Grüne fordern stattdessen attraktivere und preiswertere Stadtbusverbindungen
Mobilitätsstation: Kritik an CDU-Antrag

Salzkotten (WB). Mehrheitlich hat der Bau- und Planungsausschuss am Dienstag die Mobilitätsstation am Salzkottener Bahnhof auf den Weg gebracht. Die Verwaltung soll allerdings noch einige Punkte aufarbeiten.

Donnerstag, 11.07.2019, 05:00 Uhr
Das alte Bahnmeisterhaus liegt etwa fünf Meter höher als die Verner Straße. Somit soll nach Ansicht Ludwig Bewermeiers eine Zufahrt zur geplanten Parkpalette auch vom Bahnhof aus möglich sein. Foto: Neesen
Das alte Bahnmeisterhaus liegt etwa fünf Meter höher als die Verner Straße. Somit soll nach Ansicht Ludwig Bewermeiers eine Zufahrt zur geplanten Parkpalette auch vom Bahnhof aus möglich sein. Foto: Neesen

Die Stadt hat das etwa 120 Jahre alte Bahnmeisterhaus bereits erworben. Nach Vorstellungen und Antrag der CDU-Fraktion könnten darin ein Fahrradparkhaus sowie eventuell eine Fahrradwerkstatt und eine E-Bike-Vermietung untergebracht werden. Neben dem Wohnhaus soll eine Park­palette für Autos entstehen.

Derzeit überprüfen Mitarbeiter der Stadt Statik und Konstruktion des Gebäudes. Außerdem wird ein Finanzierungs- und Wirtschaftlichkeitskonzept erarbeitet. Kritik an den Plänen hatte es allerdings seitens eines Anwohners gegeben (Leserbrief vom 5. Juli), der unter anderem Bedenken hinsichtlich der Parkpalette und der Zufahrt über die Verner Straße äußert.

28 Stellplätze sind zu wenig

Die Stadt soll nun noch einmal überprüfen, ob es andere Möglichkeiten der Zufahrt gibt. Fachbereichsleiter Stadtentwicklung Ludwig Bewermeier meint, dass das erste Obergeschoss einer solchen Parkpalette auch vom Bahnhof aus angefahren werden könne, während Autofahrer von der Verner Straße aus ins Erdgeschoss gelangten. Das sei aufgrund des Höhenunterschiedes von rund fünf Metern machbar. Somit werde keine Anfahrrampe benötigt.

Die Verwaltung soll gleichzeitig noch einmal Ausschau nach einem alternativen Standort für Parkplätze halten. Nach Informationen Bewermeiers gibt es im Bahnhofsumfeld 28 Stellplätze, was viel zu wenig sei. Der Standort am Bahnmeisterhaus habe den Vorteil der unmittelbaren Nähe zum Bahnhof. Weiter entfernt gelegenen Parkplätze seien erfahrungsgemäß unattraktiv.

Bewermeier geht davon aus, den Umbau zur Mobilitätsstation in die Haushaltsberatungen für 2020 einbeziehen zu können, wobei gleichzeitig Fördermittel generiert werden sollen. Eine Umsetzung sei eher 2021 realistisch. Beibehalten werden soll das äußere Erscheinungsbild des alten Hauses. Die Stadt unterstütze zudem die Suche nach einer neuen Wohnung für die derzeitigen Mieter.

»In jeder hinsicht kontraproduktiv«

Kritik äußert die Fraktion der Grünen an der Mobilitätsstation. In einer Pressemitteilung teilt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Petra Hundt mit: »Anstelle konsequent die Voraussetzungen für eine klimafreundliche Mobilität zu schaffen, setzt sich die CDU für den Bau einer neuen Park­palette am Bahnhof ein – das ist in jeder Hinsicht kontraproduktiv. Es sollte unser Ziel sein, unsere Stadtbusverbindungen so attraktiv und preiswert zu machen, dass auch die Bürger in den Ortschaften ohne einen Zweitwagen für den Weg zur Arbeit auskommen können. Hinzu kommt, dass noch mehr Autos in der Innenstadt die Aufenthalts- und Luftqualität verschlechtern.«

Der Nachwuchs der Sozialdemokraten reklamiert für sich, bereits im vergangenen August einen Bürgerantrag zur Verbesserung der Situation am Bahnhof eingereicht zu haben. Grundsätzlich unterstützten die Jusos den Antrag der CDU-Fraktion.

»Allerdings gibt es bereits einen laufenden Prozess bei der Stadt Salzkotten. So hätte die Stadt das gekaufte Grundstück sicherlich auch ohne den Antrag der CDU weiterentwickelt«, sagt Nele Czaniera, Vorsitzende der Jusos Salzkotten. Ein Fahrradparkhaus, insbesondere für Gelegenheitsnutzer, hätte die Verwaltung bereits im Dezember 2018 nach dem Bürgerantrag der Jusos Salzkotten zugesichert. Neu sei der CDU-Vorschlag einer Parkpalette.

»Wir befürworten den Vorschlag der SPD«, sagt Czaniera weiter. »Es muss erst ein Mobilitätskonzept für die ganze Stadt entwickelt werden. Dieses wurde seitens der SPD-Fraktion schon während der Haushaltsdebatte 2019 vorgeschlagen. Es wäre der falsche Weg, wenn es jetzt überall im Stadtgebiet zu punktuellen Einzelmaßnahmen kommt.«

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