für die Beerdigung eines Kindes bis sieben Jahre oder einer Totgeburt werden reduziert. Die Zuschläge für Beerdigungen an einem Freitagnachmittag (80 Euro) oder Samstagvormittag (130 Euro) sollen umgewandelt werden.

Künftig soll bei Beerdigungen in diesen Zeiträumen lediglich zwischen einer Erdbestattung (110 Euro) und einer Urnenbestattung (45 Euro) unterschieden werden. Die Nutzung der Trauerhalle und der Leichenzelle wird künftig mit 107 Euro statt bisher 95 Euro veranschlagt. »Durch die Gebührenanpassung werden gut 30.000 Euro mehr eingenommen«, so Manuel Stöppel. Er betonte, dass die Verwaltung angehalten worden sei, das Defizit auszugleichen, weil dieses sonst die Allgemeinheit tragen müsse. Alfons Ernst (Die Linke) lehnte die neuen Gebühren ab. Das Landesgesetz biete Spielraum in der Formulierung, dass die Gebühren »in der Regel« kostendeckend zu erheben seien. »Ich vermisse eine soziale Komponente«, so Ernst.

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